Paulas Nachrichten

Paula hat keine Angst vor Grokos und Koalas

25.11.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Der Andreas und seine Kollegen haben mich kurz begrüßt. Sie haben sich ganz wichtig über etwas unterhalten.

Der Andreas hat dann zu mir gesagt: „Tja, Paula, jetzt kommt vielleicht doch ’ne Groko!“

Meine runden Entenäuglein sind gleich größer geworden. Ich hatte richtig Angst. Ich habe losgeschnattert: „Kr-, Kr- . . . Kroko? Hier her? Und da bist du noch ganz ruhig? Ich glaube mal, ich watschele lieber wieder los. Tschüss!“

Der Andreas hat gelacht. Deshalb bin ich einfach mal stehengeblieben. Er hat zu mir gesagt: „He, das ist in Berlin!“

„Berlin?“, habe ich gemeint, „na ja, dann sollen die nach dem Viech gucken. Das ist ja ganz schön weit.“

Ich war ein bisschen beruhigt. Der Andreas hat mehr gelacht und gesagt: „Was hast du eigentlich gegen eine Groko?“

„Eine Kroko? Kannst du nicht deutsch? Du bist doch Reporter! Du musst das doch können. Also heißt es: Ein Kroko. Ein Krokodil! Das Kroko.“

„Danke, Frau Lehrerin“, hat der Andreas ganz übertrieben zu mir gesagt und weiter gelacht. „Also Paula, du solltest dir wieder einmal die Ohren putzen. Es geht nicht um ein Kroko mit K. Es geht um eine Groko mit G. Das ist die Abkürzung für ,Große Koalition‘.“

Das war natürlich komisch für mich. Ich habe gemeint: „Hm, Koalidingsbums . . . Hat das was mit Koalas zu tun? Das sind doch die süßen kleinen Koalabären! Da haue ich nicht ab. Da bleibe ich da. Aber warte einmal kurz“, habe ich laut überlegt, „du hast ja was von ,Groß‘ gesagt . . . Sind das dann Riesenkoalas? Sind die vielleicht doch gefährlich?“

Der Andreas musste noch mehr lachen. Und er hat gesagt: „Mensch, Paula, was für ein Zoo hier! Krokodile, Koalabären, Riesenkoalabären . . . Du solltest Zoowärter werden, liebe Zeitungsente! Aber gut, ich erkläre dir das: Also, Riesenkoalas gibt es keine, keine Angst. Und wenn es die gäbe, wäre es nicht schlimm. Die fressen keine anderen Tiere. Die fressen nur Blätter vom Eukalyptusbaum. Die trinken nicht einmal etwas. Die holen die ganze Flüssigkeit aus den Baumblättern. Deshalb heißen die auch so. Koala heißt in der Sprache der Ureinwohner von Australien nämlich so viel wie ,kein Wasser‘ oder ,trinkt nicht‘. Und in Australien leben die. Also, und eine Koalition hat nichts mit den Koalas zu tun. Eine Koalition hat mir der Politik zu tun. Koalition ist auch kein australisches Wort . . .“

Ich habe den Andreas unterbrochen und geschnattert: „Lass mich raten: Das ist ein altes Römerwort!“

„Richtig“, hat der Andreas gemeint, „Koalition kommt vom alten Römerwort ,coalitio‘. Das heißt auf Deutsch so viel wie ,Zusammenwachsen‘ oder ,Zusammenschluss‘. In der Politik machen verschiedene Parteien eine Koalition. Auch im Bundestag in Berlin. Und zwar wenn eine Partei bei der Wahl nicht genug Stimmen zum Regieren bekommen hat. Dafür bräuchte ja man mehr als die Hälfte. Das klappt meistens nicht. Na ja, in Deutschland gibt es jetzt vielleicht wieder eine Große Koalition. Das ist eine Koalition von den beiden größten Parteien, der CDU und der SPD. Vielleicht will die SPD jetzt auch wieder so eine Große Koalition machen. Mit Jamaika hat es ja nicht geklappt!“

Jetzt habe ich den Andreas wieder mit meinen großen Entenäuglein angeguckt. „Jamaika?“, habe ich geschnattert, „das ist doch so ein Land. Wollten die dort Urlaub machen? Und dann gab’s keinen Flug mehr dort hin und dann machen sie lieber wieder Politik?“

Der Andreas hat lieb gelächelt. „Beinahe, Paula“, hat er gesagt, „Jamaika ist wirklich ein schönes Land zum Urlaub machen. Das ist eine Insel im karibischen Meer südlich von den USA. Aber die wollten dort nicht Urlaub machen. Die SPDler wollten halt nicht wieder eine Koalition mit der CDU machen. Deshalb sollte es eine Jamaika-Koalition mit drei Parteien geben. Die hat aber mit dem Land nichts zu tun. Jamaika hat eine Flagge. Und die Flagge ist schwarz, grün und gelb. Das sind die Farben von den drei Parteien. Die sollten da mitmachen. Die CDU-Farbe ist Schwarz, die von den Grünen natürlich Grün und die von der FDP Gelb. Aber die gelbe FDP wollte nicht mehr mitmachen. Guck’ mal, wir haben in der Zeitung darüber berichtet.“

Der Andreas hat mir den Bericht in der Zeitung gezeigt. Ich habe überlegt und gemeint: „Ah, und jetzt geht die schwarze CDU vielleicht wieder mit der SPD zusammen. Und was für eine Farbe haben die?“

„Rot“, hat der Andreas gesagt.

„Schwarz-rot, hm“, habe ich gemeint, „aber da muss man sich ja nichts mit Farben und Flaggen überlegen. Das wären ja die Grokos. Vor denen habe ich jetzt keine Angst mehr. Du, Andreas, weißt du, wie eine Koalition von der schwarzen CDU mit einer weißen und einer orangenen Partei heißen würde?“

Jetzt hat der Andreas mal geguckt wie ein Auto. Er hat mich nämlich nicht verstanden. Ich habe gegrinst und meine schwarzen Buchstaben auf weißem Untergrund und meine orangenen Watschelbeine angeguckt. Ich habe gesagt: „Na, das wäre eine Paula-Koalition!“

Der Andreas musste auch lachen. Dann hat er gemeint: „Hm, weiße und orangene Parteien . . . Die musst du erst noch gründen. Aber dann brauchst du keine Koalition. Denn dich würden bestimmt alle wählen!“ Eure Paula

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