Paulas Nachrichten

Paula hat gar keine Räder

16.03.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche wollte ich zum Andreas in die Redaktion watscheln. Ich war fast da. Da hat es angefangen zu regnen. Normal macht mir Wasser nicht so viel aus. Ich bin ja eine Ente. Aber der Regen war richtig blöd kalt. Und es wehte ein ganz stürmischer Wind dazu. Deshalb bin ich ganz schnell losgewatschelt. Ich bin richtig gerannt. An der Türe habe ich den Andreas getroffen. Der hat gelacht und gesagt: „Mensch, äh, Ente Paula! Du bist ja schnell unterwegs. Du legst ja einen ganz heißen Reifen hin!“

Das habe ich überhaupt nicht verstanden. Ich habe den Andreas angeguckt wie ein Lastwagen. Dann habe ich runter zu meinen wunderschönen orangenen Watschelbeinchen geguckt und gesagt: „Heißen Reifen? Ich habe doch gar keine Reifen! Und keine Räder! Ich bin doch eine Ente! Die haben Beine! Und keine Räder!“

Der Andreas musste lächeln. Dann hat er gesagt: „Na, Paula, sei dir da mal nicht so sicher. Es gab schon viele, viele Enten mit vier Rädern.“

„Ach“, habe ich gemeint, „meinst du solche Spielzeugenten? Die können die Kinder dann hinter sich herziehen. Aber die sind ja nicht schnell! Und heiß sind ihre Reifen auch nicht. Sonst könnten sich die Kinder ja daran verbrennen.“

Der Andreas hat jetzt ganz arg die Augen verdreht. Das macht er immer, wenn er genervt ist. „Oh nee, Paula. Das mit den heißen Reifen ist nur so ein Spruch. Das sagt man, wenn einer ganz schnell unterwegs ist. Die Reifen von Autos werden nämlich warm, wenn man sehr schnell fährt. Aber keine Bange, diese Kinderziehenten meine ich nicht. Ich meine richtige Autos!“, hat er gesagt.

Ich habe erst gar nichts verstanden. Ich habe geschnattert: „Was jetzt? Sprichst du von Enten oder von Autos?“

„Habe ich dir doch gesagt“, hat der Andreas geantwortet und ganz fies gegrinst. „Ich spreche von beidem. Ich spreche von Enten mit Rädern. Die Enten sind nämlich Autos.“

„Was?“, wollte ich losschnattern, „Autos stinken und . . .“

Aber der Andreas hat mich gleich unterbrochen. Er hat gemeint: „Ist ja gut, Paula, beruhige dich erst einmal. Ich will dich doch gar nicht ärgern oder beleidigen. Es gab früher französische Autos von der Firma Citroën. Und die hat man Ente genannt.“

Das hat mich schon ein bisschen beruhigt. Aber so ganz verstanden habe ich es nicht. Deshalb habe ich noch ein bisschen weiter geschnattert: „Und warum das? Weil das Auto so schön war?“

Der Andreas hat aufgehört zu lächeln. Dann hat er ein bisschen herumgestottert: „Na ja, äh, Paula, ich denke nicht. Ich meine, hm. Also, pass’ auf, ich sage es dir: Das war eher andersrum. Das Auto wurde kurz nach dem letzten großen Krieg zum ersten Mal gebaut. Das ist jetzt über 70 Jahre her. Und dann durften sich die Reporter das Auto zum ersten Mal anschauen. Und da hat anscheinend ein holländischer Reporter gesagt: ,Was für ein hässliches Entlein!‘“

Da musste ich schon wieder schnattern. Ich habe gesagt: „Was? Ein hässliches Entlein? Wie kommt denn der auf so eine Idee? Entlein sind nicht hässlich. Der spinnt wohl! Also . . .“

Der Andreas hat mich gleich wieder unterbrochen und gesagt: „Immer mit der Ruhe, junge Entendame! Der Ausdruck ,hässliches Entlein‘ stammt ja aus einem Märchen. Da landet ein Ei von einem Schwanen bei Enten. Und die wundern sich dann, dass das Tierlein so komisch grau und tolpatschig ist. Das ist dann also das ,hässliche Entlein‘. Nachher wird es ein wunderschöner Schwan.“

„Schön“, habe ich gemeint, „aber der hatte doch auch keine Räder?“

„Oh, Paula, natürlich nicht. Aber das Auto sah halt auch ein bisschen komisch aus. Komm’ ich zeige dir mal Bilder. Hier auf dem Parkplatz steht keiner mehr rum. Die werden schon seit langer Zeit nicht mehr gebaut“, hat der Andreas gesagt.

Wir sind dann in Andreas’ Büro gegangen und haben uns Autoenten-Bilder im Computer angeguckt. Das Auto sah schon lustig aus. Aber nicht wie eine Ente. Ich habe das dem Andreas gesagt. Und er hat geantwortet: „Ja, aber es ist ja lieb gemeint. Das ist ein richtig schöner Spitznamen. Außerdem hat das Auto in den Kurven richtig gewackelt. Das sah dann wie eine watschelnde Ente aus.“

Das fand ich jetzt nicht so unbedingt lustig. Aber ich wollte nicht schon wieder gleich losschnattern. Ich habe eine Weile überlegt. Dann habe ich gesagt: „Na ja, gut dass die Franzosen die Autos gebaut haben und nicht die Deutschen.“

Der Andreas aber hat gegrinst und gemeint: „Klar, Paula. Aber die haben den Käfer gebaut! Das war ein Volkswagen. Und der sah einem Käfer ähnlich!“

„Ach so“, habe ich lachend gesagt, „und ich habe schon gedacht, der konnte fliegen wie ein Maikäfer!“ Eure Paula

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