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Paulas Nachrichten

Paula hat ein Herz für Pferde

23.02.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich in die Redaktion gekommen. Der Andreas hat mich gleich begrüßt: „Na, Paula, tolles Wetter heute für einen Spaziergang, was?“

Ich habe mich geschüttelt und gemeint: „Ja, ja, echt toll heute!“ Das habe ich aber nicht so gemeint. Denn mir war’s kalt. Es hat nämlich ein eisiger Wind geweht.

Der Andreas hat das gemerkt und gesagt:

„Na, das hört sich aber ganz schön halbherzig von dir an!“

Ich habe ihn ganz seltsam angeschaut und losgeschnattert: „Halbes Herz? Ich habe nur ein halbes Herz? Das ist ja furchtbar! Ich muss gleich zum Arzt!“

Der Andreas hat mich aber gleich beruhigt: „Keine Angst, Paula! Ich glaube nicht, dass du krank bist. Du hast bestimmt ein ganzes Herz. Das ist nur so eine Redensart. Mit ,halbherzig‘ meint man: Jemand tut etwas nicht mit voller Überzeugung. Ich habe das Wetter gelobt. Du hast mir zwar recht gegeben. Aber es hat sich nicht so richtig überzeugt angehört. Also hast du die Antwort ,halbherzig‘ gegeben.“

Ich habe kurz überlegt. Dann habe ich gesagt: „Äh, was hat das denn mit dem Herz zu tun? Zu so einer Antwort braucht man doch eher das Gehirn, oder?“

„Das ist eine richtige Überlegung, Paula“, hat mich der Andreas gelobt. „Aber das Herz ist ein ganz wichtiges Organ. Das Herz versorgt den ganzen Körper mit Blut. Die Menschen wissen schon ganz lange, wie wichtig das Herz ist. Früher hat man sogar gedacht, dass die Seele im Herz sitzt. Du weißt doch: Wenn man sich zum Beispiel aufregt, dann schlägt das Herz ganz schnell. Deshalb haben sich die Menschen das so vorgestellt. Und so gibt es eben viele solche Redensarten.“

Ich habe gelacht und gemeint: „Klar, und du hast ein Herz für solche Redensarten. Das weiß ich doch. Du hast da sogar ein ganzes Herz dafür. Nicht nur ein halbes.“

Auch der Andreas musste lachen. Er hat gesagt: „Das stimmt, Paula. Da hast du das Wort jetzt richtig gut in einer anderen Redensart verwendet.“

Der Andreas wollte weitergehen. Ich hatte aber noch eine Frage an ihn. Deshalb war ich ja in die Redaktion gekommen. Er hat das gemerkt. Er hat gelächelt und gefragt: „Na, Paula, was liegt dir denn sonst noch auf dem Herzen?“

„He, schon wieder eine Redensart. Jetzt habe ich das aber wirklich kapiert“, habe ich geschnattert.

Und der Andreas hat gemeint: „Richtig, Paula. Das Herz ist wirklich Trumpf bei vielen Redensarten.“

Das habe ich nun nicht verstanden. „Herz ist Trumpf? Und was heißt das jetzt?“, wollte ich wissen.

„Ganz einfach“, hat mir der Andreas erklärt. „Das Herz ist doch auch ein Zeichen auf den Spielkarten. Dieses Zeichen nennt man Farbe. Und der Trumpf ist in manchen Kartenspielen die stärkste Farbe. Das kann also auch das Herz sein. Und dann sagt man: Herz ist Trumpf! Meistens steht das aber für die Liebe. Denn es ist ja auch ein Zeichen für die Liebe. Und wenn jemandem die Liebe ganz wichtig ist, sagt man: ,Herz ist Trumpf!‘. Ich habe das gesagt, weil das Herz in ganz vielen Redensarten vorkommt. Was liegt dir denn auf dem Herzen? Das heißt: Ich will wissen, was dich gerade so nachdenklich oder sogar traurig macht.“

Ich habe eine Weile überlegt. Denn ich habe mir noch eine passende Redensart überlegt. Und dann habe ich gesagt: „Ach, du weißt doch, ich habe ein Herz für Tiere. Und jetzt wird da dauernd über die Pferde berichtet. Und dass manche Menschen die essen. Stimmt das?“

Der Andreas hat nach einer Weile gesagt: „Ja, Paula. Das ist so. Sehr viele Menschen essen Fleisch. Das gehört einfach zu ihrer Ernährung. Übrigens essen auch deine Entenkumpels im Neckar Tiere. Manche mögen Insekten, winzige Schnecken und Krebse.“

„Ja, ja“, habe ich gemeint. „Aber Pferde . . .“

„Das stimmt schon“, hat mir der Andreas recht gegeben. „Die Insekten, Krebse und Schnecken sind ja auch keine Kumpels von den Enten. Viele Menschen essen auch kein Pferdefleisch. Die mögen die Pferde ganz arg als Freunde und Reittiere. Aber manch andere essen nicht nur Schweine oder Rinder. Manche essen eben auch Pferdefleisch ganz bewusst. Das ist auch ganz unterschiedlich.

Stell’ dir mal vor: In Indien sind für viele Menschen die Kühe heilig. Deshalb würden sie nie wie wir Europäer Kühe essen. Und in manchen Ländern isst man kein Schwein. Das verbietet der Glauben von manchen Menschen.“

„Mhm“, habe ich gemeint. Denn das habe ich verstanden. Aber eines habe ich gar nicht kapiert: „Es wird doch aber gerade trotzdem in der Zeitung über das Pferdefleisch berichtet. Regen sich die Menschen alle darüber auf, weil die anderen ihre Lieblingstiere essen?“

„Nein, Paula“, hat der Andreas geantwortet. „Die erlauben schon, dass die Menschen auch Pferde essen. Die regen sich wegen etwas anderem darüber auf. Denn das Pferdefleisch ist in Packungen mit fertigen Mahlzeiten drin. Und die Hersteller von dem Fertigessen haben behauptet, dass sie nur Rindfleisch reingepackt haben. Sie belügen die Menschen also. Das ist Betrug. Das darf man nicht. Und manchmal bekommen Tiere auch Medikamente. Dann darf man sie nachher nicht mehr als Essen verkaufen. Denn die Medikamente bleiben zum Teil in dem Fleisch. Und dann ist das ungesund für die Menschen. Und wenn Betrüger das Pferdefleisch ins Essen packen, könnten die natürlich auch so ein Fleisch reinpacken.“

Das habe ich verstanden. Und ich habe mich auf mein Mittagessen gefreut – einen wunderschönen Salat. Eure Paula

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