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Paulas Nachrichten

Paula hat die Schokolade entdeckt

14.11.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo liebe Kinder,

ich habe euch ja erzählt, dass das schlechte Wetter auch seine gute Seiten hat: Man kann sich ja einfach mal zu Hause aufs Sofa kuscheln. Aber jetzt ist es dauernd so düster. Das nervt mich. Es macht mich manchmal richtig traurig.

Die Woche bin ich in der Stadt rumgewatschelt. Ich habe den Andreas getroffen. Ich habe mich schon gefreut. Aber so richtig gelacht wie sonst habe ich nicht.

Der Andreas hat mich gleich gefragt: „He, Paula, was ist denn mit dir los?“

„Ach, eigentlich nichts“, habe ich gestöhnt, „aber irgendwie geht’s mir nicht so gut“.

Der Andreas hat mich in den Arm genommen und gemeint: „Das ist bestimmt das düstere Wetter. Und auch die kurzen Tage. Wir vermissen das Sonnenlicht. Das hilft dem Körper, ganz bestimmte Stoffe herzustellen. Und wenn die hergestellt werden, fühlen wir uns gut. Weißt du was, Paula? Wir gehen zu mir und essen ein Stück Schokolade. Das macht uns auch ein bisschen glücklich!“

Wir sind gleich losgewatschelt – und losgegangen. Nicht, dass ihr denkt, der Andreas würde auch watscheln.

Aber irgendwie habe ich nicht ganz kapiert, was der Andreas gesagt hat. Schokolade schmeckt ja ganz gut. Aber dass die glücklich machen soll?

Beim Andreas hat es gleich ein Stück Schokolade gegeben. „Beiß nur mal richtig rein“, hat er mich aufgefordert. „Gell, das ist gut – und gesund!“

Jetzt wollte ich das schon genauer wissen: „Wieso ist denn Schokolade gesund? Ich denke immer, mein Salat ist gesund. Und all das Gemüse.“

„Das stimmt ja auch. Aber Schokolade setzt auch im Körper solche Stoffe frei, die dich ein bisschen glücklicher machen. Die nennt man Glückshormone“, hat mir der Andreas erklärt.

Ich habe laut überlegt: „Hm, und wenn man dann sehr traurig ist, muss man dann nur viel Schokolade essen und alles ist wieder in Ordnung?“

„Nein, Paula“, hat der Andreas klipp und klar geantwortet, „das klappt nicht. Und wenn du zu viel Schokolade isst, wirst du richtig dick. Das ist natürlich sehr ungesund. Und du kannst gar nicht mehr tagein, tagaus durch die Stadt watscheln. Aber so ein Stückchen Schokolade zwischendrin ist schon in Ordnung. Beim Sport werden aber auch solche Stoffe im Körper hergestellt. Sport macht auch glücklich.“

Ich habe wieder laut überlegt: „Mensch, dann sind alle Sportler immer glücklich?“

Aber auch auf diese Frage hat der Andreas mit „Nein“ beantwortet. Er hat gesagt: „Weißt du, Paula, auch unter den Sportlern gibt es sehr traurige Menschen. Das Traurigsein kann sogar eine richtige Krankheit sein. Da muss dann ein Arzt helfen. Ein Arzt für die Seele. Sonst kann das für den kranken Menschen richtig gefährlich werden, weil er gar nicht mehr leben will.“

Das hat sich nicht gut angehört. Ich habe gemeint: „Was kann der Arzt denn da machen? Verschreibt der dem Patienten viel Schokolade? und schickt er ihn auf den Sportplatz?“ Ich wusste aber schon, dass das wahrscheinlich nicht hinhauen wird.

Und tatsächlich hat der Andreas gesagt: „Leider helfen bei richtig kranken Menschen weder Schokolade noch Sport. Und es helfen auch nicht mehr liebe oder aufmunternde Worte. Der Arzt gibt dem Kranken Medikamente. Die sorgen dafür, dass der Körper des Kranken wieder Glückshormone herstellen kann. Und er spricht viel mit ihm. Denn er will seine Probleme, die ihn traurig machen, finden und lösen.“

„Das ist aber sicher nicht einfach“, habe ich gemeint, „wenn man jemanden mit einem gebrochenen Bein sieht, weiß man gleich, dass der krank ist. Und dass er einen Gips braucht. Aber wenn jemand so traurig ist, dass es ihn krank macht – das sieht man ja nicht gleich.“

„Das hast du sehr gut erkannt“, hat mich der Andreas gelobt, „das ist auch das große Problem an solchen Krankheiten. Manchmal schämen sich die Menschen auch, wenn sie so eine Depression haben. Obwohl das einfach eine Krankheit ist wie andere auch. Aber eben eine sehr fiese Krankheit.“

„Depression?“, habe ich gefragt. Denn ich habe das Wort nicht verstanden.

„Wenn jemand krankhaft traurig ist, nennt man das Depression. Das kommt von den alten Römern. Im Lateinischen heißt ,deprimere‘ so viel wie ,niederdrücken‘. Die Menschen fühlen sich dann eben immer niedergedrückt.“

„Zum Glück gibt es Ärzte, die ihnen helfen“, habe ich gesagt.

Der Andreas hat mir Recht gegeben. Und er hat gesagt: „Wir können aber auch was tun. Wir können auf die anderen aufpassen und immer lieb zu ihnen sein. Und auf jeden Fall niemanden auslachen, wenn es ihm mal nicht gut geht oder er etwas nicht so gut kann.“

Da habe ich ihm wiederum Recht gegeben, liebe Kinder! Eure Paula

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