Paulas Nachrichten

Paula hat den Stadtlauf richtig genossen

16.05.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

seid ihr denn auch mitgelaufen beim Stadtlauf letzte Woche? Ich war dabei! Obwohl der Andreas schlappgemacht hat. Sein Fuß war immer noch im Eimer, wie er zu sagen pflegt. Aber keine Bange, jetzt geht es ihm schon wieder besser.

Am Freitag hat er mir aber ein Taxi besorgt, wie er gemeint hat. Eine Kollegin, die Sylvia, hat mich mitgenommen. Wir haben eine Runde nach der anderen gedreht. Das war richtig toll. Ich musste ja nicht selber watscheln. Deshalb konnte ich mich richtig auf die anderen Mitläufer konzentrieren.

Da habe ich so einiges mitbekommen. „Schau mal, da ist die Paula!“, haben viele Kinder gerufen. Das ist schon wunderschön, wenn alle Kinder einen kennen. Und ich habe mir die Stadt angeschaut. Der Andreas sagt immer, dass man zu Fuß alles am besten erkunden kann. Na ja, man kann das auch, wenn man hintendrauf im Rucksack mitgetragen wird. Das geht dann sogar viel besser.

Nur wenn wir überholt worden sind, hat mich das ein bisschen genervt. Ich habe der Sylvia dann immer ins Ohr gerufen, dass sie endlich mal schneller laufen soll. Aber das hat irgendwie nicht so richtig geklappt. Sie hat dann gemeint, dass ich ja selber watscheln könnte, wenn’s mir nicht passt. Da habe ich mich gleich entschuldigt. Ich habe zu ihr gesagt: „Ich hab’s ja nicht so gemeint.“ Dann war wieder alles in Ordnung.

Am Ende waren gar nicht mehr so viele dabei. Auch viele Kinder wollten aufhören. Eine Mutter hat zu ihrem Kind gesagt: „Schau mal, die Paula läuft auch noch mit. Da kannst du auch noch ein paar Runden drehen.“ Ihr hättet mal sehen sollen, wie schnell das Kind dann weitergerannt ist!

Ich habe das am Abend dem Andreas erzählt. Er hat gemeint: „Mensch, Paula, du bist ja eine richtige Motivationskünstlerin.“

Ich habe das nicht richtig verstanden. „Motorrad-was? Wir waren doch gar nicht mit dem Motorrad unterwegs. Wir sind doch gelaufen, du Schlaumeier!“, habe ich ihn angeschnattert.

„Aber Paula! Ich habe doch nichts von Motorrädern gesagt. Das Wort heißt Motivationskünstler. Motivation kommt vom lateinischen Wort ,motus‘. Die alten Römer haben damit einfach ,Bewegung‘ gemeint. Und wenn jemand jemand anderen motiviert, dann bewegt er ihn dazu, etwas zu tun. Obwohl er sich dafür anstrengen muss. Du hast also die Kinder ganz einfach dazu motiviert, noch ein paar Runden zu laufen, Deshalb könntest du ein guter Sporttrainer sein, Paula. Die Trainer müssen ihre Spieler auch immer motivieren. Wenn sie das können, nennt man sie ,Motivationskünstler‘.“

„Jetzt habe ich das verstanden“, habe ich gesagt, „aber einen Motivationskünstler brauchst am ehesten du. Und zwar immer morgens, damit du mal schnell aus dem Bett rauskommst.“ Der Andreas musste lachen: „So ein großer Motivationskünstler muss erst mal geboren werden.“

Ich habe aber noch viele andere lustige Sachen erlebt beim Stadtlauf. Ein Mann hat zum Beispiel gesagt: „Das melde ich dem Tierschutzverein, dass die arme Ente da so im Rucksack durch die Gegend geschleppt wird.“

Ich habe ihn gleich beruhigt: „Das ist in Ordnung“, habe ich zu ihm gesagt, „ich mache das gerne. Und es tut mir auch gar nicht weh. Schlimmer wäre es ja, wenn ich selber laufen müsste.“

Da hat der Mann auch gelacht und gerufen, dass er nur einen Spaß gemacht hat. Ja, ja, die Erwachsenen mit ihren Späßen! Zum Glück ist nicht nur der Andreas so ein Witzbold. So, liebe Kinder, jetzt geht’s weiter. Sehen wir uns heute am Maientag? Ich wette, dass die Sonne scheint. Das haben wir einfach verdient! Eure Paula

Paulas Nachrichten