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Paula hat Angst vor den Raubvögeln

21.08.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche habe ich den Andreas noch mal in der Redaktion besucht. Er hat ja jetzt dann Urlaub. Er hat sich gerade mit seinen Kollegen unterhalten. Sie haben wieder einmal über die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko gesprochen. Er hat gesagt: „Tja, das Loch ist ja jetzt endlich verschlossen.“ Aber das hat sich gar nicht so fröhlich angehört.

„He, das ist doch toll! Weshalb freust du dich dann nicht?“, wollte ich von ihm wissen.

„Ach, hallo Paula. Ich freue mich natürlich sehr. Aber es ist ja schon eine Menge Öl ins Meer ausgelaufen. Und das verschwindet ja jetzt nicht von alleine. Auch wenn das Loch zu ist“, hat er mir erklärt.

Daran hatte ich gar nicht gedacht. „So ein Mist!“, habe ich geschnattert. „Meinst du, das ist weg, bist du wieder nach Florida zu den lieben Reihern und Pelikanen kommst, von denen du mir schon erzählt hast?“

Der Andreas hat ganz traurig gelächelt. Dann hat er mir geantwortet: „Es kann leider viele, viele Jahre dauern, bis das ganze Öl aus dem Meer verschwunden ist. Und bis alles wieder so ist, wie es mal war. So lange möchte ich eigentlich nicht warten. Mir gefällt es sehr gut in Florida. Das sind schon sehr arme Tiere dort. Früher war ihre Heimat ein Paradies. Jetzt sind sie gefährdet. Da haben es die Jagdvögel auf der Burg Hohenneuffen viel besser.“

„Jagdvögel? Ach du meine Güte! Wird auf die armen Vögel Jagd gemacht? Und dann sollen die das besser haben?“, habe ich nachgefragt.

Der Andreas hat mich beruhigt: „Nein, nein, Paula. Auf die Vögel wird nicht Jagd gemacht. Die Vögel gehen selber auf die Jagd. Man nennt sie auch Raubvögel. Die schnappen sich andere Tiere und fressen die.“

„Das ist ja fies“, habe ich gemeint. „Aber ich weiß schon. Die wollen eben auch überleben. Das hast du mir ja schon einmal erklärt. Aber dann gehe ich lieber nicht mehr auf den Hohenneuffen. Womöglich gehen die da auch auf Zeitungsenten los.“

Der Andreas hat gelacht. Dann hat er gesagt: „Na ja, die Vögel auf dem Hohenneuffen sind ein bisschen anders drauf. Die gehören einem Falkner. Der hat sie dressiert. Das heißt, er bringt ihnen bei, etwas ganz Besonderes zu machen. Er lässt die wunderschönen Vögel vor Publikum fliegen. Die jagen dann keine Tiere. Aber er nützt ihre Lust auf Fleisch aus. Sie fliegen dann eine Runde und kommen wieder zu ihm zurück. Man kann aber auch mit ihnen wirklich andere Vögel jagen. Das ist gut in Flughafennähe. Vögel sind gefährlich für Flugzeuge. Ihre Triebwerke können kaputt gehen, wenn Vögel reinfliegen. Man kann auch zum Beispiel Kaninchen mit den Raubvögeln jagen. Ich weiß, Paula, die sind süß. Da brauchst du mich mit deinen runden Kulleraugen gar nicht so traurig anschauen. Aber wenn es in einer Gegend zu viele von ihnen gibt, werden sie zur Plage. Und in Wohngebieten kann man nicht schießen. Dann nimmt man die Vögel.“

„Und warum fliegen die jetzt ausgerechnet auf der Burg rum? Das passt doch gar nicht!“, habe ich eingewendet.

Der Andreas hat mir widersprochen: „Natürlich passt das, Paula! Die Ritter früher haben ganz gerne mit Vögeln gejagt. Und es gab sogar einen Kaiser, der ein Buch über die Jagd mit den Vögeln geschrieben hat. Das lesen heute noch viele, wenn sie mit den Vögeln jagen wollen oder sie für Flugvorführungen abrichten. Das Buch heißt ,De arte venandi cum avibus‘.“

„Was? Airbus? Damals gab’s doch noch gar keine Flugzeuge!“, habe ich geschnattert.

„Quatsch Airbus, Paula! Avibus! Das kommt vom lateinischen Wort ,avis‘. Und das heißt ,Vogel‘. Das ganze Buch heißt übersetzt ,Über die Kunst des Jagens mit Vögeln‘“, hat der Andreas gesagt.

„So, womöglich war das dein komischer Caesar. Der hat doch so gerne Bücher geschrieben“, habe ich vermutet.

Und der Andreas hat mich gelobt: „Da hast du ganz gut überlegt. Aber das Buch ist beinahe 1300 Jahre nach Caesar geschrieben worden. Das war der deutsche Kaiser Friedrich II. Und weißt du was, Paula? Dessen Vorfahren waren richtige Schwaben. Das waren die Staufer. Und die kommen von der Burg Hohenstaufen. Die liegt ganz in der Nähe, bei Göppingen. Die Ritter vom Hohenstaufen waren sogar Kumpels von den Ritter vom Hohenneuffen. Du solltest mit mir mal die Burgen anschauen gehen. Ich habe ja jetzt Urlaub.“

Ich habe schnell „ja, ja“ gesagt. Aber ich überlege mir das noch. Die Vögel vom Hohenneuffen habe ich mir erst einmal bei seinem Kollegen am Bildschirm angeschaut. Die sind schön. Aber sie sehen schon etwas gefährlich aus.

Aber gut, dass er mir das vom Urlaub erzählt hat. Wenn er weg ist, mache ich auch erst einmal Urlaub, liebe Kinder. Ich werde euch dann alles erzählen, wenn der Urlaub vorbei ist. Euch wünsche ich noch einen wunderschönen Sommer! Genießt die Ferien und passt auf euch auf. Bis in vier Wochen! Eure Paula

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