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Paulas Nachrichten

Paula hätte gerne eine Bundesente

02.10.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo liebe Kinder,

morgen ist ja Feiertag. Der Tag der Deutschen Einheit. Das habe ich mir gemerkt. Der Andreas hat mir das schon einmal erklärt. Früher war Deutschland nämlich in zwei Länder geteilt. Mitten durch ging eine Mauer. Den Menschen westlich der Mauer ging’s gut. Den Menschen östlich davon nicht so. Die waren nicht so reich. Und sie durften das Land auch nicht verlassen, wann sie wollten. Viele von ihnen sind eingesperrt worden, wenn sie abhauen wollten. Oder sogar getötet.

Aber die Mauer gibt’s zum Glück nicht mehr. Die Menschen haben sich dagegen gewehrt. Und vor 20 Jahren haben sie sie abgerissen. Das wird immer am 3. Oktober gefeiert. Seitdem gibt es wieder nur ein Deutschland. Deshalb heißt der Feiertag morgen „Tag der Deutschen Einheit“.

Dann werden wieder überall die schönen Fahnen aufgehängt. Schwarz, Rot und Gold sind die Farben. Letzte Woche waren ja Wahlen. Da wurden die Parteien gewählt. Es war immer viel die Rede von den Roten, den Schwarzen, den Grünen, den Gelben und so. Ich habe gefragt, ob das was mit unsere Flagge zu tun hat. Naja, Grün fehlt ja noch. Aber ich war mir nicht ganz sicher. Also bin ich zum Andreas. Er sollte mir das mit den Farben der Flagge erklären.

Er hat erst einmal gelacht. Dann hat er gesagt: „Nein, nein, Paula. Das hat mit der Wahl und den Parteien nichts zu tun. Sonst bräuchten wir ja nach jeder Wahl eine neue Flagge. Die Menschen müssen ja was haben, was zu jedem passt. Und was immer gleich bleibt.“

Ich habe ihn mit großen Augen angeguckt. Er hat gleich kapiert: Ich wollte wissen, ob dann irgendjemand einfach die Farben ausgesucht hat, weil sie ihm gefallen.

„So einfach ist das nicht, Paula“, hat der Andreas gesagt. „Die Farben haben eine Geschichte. Vor ungefähr 200 Jahren gab es in Europa noch andauernd Krieg. Die Franzosen mit ihrem Chef Napoleon hatten ganz Deutschland besetzt. Aber die Deutschen wollten frei sein. Viele gingen nach Preußen. Das ist die Gegend rund um Berlin. Dort wollten sie freiwillig mit dem Major Lützow gegen die Franzosen kämpfen. Weil sie alle aus verschiedenen deutschen Ländern kamen, hatten sie ganz unterschiedliche Uniformen. Manche haben auch ganz normale Kleider gehabt. Die haben sie dann der Einfachheit halber alle schwarz eingefärbt. Dann hatten sie noch viel roten Stoff. Den hat man an die Enden der Ärmel genäht. Und goldene Knöpfe hingemacht. Die Jungs wurden zu Helden. Viele starben im Kampf. Aber als die Franzosen verjagt waren und aus den vielen, kleinen deutschen Ländern ein großes Deutschland werden sollte, nahm man die Farben von Lützows Soldaten für die Nationalflagge.“

Ich habe ein bisschen komisch geguckt. Ich kann ja die Geschichten mit Krieg, Soldaten und Toten immer nicht so leiden. Aber so war das eben. Ich weiß. Und immerhin ging’s ja um die Freiheit. Und nicht um Geld oder so.

Also habe ich zum Andreas gesagt: „Kannst du mir auch so eine Flagge besorgen? Dann kann ich morgen auch mitfeiern.“

„Ich drucke dir gerne eine aus“, hat der Andreas gesagt. Das hat er dann auch gemacht.

Aber die sah vielleicht komisch aus! Da war doch glatt so ein komischer schwarzer Vogel drauf. Der sah aus, als würde er ganz komisch rumkrächzen.

„He, was soll denn das? Was will denn der auf meiner Flagge?“, wollte ich wissen.

Der Andreas hat den Kopf geschüttelt: „Aber Paula, das ist doch unser Bundesadler. Er ist das Wappentier. Viele Länder haben den Adler als Wappentier. Adler gelten als mutig, als stark, als die Könige der Lüfte. Deshalb haben schon die alten Römer ihn als Wappenzeichen genommen.“

Das ist typisch, habe ich mir gedacht. Die alten Römer! Dann sind die wieder schuld. „Natürlich: Keiner nimmt eine Ente als Wappentier“, habe ich geschnattert.

Doch der Andreas hat mich beruhigt: „Aber Paula! Du bist doch das Wappentier unserer Zeitung. Ich finde eine Zeitungsente viel toller als eine Bundesente!“ Da war ich wieder zufrieden. Recht hat er! Oder was meint ihr, liebe Kinder? Eure Paula

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