Paulas Nachrichten

Paula guckt selbst nach dem Regen

13.07.2019 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Wieso sind die Wettervorhersagen eigentlich oft so ungenau?

Hallo, liebe Kinder,

gestern bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Dort war alles ein bisschen komisch. Der Andreas hat nur auf sein Handy gestarrt und sich aufgeregt. Ein paar Kollegen von ihm haben dasselbe gemacht. Dann haben alle abgewunken und gelacht.

„He, was macht ihr denn da?“, habe ich geschnattert, „wollt ihr nicht lieber irgendetwas schreiben?“

„Aber klar doch, Paula“, hat der Andreas geantwortet, „wir haben nur nach der Wettervorhersage geguckt. Heute Abend fängt in der Stadt das große Neckarfest an. Da berichten wir darüber. Da ist das Wetter eben wichtig.“

„Ja, das verstehe ich“, habe ich gemeint. Dann habe ich trotzdem losgeschnattert: „Aber dann müsst ihr doch nicht alle aufs Handy glotzen. Da langt doch einer!“

„Eben nicht, Mensch, äh, Ente Paula! Deshalb haben wir doch auch so aufgeregt herumgeschnattert, äh, na, du weißt schon . . . herumdiskutiert! Weil eben jedes Handy das Wetter anders hervorgesagt hat. Das eine sagt: ,Es regnet bis heute Abend. Und pünktlich zum Festbeginn wird es besser.‘ Das nächste Handy sagt: ,Es tröpfelt so ein bisschen. Und zum Festbeginn gießt es wie aus Kübeln.‘ Das nächste wiederum meint: ,Es gibt ein ganz wüstes Gewitter mit Hagel und so.‘ Und das andere meint: Gewitter gibt es keines hier, sondern woanders. Ja, das ist ja dann auch schon ungenau genug. Aber dann sagen alle Handy auch noch: Das ist so oder es ist vielleicht auch nicht so. Da schau mal!“

Dann hat er mir sein Handy gezeigt und auch das von einem Kollegen. Da standen verschiedene Temperaturen darauf. Und auch eine Wolke mit Regentropfen war zu sehen. Auf dem anderen Handy war die Wolke viel größer und es gab viel mehr Tropfen. Ich habe die Aufregung jetzt schon besser verstanden. Ich habe gesagt: „Ja, das ist aber doof. Warum machen die Handys das so verschieden? Wollen die euch ärgern?“

„Na ja“, hat der Andreas erklärt, „ärgern wollen die uns nicht. Das sind ja nur Maschinen. Keine Menschen. Oder Enten. Aber die Handys haben bestimmte Programme. Die nennt man Äpps. Das schreibt man mit a-p-p-s. Das kommt vom englischen Wort ,Application‘. Das wiederum kommt vom lateinischen Wort ,Applikation‘. Und das heißt auf Deutsch ,Anwendung‘. Man kann das Programm auf dem Handy anwenden. So gut wie jedes Handy hat eine andere App für die Wettervorhersage. Und die sagen dann das Wetter verschieden voraus.“

„Hä?“, habe ich gemeint, „das ist ja doof. Wieso können die das nicht gleich voraussagen? Es gibt doch nur ein Wetter . . . Entweder es regnet. Oder nicht. Dann scheint die Sonne. Oder nicht.“

„Ja, das stimmt schon“, hat der Andreas gemeint,„aber das Problem ist erst einmal die Voraussage selbst. Die Wissenschaftler, die das machen, müssen ganz viele Daten über Zustände in der Atmosphäre machen. Bevor du mir bei der schwierigen Erklärung dazwischenschnatterst: Die Atmosphäre ist die Lufthülle um die Erde herum.“

Ich habe nur einmal „Äh“ gemeint. Dann hat der Andreas weitererklärt: „Ja, und da fängt das Problem schon an: Sie können gar nicht überall alle wichtigen Daten sammeln. Die gesammelten Daten jagen sie dann durch die Programme von ihren riesigen Computern. Und die berechnen dann die Voraussage. Die wird aber immer ungenauer, je länger sie gelten soll. Und je genauer man den Ort festlegt. Also eine Wettervorhersage für genau 18.32 Uhr in einer Woche bei deinen Entenkumpels an der Steinachmündung am Neckar ist sehr ungenau.“

„Ja“, habe ich gemeint, „aber für heute Abend müssten die Apps doch das gleich gut machen . . .“

Der Andreas hat geantwortet: „Tja, die haben eben alle verschiedene Apps. Manche nützen die Daten von einem amerikanischen Wettermodell, weil sie in Amerika hergestellt wurden. Das kostet dort nix. Deshalb nehmen sie viele. Die Daten sind aber sehr ungenau. Das ist in Amerika egal. Denn das ist ein riesiges Land mit riesigen, gleichen Landschaften. Aber hier in Deutschland ist alles viel kleiner. Wir haben viele Berge und Täler. Und da ist das blöd.“

„Na ja“, habe ich gemeint, „dann gucke ich mal auf deiner App nach dem Regen. Wart mal . . . Regenwahrscheinlichkeit heute in Nürtingen . . . Was??? 80 Prozent? Das ist doch mehr als die Hälfte. Also das ist ja fast den ganzen Tag! Regnet es dann fast den ganzen Tag?“

„Nein, nein“, hat mich der Andreas beruhigt, „das ist auch so etwas Komisches von den Apps. Das heißt einfach: Es regnet heute zu 80 Prozent zumindest einmal. Vielleicht stark. Vielleicht tröpfelt es aber nur.“

„Ach so“, habe ich gesagt, „weißt du was? Dann brauche ich die blöde App nicht. Ich gucke lieber selber nach dem Wetter. Wenn es regnet, werde ich halt ein bisschen nass. Aber das macht meinem Gefieder nichts aus. Und auf das Fest gehe ich trotzdem.“ Eure Paula

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