Paulas Nachrichten

Paula fürchtet sich nicht mehr vor Bienen

29.05.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

vor Kurzem bin ich wie so oft durch die Stadt gewatschelt. Am Platz mit dem tollen Brunnen mit den Ochsenköpfen ist mir eine ganze Schar von Kindern begegnet. Die kamen von der Mörikeschule. Ich bin ja immer ganz neugierig. Also habe ich den Kindern eine Weile zugehört. Sie haben sich über Bienen unterhalten! Über wilde Bienen! Sie kamen gerade von einem Besuch bei einem Mann in Frickenhausen, der ganz viele wilde Bienen in seinem Garten hat. Das hat sich sehr gefährlich angehört. Ich weiß, dass solche Bienen stechen. Das tut dann sehr weh.

Also habe ich den Kindern weiter zugehört. Das war unglaublich. Der Mann hat sich sehr gefreut über die Bienen. Der hat sogar alles dafür getan, dass die Stechdinger in seinem Garten bleiben. Und den Kindern hat es bei ihm richtig gut gefallen. Das habe ich nicht verstanden.

Natürlich bin ich gleich mal zum Andreas gewatschelt. So schnell ich konnte. Ich musste die Bienengeschichte unbedingt loswerden. Ich habe geklingelt, bin in den Flur gestürmt und habe gleich losgeschnattert: „Stell dir mal vor, in Frickenhausen gibt es einen Mann, der mag Bienen. Und jetzt waren auch noch Kinder von der Mörikeschule mit ihren Lehrerinnen dort und haben sich die gefährlichen Viecher ganz aus der Nähe angeschaut. Das ist doch Wahnsinn! Und dann waren das auch noch wilde Bienen.“

„Jetzt reg dich mal nicht so auf“, hat der Andreas mich beruhigt. „Haben die Kinder irgendwie ängstlich oder gar verletzt ausgesehen?“, wollte er wissen.

Ich habe nur kurz überlegt und gemeint: „Nein, eigentlich nicht. Wahrscheinlich haben sie riesiges Glück gehabt. Du hast mir doch mal erzählt, wie böse so ein Vieh mal deinen Sohn gestochen hat. Voll in die Zunge sogar. Das war doch richtig gefährlich!“

„Ja“, hat der Andreas geantwortet, „das war wirklich gefährlich. Aber das war einfach sehr großes Pech. Die Biene ist aus Versehen in seinen Mund geflogen und er hat einfach den Mund zugemacht. Da hat sich die Biene natürlich angegriffen gefühlt und leider zugestochen. Die stechen nämlich wirklich nur zu, wenn sie sich angegriffen fühlen. Die stechen nicht einfach aus Boshaftigkeit. Gefährlich ist es, wenn du sie anfasst. Oder wenn sie zwischen Haut und Kleidung rutschen. Außerdem können nur die Bienenweibchen zustechen.“

Das habe ich nicht verstanden. Die Weibchen sind die Kämpfer? Ich habe zum Andreas gesagt: „Ich dachte immer, dass die Männer eher kämpfen.“

Er hat mir geantwortet: „Die Bienenweibchen müssen auf ihre Brut aufpassen. Das sind sozusagen die Bienenbabys. Deshalb haben sie einen Stachel. Sie können damit ihre Kinder verteidigen.“

Das klang für mich schon gar nicht mehr so böse. Aber irgendwie war ich noch nicht ganz zufrieden. „Und warum nennt der Mann da in Frickenhausen seine Bienen dann wilde Bienen?“

Auch darauf hat der Andreas eine Antwort gewusst: „Das sind ja nicht wilde Bienen, sondern Wildbienen. Es gibt ja Bienen, die in ihren Waben Honig erzeugen. Und dann gibt es noch all die anderen Bienen. Und die nennt man zur Unterscheidung einfach Wildbienen.“

Und wieder war ich nicht ganz zufrieden. „Und warum muss der Mann auch noch seinen Garten für die Wildbienen herrichten?“, wollte ich auch noch wissen.

„Die Wildbienen sind nützlich, Paula. Deshalb schützt sie der Mann. Und er baut ihnen Nisthilfen. Das sind so Dinger, in denen sie wohnen können und ihre Brut aufziehen können. Die sind aus Holz, in das er Löcher bohrt“, hat er mir erklärt.

So ganz habe ich das immer noch nicht kapiert. „Aber du hast doch gerade gesagt: Es gibt die Honigbienen und es gibt die Wildbienen. Also stellen die Wildbienen gar keinen Honig her. Warum sind sie denn dann trotzdem nützlich?“

Auch das hat er mir erklärt: „Die Wildbienen bestäuben die Pflanzen, Paula.“

„Was ist denn das?“, wollte ich wissen, „decken die die armen Blumen mit Staub zu? Und das soll nützlich sein?“

„Nein, nein“, hat der Andreas schnell gesagt, „Bestäuben hat nichts mit Staub zu tun. Aber es hat mit etwas zu tun, das dem Staub ähnelt. Die Bienen helfen den Pflanzen, sich zu vermehren. Die Pflanzen locken die Bienen mit wunderschön farbigen Blüten oder einem angenehmen Geruch an. Dadurch wissen die Bienen: ,Aha, dort gibt es für mich den Nektar. Von dem leckeren Saft kann ich mich ernähren.‘ Wenn die Bienen den Nektar einsammeln, bleiben winzige Pollen an ihnen hängen. Das ist so eine Art Staub. Deshalb heißt das wohl Bestäuben. Fliegen sie zur nächsten Blüte, bleiben die Pollen dort hängen. Sie treffen dort mit anderen Körnchen zusammen. Jetzt ist die Pflanze befruchtet. Die Pflanze kann Samen herstellen. Die verteilt sie und es können neue Pflanzen wachsen. Deshalb sind die Bienen so wichtig.“

Da war ich aber sehr überrascht: „So, dann sorgen die Bienen dafür, dass so viele wunderschöne Blumen blühen können? Das ist aber nett von ihnen. Man muss also nur aufpassen, dass man ihnen keine Angst macht. Dann stechen sie auch nicht.“

So, jetzt habe ich wirklich keine Angst mehr vor den Bienen. Ich habe mir sogar in Frickenhausen die Nisthilfen angeschaut. Man muss eben gut aufpassen – wie so oft im Leben! Eure Paula

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