Paulas Nachrichten

Paula fürchtet die 13 und den Freitag nicht

14.12.2019 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Was ist eigentlich Aberglaube?

Hallo, liebe Kinder,

Freitag watschele ich eigentlich immer gerne in die Redaktion zu meinem Freund Andreas. Wir wollen da doch immer den Brief an euch, liebe Kinder, schreiben. Das macht mir sehr viel Spaß. Deshalb watschele ich eigentlich immer sehr schnell in die Redaktion.

Gestern war das anders. Es war ganz blödes Wetter. Es hat geregnet. Und gar nicht geschneit. Und es war nicht richtig warm und auch nicht richtig kalt. Das mag ich überhaupt nicht.

Ich bin also später in die Redaktion gekommen und auch etwas langsamer auf den Andreas zugewatschelt als sonst. Deshalb hat er gesagt: „Ach, kommst du auch noch mal in die Arbeit?“

„Ja, klar“, habe ich geantwortet. Ich habe mit meinen runden Entenäuglein zum Fenster hinausgeschielt und noch gesagt: „Aber am liebsten wäre ich heute gar nicht raus.“

Der Andreas hat komisch gegrinst und gesagt: „Ah so, du wirst doch nicht ein Paraskavedekatriaphobiker sein, oder!“

„Ein was? Ein Paradiesbeklopptiger? Ich bin doch nicht bekloppt! Und auch nicht paradiesbekloppt! Mir hat nur das Wetter nicht gepasst! Wart nur, dir gebe ich gleich Parabekloppte!“

Ich wollte den Andreas schon so ein bisschen mit meinem orangenen Zeitungsentenschnäbelchen in den Hintern kneifen. Nicht arg. Eher so als Zeichen. Damit er mich nicht so ärgert. Aber er hat gelacht, die Hände zum Schutz vor sich gehalten und gemeint: „He! He! Nicht gleich zuschnappen! Das ist doch gar keine Beleidigung! Ich kann dir das erklären. Das komische Wort heißt ja nicht Parabeklopptiger, sondern Paraskavedekatriaphobiker! Das kommt von drei griechischen Wörtern. Also ,Paraskave‘ steht einfach für ,Freitag‘. ,Dekatria‘ steht für die Zahl ,13‘. Und ,Phobie‘ steht für ,Angst‘. Also haben die Leute vor Freitag, dem 13., Angst. Und heute ist ja Freitag, der 13. Dezember.“

Ich bin dann mal zum Kalender gewatschelt. „Na gut, heute ist Freitag, der 13.“, habe ich gesagt, „aber der Tag sieht wie jeder andere auch aus. Warum soll man vor dem Angst haben?“

„Na ja“, hat der Andreas geantwortet, „manche Menschen sind halt abergläubisch.“

„Ah, abergläubisch. Aber an was glauben die dann?“, habe ich gefragt.

„Manche glauben eben, dass der Freitag, der 13. ein gefährlicher Tag ist. Aberglaube heißt einfach: Man glaubt an die Kraft von jemanden oder etwas, die es gar nicht gibt. Das ist auch mit den Glücksbringern so. Schau mal: Ich habe so eine kleine Figur von dir im Auto. Die soll mir Glück bringen. Aber wie soll das denn gehen?“

„Na ja“, habe ich gesagt und überlegt. Aber mir ist nichts eingefallen.

„Ich trage auch oft einen Armreif aus Amerika. Der erinnert mich an den schönen Urlaub und wie gut es mir da ging. Und dann habe ich das Gefühl: Der bringt mir Glück oder er gibt mir Kraft. Oder weißt du, warum die Menschen beim Trinken mit den Gläsern anstoßen? Vor langer, langer Zeit haben die das schon gemacht. Da haben sie noch an böse Geister geglaubt. Und das Klirren der Gläser sollte die Geister verjagen.“

Ich habe wieder nur „Na ja“ gesagt. Aber dann habe ich gefragt: „Da glaubt man ja immer an was Gutes. Aber dass man am Freitag, dem 13., nicht aus dem Haus geht . . .“

„Ja, das ist echt doof. Manche sagen: Die 13 bringt schon alleine Unglück. Weil die Zahl zum Teufel gehört. Und früher haben manche Christen auch gesagt: Am Freitag ist Jesus gestorben. Und wenn dann die 13 mit dem Freitag zusammentrifft . . .“

„. . . dann ist das besonders schlimm, glauben manche“, habe ich dazwischengeschnattert. „Vielleicht müsste man denen dann auch schöne 13- und Freitagssachen zeigen!“

„Gute Idee, Paula“, hat der Andreas gesagt. „Da fallen mir schon ein paar Sachen ein. Am Freitag, dem 13., passieren nicht mehr Unfälle als sonst. Und in manchen Ländern ist der Freitag, der 13., gar kein Unglückstag. Und für mich auch nicht. Denn meine Eltern haben sich an einem Freitag, dem 13., kennengelernt. Dann ist das ja eher mein Glückstag. Denn ohne den Tag würde es mich ja gar nicht geben.“

Da musste ich kurz überlegen. Und dann habe ich gemeint: „Dann ist das wirklich auch mein Glückstag. Denn ich mag dich ja sehr. Und in Zukunft werde ich am Freitag, dem 13., auch bei gaaaanz schlechtem Wetter gleich morgens lustig loswatscheln!“ Eure Paula

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