Paulas Nachrichten

Paula fühlt sich wie der Fahrradkönig

01.02.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Seit wann feiert man Geburtstage?

Hallo, liebe Kinder,

gestern bin ich in die Redaktion gewatschelt. Ich wollte unbedingt den Andreas treffen. Denn immer so ungefähr in der letzten Januarwoche werde ich ein bisschen nervös. Irgendwann da habe ich nämlich Geburtstag. Zum Glück war er da. Wir haben uns begrüßt und dann habe ich gesagt: „Du, äh, gell, äh, du weißt schon ... Demnächst ist ein ganz besonderer Tag. Das weißt du, oder ?“

Der Andreas hat mich in den Arm genommen und gemeint: „Klaro, liebe Paula! Dein Geburtstag! Zu dieser Zeit bist du zum ersten Mal in der Zeitung erschienen. Wann du aus dem Zeitungsentenei geschlüpft bist, weiß ich nicht genau. Deshalb feiern wir ja immer so ungefähr zu der Zeit.“

„Genau“, habe ich gemeint, „das stimmt. Aber du solltest das halt nicht vergessen.“

„Ja, ja“, hat der Andreas geantwortet, „ich kann mich da aber an etwas ganz anderes erinnern. Da hattest du deinen Geburtstag vergessen. Und ich habe dich daran erinnert und damit überrascht.“

Daran konnte ich mich auch erinnern. „Ja“, habe ich gesagt, und dabei bin ich ein bisschen rot geworden. Dann habe ich ein bisschen traurig weitererzählt: „Zum Glück wissen wir das mit meinem ersten Zeitungsartikel. Das war ja zu unserem Kindergarten-Projekt. Sonst wüsste man gar nix zu meinem Geburtstag ...“

„Ach“, habe ich gesagt, „das musst du gar nicht so traurig sagen. Früher – also so richtig, richtig lange her – wusste keiner seinen Geburtstag. Da wurde nur der Geburtstag des Pharaos gefeiert.“

„Fahrrad-o? Äh, Fahrrad-was?“, habe ich geschnattert.

„Oh, Paula, nix mit Fahrrad“, hat der Andreas geschnattert, äh, geschimpft. „P-h-a-r-a-o. So hießen die Könige von Ägypten. Vor ein paar tausend Jahren. Wir wissen: Die alten Ägypter haben nur den Geburtstag von ihrem König gefeiert.“

„He, das finde ich ja fies von dem Fahrradkönig. Und was war mit den anderen?“, habe ich gefragt.

„Na ja“, hat der Andreas erklärt, „der König war für die Ägypter eigentlich sogar ein Gott. Na ja, und von den einfachen Menschen  hat man damals gar nicht das Geburtsdatum aufgeschrieben.“

„Ach so“, habe ich überlegt, „und wie war das mit deinen alten Römern? Die waren doch immer so superschlau und haben in ihrer Sprache immer ein Wort für alles gehabt.“

„Du bist superschlau, Paula! Viel superschlauer als die alten Römer“, hat der Andreas lächelnd gemeint. „Die haben nämlich dann wirklich die Geburtstage von allen Männern aufgeschrieben. Aber eigentlich nicht für die Geburtstagsfeier. So konnten sie nämlich rechtzeitig von ihnen Steuern kassieren oder sie zu den Soldaten holen. Dazu mussten sie wissen, wie alt sie sind.“

„Oh je“, habe ich gesagt, „da hätte ich als römische Zeitungsente gerne auf eine Geburtstagsparty verzichtet. Haben die dann gar keinen Geburtstag gefeiert?“

„Doch, schon“, hat der Andreas geantwortet. „Aber nur die Reichen und Mächtigen wurden richtig groß gefeiert. Und die bekamen Geschenke. Denn die Menschen wollten sich bei ihnen einschmeicheln. Ansonsten wurde eher jeweils der Schutzgott gefeiert. Das war lange so. Auch nach dem alten Rom. Bis in die Ritterzeit hinein haben die Christen lieber die Namenstage gefeiert. Das war dann der Bezug zu ihren Heiligen. Erst später hat man jeden Einzelnen so richtig persönlich gefeiert. Das hatte auch mit einer anderen Sache zu tun: Ganz früher war der Einzelne nämlich nicht so wichtig. Man war halt irgendein Bauer. Oder irgendein Arbeiter. Aber dann wurden auch die einzelnen Menschen immer selbstbewusster. Und so feiern wir jetzt an unseren Geburtstagen uns selbst. Und morgen, am Samstag, feiern wir dich. Übe schon mal gut, Paula, denn morgen musst du 13 Kerzen auf einmal ausblasen. Denn du bist jetzt schon 13 Jahre alt.“

„Oh, das mache ich! Aber vielleicht nehme ich mir für so viel Kerzen ein bisschen mehr Zeit“, habe ich gemeint.

„Nein, nein“, hat der Andreas gesagt: “Nach dem Brauch musst du die Kerzen auf einmal ausblasen. Und du musst dir dabei einen Wunsch denken. Aber nix davon verraten. Das haben die in der Ritterzeit schon gemacht. Mit dem Rauch sollte nämlich der Wunsch zum Himmel hochsteigen.“

Das mache ich natürlich, liebe Kinder! Auch wenn ich kein ägyptischer Fahrradkönig bin. Denn heute habe ich Geburtstag! Eure Paula

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