Paulas Nachrichten

Paula freut sich über die Nachwuchreporter

29.03.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich durch die Stadt gewatschelt. In der Fußgängerzone bin ich ganz vielen Kindern begegnet. Die sind alle in dieselbe Richtung gegangen. Da war ich natürlich gleich neugierig. Das muss ich auch sein als Zeitungsente. Das hat mir der Andreas erklärt. Er hat mal gesagt: „Paula, ein Reporter muss immer neugierig sein!“

Ich dachte mir: Eigentlich sollte ich das gleich dem Andreas sagen. Deshalb wollte ich sofort zu ihm watscheln. Aber in dem Moment ist er mir schon entgegengekommen. „He, Paula, willst du auch auf die Bank?“, hat er gerufen.

„Auf die Bank? Nein, ich muss mich noch nicht ausruhen. Ich bin noch nicht so lange unterwegs“, habe ich gemeint.

Der Andreas musste lachen. Er hat gesagt: „Ausruhen? Ach so, du meinst eine Bank zum Hinsetzen. Ich meine aber eine Bank, die das Geld verwaltet.“

Dann mussten wir beide lachen. „Das kann man aber schon verwechseln, die Bank und die Bank“, habe ich gemeint. Und dann habe ich den Andreas ganz groß angeguckt. Er hat mir die Frage aus meinen Entenäuglein gelesen und gemeint: „Du willst wissen, warum eine Geld-Bank wie eine Sitz-Bank auch Bank heißt? Also: Das Wort ,Bank‘ für die Bank mit dem Geld kommt aus dem Italienischen. Das italienische Wort ,banco‘ heißt da eigentlich ,Tisch‘. Gemeint ist damit der Tisch der Geldwechsler. Die gab es schon vor sehr, sehr langer Zeit. Früher gab es nämlich viele verschiedene Münzen. Jedes Land, jede Stadt hatte eigene Münzen. Oft wollte jemand natürlich in einer fremden Stadt etwas kaufen. Dann musste er seine mitgebrachten Münzen gegen die Münzen der Stadt tauschen. Aber die Münzen waren mal mit mehr Gold oder Silber und mal mit weniger gemacht. Das musste ein Geldwechsler wissen. Und dann konnte er die Münzen richtig tauschen. Der saß also meistens an einem Tisch. Und von so einem Tisch, so einem italienischen ,banco‘, kommt unser Wort ,Bank‘.“

Das habe ich schon verstanden. Aber eine Frage hatte ich noch: „Aber warum heißen dann unsere Banken nicht einfach Tisch? Warum haben wir dann das Wort der Italiener genommen?“

Der Andreas hat mich kurz wie ein Auto angeguckt. Dann hat er aber gesagt: „Äh, gut, äh, das ist eigentlich eine gute Frage. Im Mittelalter, also zur Ritterzeit, gab es die meisten Geldwechsler in Italien. Da gab es nämlich viele mächtige Städte. Die haben alle ihre eigenen Münzen gehabt. Und die Menschen aus diesen reichen, großen Städten haben sich gegenseitig viel verkauft. Also mussten sie auch oft ihr Geld umtauschen. Sie haben aber auch noch viel in den Rest Europas verkauft. Und so sind auch ihre Worte im Rest der Welt verteilt worden.“

Das hat mir gefallen. Eine Frage ist aber noch in meinem wunderschönen, orangenen Schnabel gesteckt. Der Andreas hat das gemerkt. Aber er hat gesagt: „Du, Paula, ich möchte mit den Kindern jetzt rein. Wir müssen pünktlich sein. Komm einfach mit!“

Ich habe geantwortet: „In Ordnung. Gehen wir rein in den Tisch, äh, in die Bank.“

Der Andreas musste über meinen Witz sogar kurz lachen. Auf dem Weg nach drinnen konnte ich dann doch meine Frage loswerden. Ich habe gesagt: „Was machen eigentlich all die Kinder da drinnen? Wollen die ihr Geld tauschen?“ Die Frage war natürlich nicht ganz ernst gemeint. Der Andreas hat das gewusst. Aber er hat mir trotzdem geantwortet: „Tja, Paula, die machen eigentlich dasselbe wie du: Sie stellen viele, viele Fragen. Die machen nämlich bei unserem Projekt ,Zeitung in der Grundschule‘ mit. Die gehen zu einer Kinderpressekonferenz. Da können schlaue Typen ihre Fragen stellen. Heute geht es um die Moneten. Deshalb machen wir das auch in der Bank.“

„Moneten?“, habe ich mir überlegt, „Was soll denn das schon wieder sein?“. Ich konnte aber den Andreas nicht schon wieder fragen. Wir mussten ja rein. In die Bank. Ich habe mir einen guten Platz gesucht. Von dort konnte ich alles und alle gut beobachten. Da waren ein Schriftsteller und der Chef von der Bank. Die haben die vielen, vielen Fragen der Kinder beantwortet. Und stellt euch vor: Die Kinder haben auch nach dem Wort Moneten gefragt! Der Schriftsteller und der Bank-Chef haben das auch ganz gut erklärt. Das Wort Moneten bedeutet eigentlich Geld. Das kommt vom alten Römerwort ,monetas‘. Das war vor langer, langer Zeit ein Beinamen der Römergöttin Juno.

Dann sind wir alle wieder gegangen. Die Kinder mussten zum Bus. Ich habe zum Andreas gesagt: „Du, war die Juno so reich oder warum sagen wir zu Geld auch Moneten?“

Der Andreas hat geantwortet: „Na ja, ,moneta‘ heißt so viel wie ,die Mahnerin‘. Die haben die Juno so genannt. Sie haben nämlich geglaubt, die guckt danach, dass die alle brav sind. Und in oder direkt neben einem Tempel für die Juno wurden damals Münzen hergestellt. So kam es zu dem Namen.“

Damit war ich zufrieden. Und ich habe mich gefreut, dass auch die Kinder so tolle Fragen gestellt haben. Denn eine Zeitungsente alleine kann ja nicht alle Fragen stellen! Eure Paula

Paulas Nachrichten

Was unsere Gefühle steuert

Chemische Stoffe in unserem Körper spielen eine große Rolle

Immer glücklich, munter und gut drauf sein. Das wünscht sich doch jeder. Wie wir uns fühlen, wird vor allem durch Abläufe in unserem Gehirn gesteuert. Dabei spielen zwei chemische Stoffe eine…

Weiterlesen

Weitere Nachrichten von Paula Alle Nachrichten