Paulas Nachrichten

Paula freut sich über die Frauenblumen

09.03.2019 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

gestern bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Mir ist gleich etwas aufgefallen: Auf vielen Schreibtisch standen hübsche Blumen herum. Aber nicht auf allen. Zum Beispiel auf dem Schreibtisch vom Andreas. Deshalb habe ich ihn angeschnattert: „He, warum hast du denn keine Blumen bekommen? Warst du nicht brav und fleißig?“

Der Andreas hat mich komisch angeguckt. Er hat dabei eine Augenbraue weit nach oben gezogen. Dann hat er gesagt: „Aber Paula! So ein Quatsch! Natürlich bin ich immer brav und fleißig. Aber ich bin eben keine Frau!“

„Na“, habe ich gemeint, „das ist ja jetzt nichts Neues! Und deshalb bekommst du keine Blumen?“

Der Andreas hat weiter komisch geguckt. Er hat wohl ein bisschen überlegt. Dann hat er gesagt: „Na ja, Paula. Es haben alle Männer kleine Blumen bekommen. Und alle Frauen hier bei der Zeitung haben von unseren Chefs Blumen bekommen. Ich glaube, dass musst du ein bisschen anders sehen. Es ist nicht einfach so: Die Frauen bekommen Blumen und die Männer nicht. Denn die Frauen bekommen heute aus einem ganz besonderen Grund Blumen.“

„So“, habe ich überlegt und gesagt, „haben die heute alle Geburtstag?“

„Hä?“, hat der Andreas gemeint, „alle am selben Tag? Nee, nee. Das wäre ja ein riesiger Zufall. Nee, nee. Heute ist einfach Weltfrauentag.“

Jetzt habe ich den Andreas mal ganz groß angeguckt. Genau, liebe Kinder, ich habe geguckt wie ein riesengroßes Auto. Wie ein Lastwagen. Dann habe ich gesagt: „Wieso gibt es denn einen Frauentag?“

„Na ja“, hat der Andreas gemeint, „ich kann dir das erklären, Paula. Also: Vor dem Ersten Weltkrieg, also vor über 100 Jahren, haben die Frauen für ihre Gleichberechtigung gekämpft. Sie wollten die gleichen Rechte wie die Männer.“

Jetzt habe ich den Andreas mit noch größeren Augen angeguckt. Ich habe geschnattert: „Was? Hatten die denn früher nicht die gleichen Rechte?“

„Nein, Paula“, hat der Andreas geantwortet, „hatten sie nicht. Stell dir mal vor: Die durften zum Beispiel nicht wählen. Dafür haben sie am Anfang auch hauptsächlich gekämpft. Erst nach dem Ersten Weltkrieg dann durften Frauen wählen. Das ist jetzt seit 101 Jahren.“

„Ach“, habe ich gemeint, „warum gibt es den Frauentag dann noch immer? Jetzt dürfen sie doch wählen.“

„Tja, Paula“, hat der Andreas gemeint, „aber die Frauen mussten noch lange für ihre Gleichberechtigung kämpfen. Lange Zeit waren immer nur die Männer die Chefs. Das ist zwar heute anders. Aber Frauen haben es oft auch noch schwerer. Manchmal bekommen sie für dieselbe Arbeit weniger Geld als ein Mann. Oder sie haben es schwer, wenn sie Mutter werden und arbeiten wollen. Aber es ist schon viel besser geworden hier bei uns in Deutschland.“

„Ja“, habe ich gemeint, „zum Glück! Und in den anderen Ländern?“

„Das ist eine gute Frage, Paula“, hat mich der Andreas gelobt, „in vielen anderen Ländern außerhalb Europas haben Frauen manchmal noch gar nicht die gleichen Rechte. In manchen Ländern in Afrika. Oder in Asien. Da muss man schon noch kämpfen. Deshalb ist der Frauentag in manchen Ländern sogar ein richtiger Feiertag!“

„Echt?“, habe ich gefragt, „dann muss dort niemand arbeiten?“

„Nicht überall“, hat der Andreas geantwortet, „in China zum Beispiel gilt der Feiertag nur für die Frauen.“

„Ha“, habe ich gemeint, „dann lass uns nach China gehen. Dann musst du arbeiten und ich nicht! Ich bin ja auch ein Mädel!“

„Klar“, hat der Andreas gesagt, „nur könnten wir dort schlecht Zeitungsartikel schreiben. Oder kannst du Chinesisch?“

„Äh, gut, äh“, habe ich gestottert, „eigentlich nicht.“

„Na also“, hat der Andreas gemeint, „wir können aber auch nach Berlin gehen. Da ist der Weltfrauentag in diesem Jahr zum ersten Mal Feiertag für Männer und Frauen. Da müssen wir beide nicht arbeiten.“

„Ah so“, habe ich überlegt, „aber wir sind Journalisten. Wir arbeiten ja oft auch an Feiertagen. Dann lass uns doch lieber hierbleiben. Dann bekomme ich halt nichts mit vom Frauenmädchenzeitungsententag.“

Ich habe wohl ein bisschen traurig geguckt. Der Andreas hat das gemerkt. Er hat mich in den Arm genommen und gemeint: „Aber Paula! Das stimmt ja auch. Dir geht’s ja auch gut hier. Und schau mal: Unsere Chefs haben auch für dich eine Blume geschickt.“

Dann hat er mir eine schöne Blume gegeben. Die war eigentlich weiß. Aber sie hatte auch ein bisschen orangene Farbe – wie ein Schnabel und meine Füße. Darüber habe ich mich sehr gefreut! Eure Paula

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