Paulas Nachrichten

Paula freut sich über den Schnee

19.01.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

endlich ist der Winter da! Das wäre ja beinahe gar nichts mehr geworden in diesem Jahr! Am Donnerstag bin ich durch die herrlich kalte Luft zum Andreas gewatschelt. Es hat so richtig nach Schnee gerochen! Dann kam ich in die Straße. Da gab’s schon ein großes Geschrei. Der Sohn vom Andreas und seine Kumpel haben sich gegenseitig mit Schneebällen beworfen. Das fand ich witzig. Ich habe natürlich gleich mitgemacht.

Aber irgendwie hat das nicht so richtig geklappt. Meine Schneebälle sind immer auseinandergefallen. Ich habe zwar mit meinen Handschuhen ganz stark gedrückt. Aber das hat nichts geholfen. Der Sohn vom Andreas und seine Kumpels haben mich ausgelacht.

Zum Glück ist der Andreas gekommen. Ich bin mit ihm reingegangen. Die Jungs sind noch draußen geblieben. Ich habe ein bisschen traurig geschaut. Denn die Schneebälle von denen flogen im hohen Bogen vor dem Fenster herum. Nach links und nach rechts. Nach rechts und nach links.

„He, Paula, was guckst du denn so? Magst du keine Schneeballschlachten?“, hat der Andreas gefragt.

Ich habe nur „Schlachten“ verstanden. Und das fand ich voll komisch. „Schlachten? Wer wird geschlachtet? Das mag ich gar nicht als Ente!“, habe ich geschnattert.

Der Andreas hat gelacht und geantwortet: „Aber Paula! Du wirst doch hier nicht geschlachtet! Hier wird natürlich niemand geschlachtet! ,Schlacht‘ ist ein Ausdruck für einen Kampf. Eigentlich heißt das nur so, wenn zwei große Heere, also viele Soldaten, aufeinander losgehen. Da geht es dann aber auch um Leben und Tod. Und daher kommt auch das Wort ,Schlacht‘. Früher, noch vor der Zeit der Ritter, hieß ,slahta‘ einfach ,töten‘.“

„Oh“, habe ich gemeint, „das ist ja echt ein böses Wort. Dann verstehe ich auch, warum man heute noch ,schlachten‘ sagt. Da tötet man ja auch die armen Tiere.“

Der Andreas hat mir recht gegeben. „Aber bei so einer Schneeballschlacht bleiben ja zum Glück alle heile“, habe ich dann noch dazu gesagt.

Der Andreas hat wieder gemeint: „Da hast du recht, Paula. Das sagt man eben nur so. Bei so einer Schneeballschlacht bewirft man sich ja nur zum Spaß mit Schneebällen.“

Ich habe gleich wieder traurig geguckt. Denn mir hat das ja gar nicht so viel Spaß gemacht. Das habe ich dem Andreas erklärt: „Na ja, es soll ja Spaß machen. Für mich war das aber nicht so spaßig. Meine Schneebälle sind in der Luft immer gleich auseinandergefallen. Das ist richtig blöd!“

Der Andreas hat gelächelt. „Tja, Paula, das habe ich schon gesehen. So ist das eben, wenn man Angst vor der Kälte hat.“

Das habe ich nicht verstanden. „Hä? Was hat das denn damit zu tun?“, wollte ich wissen.

„Du hast doch bestimmt Handschuhe angehabt bei der Schneeballschlacht?“, hat mich der Andreas gefragt.

„Ja“, habe ich geantwortet. „Sonst werden doch meine Hände ganz kalt.“

„Genau das ist es doch, Paula“, hat der Andreas gemeint. „Ich erkläre dir das. Mit bloßen Händen kann man viel festere Schneebälle formen. Die Hände geben ihre Wärme an den Schnee ab. Dadurch schmilzt der Schnee von deinem späteren Schneeball außen herum ein bisschen. Gleich darauf friert der Schnee wieder. Denn die Luft und der Schnee innen sind kalt. So wird der Ball fester. Die Handschuhe sollen ja deine Hände gegen die kalte Luft schützen. Deshalb geben sie auch nicht so viel Wärme ab wie deine bloßen Hände. Da kannst du nur mehr drücken. Der Ball wird von dem Druck nicht fester.“

Jetzt musste ich grinsen. „Das ist toll“, habe ich gesagt. „Lass’ uns gleich nach draußen gehen! Ohne Handschuhe!“

Der Andreas hat mit dem Kopf genickt und gemeint: „Du musst aber aufpassen. Nicht auf den Kopf und das Gesicht werfen!“

Das habe ich schon gar nicht mehr gehört. Ich habe mich in die wilde Schlacht geworfen. Der Andreas kam hinterher. Matsch, patsch, peng! Treffer! Oh, schade, knapp daneben. Peng! Ätsch! Das war eine tolle Schlacht! Krach! „Autsch“, musste ich plötzlich ganz laut rufen. Ich war am Kopf getroffen. Deshalb habe ich gleich mit dem Werfen aufgehört. Immer mehr Bälle haben mich jetzt getroffen. Der Andreas hat das aber gemerkt und ist gleich zu mir gekommen. „Au!“, hat er plötzlich auch gerufen. Ich habe ihn angeschaut. Ein dicker, fetter Schneeball ist auf seiner Brille geklebt und ganz langsam geschmolzen. Jetzt war er richtig sauer. Er hat mit den Jungs geschimpft. Die haben dann auch aufgehört zu werfen. „Äh, ich war’s gar nicht!“, hat einer von ihnen gestottert.

Der Andreas hat dazu gemeint: „Das ist doch völlig egal! Ihr müsst alle aufpassen. Ohne die Brille wäre der Ball voll in mein Auge gegangen. Und wenn’s ein bisschen stärker gewesen wäre, wäre meine Brille jetzt kaputt. Aber jetzt müssen wir erst einmal nach der Paula schauen!“

Ich habe aber gleich Entwarnung gegeben. Der Ball hat mich an meinem runden Köpfchen über dem Auge getroffen. „Glück gehabt“, hat der Andreas gesagt.

Da hat er recht. Daran sieht man ganz klar: Man muss bei einer Schneeballschlacht auf ein paar Dinge achten. Man darf nicht ins Gesicht und auf den Kopf werfen. Man darf keine Eisstücke nehmen. Und auch kein Dreck und keine Steine dürfen in den Schneebällen sein. Dann kann man richtig Spaß haben. Eure Paula

Paulas Nachrichten

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