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Paula freut sich für die kleinen Enten

29.06.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

am Montag bin ich zum Andreas in die Redaktion gekommen. Es hat ganz arg geregnet. Der Andreas wollte mit seinem Kollegen, dem Fotografen, gerade wegfahren.

„He, wo wollt ihr denn hin bei dem Wetter? Lass’ uns doch lieber in der Redaktion bleiben!“, habe ich gesagt.

„Nein, nein, Paula“, hat der Andreas gelacht. „Wir müssen los. Wir haben eine Verabredung zum Baden.“

„Was? Bei dem Wetter? Ausgerechnet du? Du bist doch gar nicht so ein Wasser-Fan!“, habe ich geschnattert.

„Na, jetzt reg dich mal nicht so auf“, hat der Andreas gemeint. „Wir wollen eigentlich nur jemandem beim Baden zugucken. Komm einfach mit und lass dich überraschen!“

Das habe ich dann gemacht. Wir sind gar nicht ins Freibad gefahren, sondern an den Neckar. Dorthin, wo die kleine Steinach in den großen Neckar mündet. Da waren schon viele meiner Entenkumpels. Die haben sich weder vom Regen noch von uns beim Baden stören lassen.

Plötzlich kamen ein paar Menschen mit einem großen Pappkarton. Den einen von den Menschen habe ich gekannt. Ich habe auf die Schachtel geguckt. Die hat sich manchmal richtig komisch bewegt. Dann habe ich es verstanden: Das war der Mann, der sich um die kleinen Enten kümmert. Könnt ihr euch noch erinnern? Vor beinahe acht Wochen hat die Feuerwehr die kleinen Entenkinder aus einem Kanalschacht mitten in der Stadt geholt. Ihre Mutter war leider weg. Dann hat die Feuerwehr sie zu einem Mann vom Geflügelzüchterverein gebracht. Dort habe ich sie vor ein paar Wochen besucht.

„Hallo“, habe ich zu dem Mann gesagt, „machen die Enten heute einen kleinen Badeausflug? Wird ihnen ihr Mini- Swimmingpool schon langsam zu klein?“

„Nein, Paula“, hat der nette Mann geantwortet, „die machen keinen Ausflug! Wir lassen sie heute für immer frei. Die sind jetzt alt genug.“

Das hat mich zuerst ein bisschen traurig gemacht. Der Andreas hat das gemerkt und gemeint: „Ach, Paula. Das ist doch ganz normal. Mit den Kindern ist es doch auch so: Man umsorgt sie und zieht sie groß – und dann gehen sie selber los. Aber da sollte man sich doch darüber freuen. Auch bei den Enten ist das so: Es ist doch schön, dass sie sich so weit entwickelt haben. Ihr Gefieder ist jetzt so weit, dass sie los können.“

Und tatsächlich: Kaum hatte der Mann den Karton aufgemacht, sind die Entlein schon losgerannt und ins Wasser gewatschelt. Das hat ihnen gefallen. Sie haben gleich mal den Kopf untergetaucht. Und sie sind schön brav zusammengeblieben. Die anderen Enten waren auch lieb. Aber dann ist so ein doofer Schwan aufgetaucht! Der hat die Kleinen angefaucht und nach ihnen geschnappt. Da habe ich habe geschnattert: „He, lass’ die Kleinen in Ruhe, du Grobian!“

Der Andreas und der Mann haben mich beruhigt: Der Schwan ist halt in der Gegend der Chef, und das will er den neuen Bewohnern eben mal zeigen. Das hat mich ein bisschen beruhigt. Ich werde aber vorsichtshalber wieder einmal an den Neckar schauen. Eure Paula

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