Paulas Nachrichten

Paula freut sich auf die schnellen Enten

12.05.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

letzte Woche habe ich den Andreas in der Stadt getroffen. Es war gerade Markt. Da kauft er auch immer etwas zum Essen ein. Also habe ich zu ihm gesagt: „He, hast du mir, äh, dir einen leckeren Salatkopf gekauft?“

Der Andreas hat gelacht. „Du denkst wirklich immer ans Essen! Ich kaufe schon noch einen Salat nachher. Du bekommst was ab davon. Aber gerade habe ich was anderes gekauft. Guck mal, da ist ein Bild von dir drauf!“

Das hat mich sehr gewundert. Deshalb habe ich geguckt wie ein großes Auto. „Hä? Du hast was gekauft mit einem Bild von mir drauf? Doch nicht etwa eine Zeitung? Ah, nein, ich weiß es! Du hast ein Buch von unseren gemeinsamen Abenteuern gekauft!“

„Gar nicht so schlecht, Sherlock!“

„Was?“, habe ich losgeschnattert. Eine gescherte Locke? Was soll das denn? Hör mal: Geschert werden Schafe! Die haben nämlich Fell. Aber doch keine Enten!“

„Stimmt“, hat der Andreas gesagt, „die Enten werden gerupft – bevor man sie isst!“

Da habe ich ihn natürlich ganz böse angeguckt und geschnattert: „Na warte, gleich zwicke ich dir mit meinem schönen Entenschnabel in den Hintern!“

„Ist ja schon gut, Paula“, hat der Andreas gesagt, „Zeitungsenten werden ja nicht gegessen. Und ich esse auch keine andere Enten, versprochen!“

„Trotzdem ist das komisch! Enten haben keine Locken. Die haben Federn! Was soll das dann mit der Scherlocke?“, habe ich gemeint.

Der Andreas hat mir dann geantwortet: „Also, ich habe ja nicht von einer Scherlocke gesprochen. Ich habe von einem ganz berühmten Detektiv gesprochen. Der schreibt sich S-h-e-r-l-o-c-k. Sein Nachname ist Holmes. Der hat in Büchern immer alles rausbekommen. Er hat immer kombiniert. Das heißt: Er hat die Tatsachen zusammengefügt wie ein Puzzle. Und so fand er die Lösung für jeden Kriminalfall. Jetzt hast du kombiniert wie Sherlock und eine Lösung für das Rätsel mit dem Einkauf mit deinem Bild darauf gefunden.“

„Tja“, habe ich gesagt, „ich bin eben eine ganz schlaue Detektiv-Reporter-Zeitungsente.“

„Ja, ja“, hat der Andreas gesagt, „manchmal. Aber nicht immer. In diesem Fall hast du toll kombiniert. Und deine Lösung klingt auch gut. Aber sie ist falsch.“

Ich habe ihn angeguckt wie ein . . . nein, Kinder, nicht wie ein Auto, wie ein riesengroßes Fragezeichen diesmal.

Dann hat der Andreas einen Zettel aus seinem Einkaufskorb geholt. Da war wirklich das Bild von einem süßen Entenkumpel drauf. Aber der war gelb. Und er hatte einen knallroten Schnabel. Der sah also gar nicht richtig aus wie ich. Deshalb habe ich natürlich aufgeregt geschnattert: „Was soll das denn wieder? Das bin doch gar nicht ich!“

Der Andreas hat ganz komisch geguckt. Er hat ganz übertrieben immer abwechselnd auf mich und auf das Bild von der gelben Ente geschaut. Dann hat er auch ganz übertrieben lieb und erstaunt gesagt: „Ach, stimmt ja, Paula! Du bist gar keine Rennente! Du bist eine Zeitungsente!“

„Rennente?“, habe ich geschnattert. Ich habe mich richtig gefreut. „Ah, du wolltest mich bloß ein bisschen veräppeln und mich mit einer Rennente überraschen! Danke für die Rennente, na, dann gib mal her! Die gewinnt bestimmt.“

Ich habe dem Andreas den Rennenten-Zettel weggenommen. Ich kenne nämlich die Geschichte mit den Rennenten. Da gibt es jedes Jahr in Nürtingen ein Rennen mit Enten auf dem Neckar. Das veranstalten immer zwei liebe Vereine. Für seine Rennente muss jeder drei Euro bezahlen. Das Geld kommt dann vielen Kindern zugute. Das sind vor allem Kinder, die das wirklich brauchen. Das finde ich so toll. Toll ist aber auch: Man kann beim Entenrennen tolle Preise gewinnen. Die haben andere liebe Menschen gespendet. Es sollen ja viele Lust zum Mitmachen haben.

Jetzt hat der Andreas auf jeden Fall geguckt wie ein großes Fragezeichen auf einem großen Auto. Ich habe gesagt: „Jetzt sei nicht traurig. Du hast mir das Entenrennen-Los doch bestimmt gerne geschenkt!“

„Äh, ja, äh, klar, natürlich, Paula“, hat der Andreas gestottert.

Und ich habe gemeint: „Gibt es denn jetzt keine Rennenten mehr zu kaufen? Dann kannst du dir ja auch noch eines kaufen. Vielleicht gewinnt ja eine unserer Enten!“

„Doch, ja, äh, klar“, hat der Andreas geantwortet. Er hat auch wieder ein bisschen gelächelt. „Es gibt auch heute noch Rennenten. Und zwar auf dem Markt in Nürtingen von 8 bis 13 Uhr. Und dann kann man auch unten am Ruderclub noch Rennenten kaufen. Und zwar von 9 Uhr bis eine Viertelstunde vor Rennbeginn. Das Rennen wird um 14 Uhr gestartet.“

Ihr solltet echt mitmachen, liebe Kinder. Aber nicht traurig sein, wenn meine Ente gewinnt. Eure Paula

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