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Paula freut sich auf den Maientag 2021

16.05.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Das große Fest fällt nicht zum ersten Mal aus

Hallo, liebe Kinder,

es ist schon eine Weile her. Ich war draußen auf der Terrasse. Die Sonne hat gerade gelacht. Da war so ein ganz besonderer Geruch nach Frühling und so in der Luft. Der Andreas kam und ich habe gesagt: „He, es ist Frühling! Da ist doch bald wieder unser toller Maientag!“

Ich habe den Andreas angeguckt. Er hat gar nicht gelächelt. Da war mir gleich alles klar. Ich habe nicht geschnattert, sondern ganz traurig-leise gemurmelt: „Oh, nee, der fällt aus wegen Corona, gell?“

Der Andreas hat immer noch ganz bedröppelt geguckt und geantwortet: „Da hast du leider total recht, liebe schlaue Zeitungsente!“

„Och nee“, habe ich gemeint. Aber dann habe ich kurz überlegt und gemeint: „Aber eigentlich ist das ja klar! Wir müssen eben jetzt vorsichtig sein! Damit sich nicht so viele Menschen anstecken. Auch wenn es jetzt ein bisschen besser geworden ist. Und beim Maientag wären ja wieder so viele Menschen und eine Zeitungsente gewesen! Ja, da müssen wir tapfer sein, gell!“

Ich habe das gesagt. Aber ich will ehrlich zu euch sein, liebe Kinder: So richtig tapfer war ich nicht. Ich hätte am liebsten ein, zwei, drei Tränchen vergossen. Aber der Andreas hat mich in den Arm genommen und gemeint: „Ja, das ist schon traurig. Aber es geht nicht anders. Komm, wir freuen uns einfach schon auf das nächste Jahr mit dem nächsten Maientag!“

„Na gut“, habe ich geantwortet, und ich war schon gar nicht mehr so traurig. Dann habe ich aber überlegt: „Hm, aber die Kinder werden bestimmt auch traurig sein! Können wir uns nicht etwas für sie einfallen lassen?“

„Du bist halt die Allerbeste, Paula“, hat der Andreas gemeint, „gut, dass du immer an die Kinder denkst!“

Wir haben uns dann viele Gedanken gemacht. Natürlich haben wir auch mit der Maientags-Mannschaft vom Nürtinger Rathaus telefoniert. Und zusammen haben wir dann eine tolle Idee gehabt: Mein großes Maientags-Gewinnspiel! Das seht ihr unten auf der Seite. Hoffentlich spielt ihr alle mit. Und als Andenken könnt ihr euch ja das Poster mit den . . ., – hm, ich verrate die Zahl nicht – mit den vielen, vielen Paulas ausschneiden und aufbewahren.

Damit war ich dann eine ganze Weile beschäftigt. Und ich war auch wieder ganz zufrieden und glücklich. Aber gestern, liebe Kinder, da bin ich schon noch mal traurig geworden – am Tag vor dem großen Umzugs- und Festwiesen-Rummeplatz-Samstag.

Ich habe zum Andreas gesagt: „Duuu, es ist aber trotzdem voll blöd. Jetzt fällt der große, große Maientag wegen den winzigen Viren zum ersten Mal aus!“

„Na ja“, hat der Andreas geantwortet, „du weißt doch: Kleine Viren können trotzdem eine große Krankheit verursachen. Ja, und der Maientag fällt nicht zum ersten Mal aus. Er wurde ja vor über 400 Jahren zum ersten Mal als Fest für die Schüler gefeiert. Man zog mit den Maien, das sind die grünen Baumstecken, vor die Stadt und freute sich über den Frühling. Ein paar Jahre später fiel das Fest dann ein paar Mal aus. Da wütete die Pest in Europa. Das war eine richtig schlimme Krankheit. Die wurde über Bakterien übertragen. An der sind ganz viele Menschen gestorben. Man konnte nichts tun. Zum Glück ist die Krankheit schon lange ausgerottet. Ja, und während der beiden großen Weltkriege fiel der Maientag auch aus. Da hatten die Leute auch wirklich ganz andere Sorgen. Da sind viele, viele Menschen gestorben.“

„Oh“, habe ich gemeint, „das hört sich ja richtig schlimm an. Da geht es uns ja jetzt trotz Corona viel besser!“

Der Andreas hat mir dann ein altes Buch mit der Geschichte des Maientags gegeben. Das war ganz interessant – mit alten Bildern und so.

Er hat mich angestrahlt und mir drei Plastikblumen geschenkt. Er hat gesagt: „Solche hätte ich dir sonst morgen an der Bude auf dem Rummel geholt! Willst du noch eine ganz persönliche Ersatz-Maientagsbrezel? Dann kannst du es dir auf dem grünen Sofa in unserem Zeitungsenten- und -redakteursbüro gemütlich machen!“

Ich habe geantwortet: „Hm, eine Brezel erinnert mich zu arg an den Maientag. Aber so ein Marmeladenbrötchen wäre toll!“

Der Andreas hat mir eines gebracht und ich habe gemütlich gelesen und gegessen – und freue mich auf den Maientag nächstes Jahr und auf eure Zuschriften zum Gewinnspiel! Eure Paula

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