Schwerpunkte

Paulas Nachrichten

Paula flattert lieber nicht in die Wolken

07.08.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Warum lassen die Wissenschaftler Ballone bis in die Gewitter und Hagelstürme aufsteigen?

Hallo, liebe Kinder,

am vergangenen Wochenende hatte ich eigentlich frei. Deshalb bin ich mal spazieren gewatschelt. Ich watschele auch oft gerne auf den Galgenberg. Dort hat man eine ganz tolle Aussicht auf das Neckartal und unsere Alb. Hach, da lacht mein Entenherz!

Außerdem schaue ich gerne bei den Alpakas vorbei. Das sind lustige und eigentlich ganz nette Tiere. Auch wenn man sich mit ihnen nicht unterhalten kann. Denn sprechen können sie ja nicht.

Dort in der Nähe steht ja seit einiger Zeit die Station von den Wetterfrö . . . äh, von den Wetterforschern. Die finde ich sehr spannend. Die sieht wichtig und geheimnisvoll aus. Die Forscher wollen damit den Hagel und die Gewitter untersuchen.

Also bin ich mal in die Richtung gewatschelt. Das war komisch. Denn dort ist normalerweise nichts los. Meistens sind da keine Wissenschaftler. Die lassen ihre Instrumente für sich arbeiten und schauen die Daten dann am Computer an. Puh, das ist richtig modern. Diesmal war das aber anders. Da waren einige Typen unterwegs.

Das hat mich natürlich neugierig gemacht. Denn ich bin ja eine Zeitungsreporter-Ente. Und als solche muss ich und will ich immer neugierig sein. Auch wenn ich mal frei habe. Plötzlich hat jemand meinen Namen gerufen. Ich habe mich umgedreht und unseren Kollegen Philip mit seiner Tochter Helena entdeckt.

Der hat zu mir gesagt: „Na, Paula, watschelst du auch zum Tag der offenen Tür?“

„Offene Tür?“, habe ich geschnattert, „hat man vergessen, die zu schließen? Und die Typen wollen die jetzt alle zumachen?“

Der Philip hat ein bisschen die Augenbraue hochgezogen wie der Andreas und gemeint: „Ah, jetzt verstehe ich den Andreas doch sehr gut . . .“

„Hä?“, habe ich geschnattert, „wie meinst du denn das?“

Der Philip hat dann ganz unbeteiligt getan und gesagt: „Och, gar nichts, Paula, äh, alles gut. Bei einem Tag der offenen Tür kann man sich eine Einrichtung oder sonst etwas Ähnliches angucken. Und man bekommt einiges gezeigt und erklärt. Deshalb nennt man das so. Ohne dass einer die Türe vergessen hat! Komm, lass und mal hingehen, äh, hinwatscheln.“

Das haben wir dann auch gemacht. Die Wissenschaftler haben gar nicht so richtig wie Wissenschaftler ausgesehen. Also, die hatten keine grauen Bärte und so. Und so seltsame weiße Kittel hatten sie auch nicht an. Wahrscheinlich ist das heute gar nicht mehr so.

Einer von denen hat der Helena gleich einen Ballon gegeben. „Pass auf, dass du nicht abhebst mit dem Ding! Der ist ja riesig. Und dann muss ich dir hinterherflattern und dich retten“, habe ich geschnattert.

Der Wissenschaftler hat gelacht und gesagt: „Da würdest du dich schwertun, Paula! Die Ballone fliegen viele Kilometer hoch. Bis in die Gewitterwolken!“

„Oh“, habe ich gemeint, „so hoch kann ich wirklich nicht flattern. Und ich glaube, dass will ich auch gar nicht. Das ist mir viel zu gefährlich!“

Der Wissenschaftler hat mich aber beruhigt: „Keine Angst, die Helena fliegt nicht davon. Die ist zu schwer.“

Dann hat er mir erklärt, dass man an die Ballone kleine, leichte Becher so groß wie Joghurtbecher mit elektronischen Messgeräten drin hinhängt. Wenn ein Gewitter droht, fahren die dort mit dem Auto hin und lassen solche Ballone mit den Geräten steigen. Die können dann die Temperatur dort oben messen. Sie messen auch, wie feucht die Luft ist und welchen Luftdruck es dort gibt. Auch den Wind messen sie. Alle vier Sekunden funken sie das zu den Wissenschaftlern. Denn das alles ist wichtig, wenn man Hagel und Gewitter verstehen will. Das hat mir der Andreas schon einmal erklärt.

Deshalb bin ich auch zum Andreas heimgewatschelt und habe ihm von meinem Erlebnis berichtet. Ich habe gesagt: „Und stell dir mal vor: Meistens landen die Bechergeräte wieder und die Forscher finden sie. Dann kann man sie wieder benützen!“

Der Andreas musste lachen. Er hat gesagt: „Na, Paula, dann hättest du ja doch mal mit dem Ballon zu den Wolken fliegen können! Das wäre bestimmt eine witzige Geschichte geworden.“

Ich wollte ihm mit dem Schnabel schon in den Popo kneifen. Aber er wollte nur einen Spaß machen. Hahaha. Ich bleibe ganz bestimmt hier unten. Eure Paula

Paulas Nachrichten