Paulas Nachrichten

Paula findet Mehrlinge lustig

22.05.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

vor einiger Zeit ging unser tolles Kindergartenprojekt zu Ende. Ich denke heute noch oft daran. Das tue ich sehr gerne. Denn ich, der Philip und der Andreas haben da sehr interessante Dinge erlebt. Oh, Entschuldigung! Der Satz von eben muss natürlich heißen: Der Philip, der Andreas und ich haben sehr interessante Dinge erlebt. Der Andreas erklärt mir nämlich immer: Nur Esel erwähnen sich in einem Satz zuerst. Höfliche Zeitungsenten und Menschen nennen immer zuerst die anderen. Na, dann will ich mal höflich sein!

Ein spannendes Abenteuer gab’s im Kindergarten in Altdorf zu erleben. Der Philip, das ist der Kollege von meinem Freund Andreas, hat mir nach seinem Besuch erzählt: „Das war lustig, Paula. Dort waren vier Geschwister.“

Ich habe mal einfach ein bisschen gelacht. Ich wollte ihn ja nicht enttäuschen. So lustig fand ich das aber gar nicht. Ich bin also gleich zum Andreas gewatschelt und habe ihm erzählt: „Der Philip hat in Altdorf im Kindergarten vier Geschwister getroffen. Aber was soll denn daran so toll sein?“

Der Andreas musste nur kurz überlegen„Aber das ist doch klar, Paula“, hat er gesagt. „Das waren bestimmt die Rebecca, der Alexander, der Matthias und der Christian.“

Na ja, das hat mir nun wirklich nicht richtig weitergeholfen. Natürlich hat mir der Andreas das angesehen. Er hat gelächelt und gemeint: „NZ-Leser wissen mehr!“

Das ist sein Lieblingsspruch. Das sagt er immer, wenn etwas schon einmal in der Zeitung gestanden ist. So lustig ist das aber gar nicht. Schließlich lese ich jeden Tag die Zeitung. Aber man kann doch nicht alles lesen! Oder, liebe Kinder? Manchmal ertappe ich den Andreas ja auch. Der liest nämlich auch nicht immer alles.

Der Andreas hat dann wieder ganz lieb geguckt und gemeint: „Also gut, Paula. Ich erkläre dir das. Die vier Geschwister in Altdorf sind nicht einfach nur Geschwister. Sonst wären ja welche von ihnen im Kindergarten. Und welche wären jünger und noch zu Hause. Oder welche wären älter und schon in der Schule. Die sind aber alle genau gleich alt. Sie sind zusammen auf die Welt gekommen. Bei einer Geburt. Sie sind Vierlinge. Das kommt nicht oft vor.“

„Verstehe“, habe ich geantwortet. „Das ist so etwas wie Zwillinge. Nur mit vier Kindern eben.“ Aber dann habe ich gezögert: „Aber warte mal, dann müssten die ja alle vier gleich aussehen. Aber du hast doch da auch ein Mädchen aufgezählt. Die kann doch nicht genauso aussehen wie ihre Brüder!“

Der Andreas hat mir recht gegeben: „Nein, Paula. Das geht natürlich nicht. Die vier sind sich nicht ähnlicher als Geschwister, die an ganz anderen Tagen zur Welt gekommen sind. So richtig ähnlich sehen sich nur eineiige Mehrlinge.“

„Eineiig? Hat das was mit Ostern zu tun?“, wollte ich wissen.

„Nein, du Osterhase“, hat der Andreas lachend geantwortet, „das hat nichts mit Ostern zu tun. Ich erkläre dir das. Also ein Kind entsteht so: Im Körper der Frau treffen sich eine winzige Samenzelle eines Mannes mit einer winzigen Eizelle der Frau. Die Samenzellen des Mannes sehen übrigens so aus wie minikleine Kaulquappen. Du weißt doch, das sind die Froschbabys. Die schwimmen also zu den Eizellen. Wenn die sich dann verschmelzen, nennt man das Befruchtung. Die befruchtete Eizelle teilt sich immer wieder. Bis ganz viele Zellen da sind. Aus denen entsteht dann das kleine Menschlein. Und jetzt kommt’s: Manchmal teilt sich diese befruchtete Eizelle gleich am ersten Tag ganz. Dann gibt’s zwei. Und die fangen dann an, sich immer wieder zu teilen. Dann gibt’s zwei Babys. Weil die dann aber aus einer Samenzelle und einer Eizelle kommen, sehen die Babys gleich aus.“

Das war sehr interessant. Aber ganz kapiert habe ich es nicht. Ich habe nachgefragt: „Gut. Und wie geht das dann mit den Mehrlingen, die sich nicht ähnlich sind?“

„Gute Frage“, hat der Andreas mich gelobt. „Das ist eigentlich ganz einfach: Manchmal wachsen im Körper der Frau mehrere verschiedene Eizellen zur gleichen Zeit. Die können dann von mehreren verschiedenen Samenzellen zur gleichen Zeit gefunden und befruchtet werden. Dann gibt es natürlich ganz verschiedene Babys. Die wachsen aber gemeinsam im Mutterleib heran und kommen zur gleichen Zeit auf die Welt.“

Das fand ich sehr interessant. Ich habe mir die Vierlinge im Kindergarten mal angeschaut. Zwei von ihnen haben mir ihr Spinnrad gezeigt. Aber es war schwer, sie zu finden. Ich habe zum Andreas gesagt: „Bei uns Zeitungsenten wäre das schwierig. Wir sehen uns ja immer ziemlich ähnlich aus. Aber einen eineiigen Zwilling von mir könnte man leicht finden. Auf dem müsste dann nämlich der gleiche Zeitungstext stehen wie auf mir!“

Der Andreas hat mit dem Kopf geschüttelt: „Na, das muss nicht so sein. Bei eineiigen Mehrlingen gibt es auch Unterschiede. Die Fingerabdrücke zum Beispiel sind anders. Und die Muttermale auch. Man müsste eben genau hingucken.“

Na gut, liebe Kinder, dann müsste man halt im Gefieder von meinem Zwilling ganz genau nachlesen! Eure Paula

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