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Paula findet keine Geschenke im Neckar

24.12.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Warum gibt es eigentlich Ebbe und Flut?

Hallo, liebe Kinder,

vor einiger Zeit bin ich mal aus der Stadt nach Hause gekommen. Der Andreas hat mich ganz freudig begrüßt. Er hat gesagt: „Na, Paula, warst du einkaufen? Das ist aber toll! Dann stelle ich mich auf eine richtige Geschenkeflut ein zu Weihnachten! Da freue ich mich aber!“

„Äh“, habe ich etwas gestottert, „eine Flut? Und da freust du dich darauf?“

„Oh, Paula“, hat der Andreas gemeckert wie eine Ziege und eine seiner Augenbrauen nach oben gezogen. „Ich habe doch nicht von einer normalen Flut gesprochen. Ich habe von einer Geschenkeflut gesprochen. Aber ich sehe dir das schon an: Das wird nichts. Bestimmt ist in deinem Entengeldbeutel wieder mal Ebbe. Und dann bekomme ich nichts von dir zu Weihnachten!“

Jetzt habe ich den Andreas angeguckt wie ein Auto. Wie ein großes Auto, ein Lastwagen. Ach was, wo wir doch gerade bei Ebbe und Flut sind: Ich habe eher wie ein Schiff geguckt. Das ist ja noch viel größer als ein Lastwagen.

Ich habe überlegt und gemeint: „Eine Geschenkeflut? Und die kommt dann am Neckarstrand an? Da sollte ich noch mal hingucken. Gell? Und was soll das mit der Ebbe? In meinem Geldbeutel? Aber da habe ich doch kein Wasser drin. Den nehme ich doch nie zum Baden mit! Ich bin doch nicht bescheuert!“

Jetzt hat mich der Andreas erst einmal ganz groß angeguckt. Er hat geguckt wie ein Riesenschiff. Wie so ein riesiger Öltanker! Dann hat er gelacht und losgeprustet: „Hahahaha, Paula! Du bist echt klasse! Wasser im Geldbeutel! Geschenke am Neckarstrand! Das wäre toll. Aber so ist das ja nicht gemeint. Ich erkläre dir das lieber gleich mal! Also: Bei einer Flut gibt es an den Meeresufern viel mehr Wasser. Das Wasser steigt ja. Und ich hoffe natürlich auf viele Geschenke von dir. Verstehst du, Paula? Viiiiiel Wasser – viiiiele Geschenke. Eine Flut. Deshalb sagt man das so.

Und mit der Ebbe ist es gerade andersherum. Du weißt doch: Nach der Flut kommt die Ebbe an den Stränden. Da geht das Wasser wieder zurück. Dann hat es da weniger Wasser. Verstehst du, Paula: Weeeeenig Wasser – weeeeenig Geld in deinem Geldbeutel. Sonst würdest du ja viele Geschenke für mich kaufen. Gell?“

„Ach so“, habe ich gemeint, „das ist wieder einmal nur so eine Menschen-Redensart. Dann werden die Geschenke natürlich gar nicht mit der Wasserflut am Neckar angeschwemmt. Na ja, wenigstens verschwindet dann auch mit der Ebbe nicht das Geld einfach aus meinem Geldbeutel. Das wäre ja auch blöd!“

„Da hast du recht“, hat der Andreas gemeint und ganz lieb gelächelt. „Aber das mit Ebbe und Flut funktioniert am Neckar sowieso nicht.“

„Was? Wieso das denn?“, habe ich dazwischengeschnattert, „ist unser lieber Neckar etwa kaputt?“

„Nein, nein, keine Angst“, hat mich der Andreas beruhigt. „Der Neckar ist nicht kaputt. Der ist ein Fluss. Und bei den Flüssen klappt das mit Ebbe und Flut nie. Übrigens geht das auch an den Seen nicht. Nicht einmal an so einem großen See wie dem Bodensee. Ebbe und Flut gibt es nur an den Meeren. Denn die sind viel, viel größer. Deshalb ist die Flut auch am Mittelmeer zwischen Spanien, Italien, Afrika und Griechenland und so nicht so stark. Bei den Weltmeeren wie dem Atlantik zwischen Europa und Amerika oder auch im riesigen Pazifik zwischen Asien und Amerika ist das viel stärker. Das liegt am Mond.“

Ich habe losgeschnattert: „Was? Am Mond? Regnet es von dem bei der Flut Wasser runter? Aber warum regnet das dann nur in die großen Meere und . . . “

„Halt, stopp, Paula“, hat mich der Andreas unterbrochen, „es regnet natürlich nicht vom Mond herunter! Das ist anders. Ich erkläre dir das.

Also: Wir werden ja von der Anziehungskraft der Erde auf ihr festgehalten. Also außer wenn du flatterst! Nein, nur Spaß! Und so eine Anziehungskraft hat der Mond auch. Und damit zieht er am Wasser. Jetzt dreht sich ja aber die Erde einmal am Tag um sich selbst. Dabei zieht der Mond das Wasser mal in die eine Richtung und mal in die andere. Das Wasser schwappt dann in den Meeren herum wie in einem sehr großen Eimer. So gibt es täglich zweimal Ebbe und zweimal Flut. Und je größer die Wassermenge, desto besser bemerkt man den Unterschied von Ebbe und Flut.“

„Ah ja“, habe ich gemeint, „das habe ich verstanden. Dann ist das mit den Geschenken so: Die Geschenke für dich ziehen am Geld in meinem Geldbeutel. Und je größer die sind, desto mehr Geld schwappt auch aus meinem Geldbeutel raus.“

Dann mussten wir lachen.

Der Andreas hat gemeint: „Ach, weißt du Paula, ich brauche gar keine großen Geschenke von dir! Hauptsache, wir haben uns an Weihnachten und auch sonst! Das ist doch ein tolles Geschenk!“

Das hat mich sehr gefreut. Mein wunderschönes Zeitungsgefieder ist sogar ein bisschen rot geworden. Dann ist mir aber noch etwas eingefallen und ich habe gemeint: „Tja, da hast du schon recht. Da geht es mir genauso. Aber über eines würde ich mich schon sehr freuen: Wenn viele Kinder bei meinem Adventskalender-Rätsel mitmachen. Da unten auf unserer Seite ist ja heute das letzte Rätsel. Und nach Weihnachten suchen wir dann die Gewinner!“ Eure Paula

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