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Paula findet das Erinnern gut

08.05.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Warum denkt man an mutige Menschen, die schon lange nicht mehr leben?

Hallo, liebe Kinder,

die Woche bin ich mal wieder zu meinem geliebten Neckar gewatschelt. Ich wollte ein bisschen spazieren. Sonst sitzen der Andreas und ich in unserem Heimbüro viel zu viel herum. Das ist nicht gesund. Bei uns hier am Neckar gibt es auch Schulen. Und da musste ich an einen ganz bestimmten Artikel denken. Den hatten wir vor einiger Zeit auf der Seite hier mit meinen Nachrichten für euch, liebe Kinder. Da ging es um Schulnamen. Manche Kinder haben mir dann auch von ihrer Schule und ihrem Namen berichtet. Das fand ich interessant.

Also bin ich hier an zwei Schulen vorbeigewatschelt. An der Tür zu der einen stand „Neckarrealschule“. Das war mir auch klar. Die liegt ja direkt am Neckar. An der anderen Tür direkt daneben stand „Geschwister-Scholl-Realschule“. Mit dem Namen konnte ich jetzt nicht gleich so viel anfangen.

Also bin ich nach Hause gewatschelt. Dort habe ich gleich mal den Andreas gefragt: „Du, warum heißt denn die Geschwister-Scholl-Realschule so?“

„Na ja“, hat der Andreas gemeint, „die wollen mit dem Namen eben an die Geschwister Scholl erinnern.“

„Aha“, habe ich gemeint und den Andreas mit meinen großen, runden Entenäuglein angeguckt. „Klingt logisch. Aber warum? Waren die Geschwister da mal Schüler und waren so richtig gut in der Schule?“

Der Andreas musste lächeln. Dann hat er geantwortet: „Nein, Paula. Das sind sie nicht. Die waren nicht von hier. Die Sophie und der Hans Scholl waren aber sehr mutige und aufrichtige Menschen. Schau mal, Paula. Wir haben für unsere Kinderseite einige spannende Artikel und Bilder über die Scholls von der Deutschen Presseagentur. Die könnten wir am Samstag bringen. Denn die Sophie hätte am Sonntag 100. Geburtstag.“

Der Andreas hat mir die Sachen am Computer gezeigt. Ich habe gleich geschnattert: „Ah ja, klar, na ja, 100 Jahre alt werden ja nicht so viele Menschen.“

„Ja“, hat der Andreas gemeint, „stimmt. Aber die Sophie hat noch viel, viel jünger sterben müssen. Die war 21!“

„Was? War die krank?“, habe ich losgeschnattert.

„Nein, Paula, die ist von den Nationalsozialisten ermordet worden. Ich erkläre dir das: Die Nationalsozialisten waren 13 Jahre lang die Chefs von Deutschland. Sie waren sehr böse. Sie haben den zweiten großen Krieg begonnen. Der ging übrigens am Samstag vor 76 Jahren zu Ende. Außerdem verfolgten sie viele Menschen, zum Beispiel die Juden. Sie verfolgten auch alle Deutschen, die gegen sie waren und das sagten. Die Sophie Scholl mit ihrem Bruder Hans und ein paar Freunden waren so mutige Menschen. Sie verteilten Blätter mit Texten gegen die Nazis an ihrer Universität, also ihrer Erwachsenenschule, in München. Guck mal, so sahen die ungefähr aus. Das ist ein Denkmal für sie dort.“

Der Andreas hat mir ein interessantes Bild gezeigt. „Ah“, habe ich ganz traurig gesagt, „und dabei haben sie sie erwischt und dann ermordet. Deshalb erinnert man sich an sie.“

„Ja“, hat der Andreas gemeint. „Deshalb denken Menschen in ganz Deutschland und nicht nur in München an sie. Obwohl heute das manche nicht mehr wollen. Die sagen: ,Das ist doch schon so lange her‘ oder ,Wir Deutschen heute können ja da nichts dafür‘.“

„Hm“, habe ich überlegt. „Ja. Aber ich finde das mit der Erinnerung an die mutigen Menschen trotzdem gut.“

„Da hast du natürlich recht, Paula“, hat der Andreas gemeint. „Das ist sehr wichtig. Mit so einem Schulnamen und dem Erinnern kann man zeigen, wie man selbst denkt. Dass man mutig für das Gute eintritt. Dass man gegen das Böse kämpft, auch wenn es gefährlich ist. Und auch, wenn es andere Menschen trifft und nicht unbedingt einen selber. Denn die Scholls hätten nur nichts tun müssen. Dann wäre ihnen nichts passiert.

Ja, Paula, und deshalb ist das Erinnern auch noch wichtig: Wir wollen doch, dass heute und in Zukunft alles besser ist als früher. So etwas Schlimmes dürfen wir nie mehr zulassen. Deshalb müssen wir uns daran erinnern. Auch wenn es so lange her ist und wir nicht daran Schuld sind. Dass man so etwas immer verhindert, das muss das Ziel sein. “

Das mit dem Erinnern habe ich verstanden, liebe Kinder. Damit guckt man nicht nur zurück. Sondern auch nach vorne. Eure Paula

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