Paulas Nachrichten

Paula findet auch einen Kalten Krieg blöd

22.03.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas gekommen. Der hat ganz ernst geguckt. Ich habe zu ihm gesagt: „He, was ist denn mit dir los? Hat dein VfB schon wieder verloren?“

Der Andreas hat dann noch ernster geguckt. Richtig grätig hat er geguckt. Da wollte ich lieber wieder netter zu ihm sein. Deshalb habe ich gesagt: „He, das war doch nur Spaß! Deine Fußball-Jungs werden schon wieder gewinnen!“

Er hat dann wieder etwas freundlicher geguckt. Aber so richtig fröhlich war er auch nicht. Ich habe zu ihm gesagt: „Na, dann erzähle doch mal deiner lieben Zeitungsente, was los ist!“

„Ach, weißt du Paula, ich habe gerade einen Artikel über die Krim-Krise gelesen. Das ist ja richtig blöd. Da gibt es jetzt wieder richtig Streit zwischen den Ländern. Das hatten wir schon einmal. Da gab’s sogar einen Kalten Krieg. Das habe ich als Kind, als Jugendlicher und als junger Erwachsener noch richtig mitbekommen“, hat er geantwortet.

„Krieg?“, habe ich losgeschnattert. „Krieg? Das ist ja fürchterlich! Du hast als Kind einen Krieg erlebt?“

„Nein, Paula. Beruhige dich mal“, hat der Andreas ganz sanft gesagt. „Ich habe von einem Kalten Krieg gesprochen.“

„Ob kalt oder warm, das ist doch egal. Krieg ist immer blöd!“, habe ich weitergeschnattert.

„Also, Paula“, hat der Andreas gemeint, „zwischen einem Kalten Krieg und einem ,heißen‘ Krieg gibt es einen riesengroßen Unterschied: In einem Kalten Krieg wird zum Glück nicht geschossen! Aber es stimmt schon: Auch ein Kalter Krieg ist alles andere als schön.“

Das habe ich nicht verstanden. Also habe ich gesagt: „Ein Krieg, in dem nicht geschossen wird? Hauen sich die Menschen da nur? Das ist ja auch dämlich.“

Der Andreas musste jetzt endlich wieder einmal lächeln. Er hat gemeint: „Nein, sie hauen sich auch nicht. In einem Kalten Krieg gehen die verfeindeten Länder nicht direkt mit Gewalt aufeinander los. Aber sie versuchen sehr, sich das Leben schwerzumachen. Sie drohen sich andauernd mit Gewalt, also mit einem ,heißen‘ Krieg. Sie verkaufen sich auch nicht gegenseitig Dinge. Sonst könnte ja der andere einen Vorteil davon haben. Sie helfen sich auch nicht gegenseitig. So etwas hatten wir schon einmal. Ich bin ja im Kalten Krieg aufgewachsen. Da gab es zwei Machtblöcke auf der Welt. Da waren die westlichen Staaten mit den Amerikanern als Chefs. Dazu hat auch Westdeutschland gehört. Und dann gab es die östlichen Staaten mit den Russen als Chefs. Dazu haben auch die Ostdeutschen gehört. Es ging also mitten durch Deutschland eine Grenze.“

„Oh je“, habe ich gemeint. „Und jetzt streiten sie sich wieder wegen dieser Krim? Und deshalb machen sie wieder einen Kalten Krieg?“

Der Andreas hat gemeint: „Na ja, so weit wird es diesmal nicht kommen. Allen Ländern geht es viel besser ohne Kalten Krieg. Jeder kann seine Sachen verkaufen. Und sie müssen auch nicht so viel Geld für Soldaten und Waffen ausgeben.“

„Was ist denn eigentlich an der Krim so toll? Warum streiten die sich denn da drum?“, wollte ich wissen.

Der Andreas hat tief Luft geholt. Dann hat er mir eine Landkarte in der Zeitung gezeigt und gemeint: „Also, dann pass’ mal gut auf: Vor ein paar Hundert Jahren haben die Russen die Halbinsel Krim von den Türken erobert. Von dort aus kann man nämlich mit seinen Kriegsschiffen das Schwarze Meer beherrschen. Die Russen waren nach dem letzten großen Krieg, dem Zweiten Weltkrieg, die Chefs von einem riesigen Land. Das hieß Sowjetunion. Das bestand aus vielen kleineren Ländern. Eines davon war die Ukraine. Die hat vom obersten Russenchef die Krim bekommen. Aber am Ende des Kalten Kriegs war die Sowjetunion ganz schwach. Sie ist auseinandergefallen. Auf der Krim leben viele Russen. Aber die Krim blieb bei der Ukraine. In der Ukraine haben sich jetzt zuletzt die Menschen gestritten: Die einen wollen Freunde von den Russen sein, die anderen wollen lieber Freunde von den Amerikanern, den Deutschen und den anderen Europäern sein. Die Europafreunde in der Ukraine waren stärker. Sie haben ihren Chef fortgejagt. Das hat den Russen gestunken. Und den vielen Russen auf der Krim auch. Die sagen jetzt: Wir wollen lieber zu Russland gehören. Aber das geht eigentlich nicht. Denn es gibt ein Gesetz, an das sich alle Länder halten müssen. Das ist das Völkerrecht. Nach diesem Recht gehört die Krim zur Ukraine. Deshalb streiten sich jetzt alle. Und die Russen haben Soldaten auf die Krim geschickt.“

Ich habe mein Entenköpflein geschüttelt. „Pah! Kalter Krieg! Die sollten alle lieber mal eine kalte Dusche nehmen! Dann können sie wieder richtig denken und miteinander reden. Dann klappt das wieder. Auch ohne Kalten Krieg!“

„Da hast du recht. Das versuchen unsere Politiker auch. Tja, du wärst auch eine gute Politikente!“, hat der Andreas gesagt. Das Lob hat mich gefreut. Aber ich bleibe trotzdem lieber eine Zeitungsente. Eure Paula

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