Paulas Nachrichten

Paula braucht keinen Schwimmkurs

01.06.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paulas Thema heute: Warum schwimmen Äpfel und Birnen nicht? Und können wirklich alle Tiere von alleine schwimmen?

Hallo, liebe Kinder,

gestern bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Es war sehr gutes Wetter. Ich habe zu ihm gesagt: „Duuuu, heute gibt es nicht so viel zu tun, gell?“

Er hat mich gleich durchschaut und geantwortet: „Ja, passt schon. Warum denn? Willst du gleich schwimmen gehen? Ins Freibad oder zu deinen Entenkumpels an den Neckar?“

„Ja, würde ich gerne. Ich schau mal, wo ich paddele“, habe ich geantwortet.

Und der Andreas hat gesagt: „Klaro, aber dann pass gut auf. Nicht dass du nach dem langen Winter und dem komischen Frühling erst einmal wieder einen Schwimmkurs machen musst!“

Ich habe ihn angeguckt wie ein Auto. „Einen was soll ich machen müssen?“, habe ich ihn gefragt.

„Einen Schwimmkurs, Paula!“, hat der Andreas laut gesagt. „Das ist aber nur ein Spaß. Menschen machen einen Schwimmkurs. Da lernen sie schwimmen. Meistens machen sie so einen Kurs als Kinder. Am besten ist das, bevor sie zur Schule gehen. Da macht man einen Kurs und bekommt ein Seepferdchen.“

Jetzt habe ich den Andreas wieder wie ein Auto angeguckt. „Die bekommen ein Seepferdchen? Und wo geben die das hin? In die Badewanne? Oder ins Aquarium?“

Der Andreas musste lachen. Dann hat er gesagt: „Nee, nee, Paula. Das ist nur ein Abzeichen mit einem Seepferdchen darauf. Das kann man sich auf die Badeklamotten nähen. Dann weiß jeder: Der oder die hat den Kurs gemacht. Schwimmen ist nämlich erst einmal ein toller Sport. Da werden die Kinder fit. Und natürlich kann man auch nicht ertrinken, wenn man schwimmen kann. Deshalb ist schwimmen so toll!“

„Ja, das ist ja schon in Ordnung. Schwimmen ist natürlich toll“, habe ich gemeint, „aber warum muss man das lernen? Das kann man doch einfach!“

„Tja“, hat der Andreas gemeint, „bei dir als Ente ist das so! Bei vielen anderen Tieren auch. Katzen, Hunde und sogar Kühe ertrinken auch nicht. Die können einfach schwimmen, wenn sie ins Wasser müssen. Das ist ihnen angeboren.“

„Ja, guck mal“, habe ich gemeint, „die Tiere sind einfach klasse!“

„Ja, aber nicht alle können schwimmen. Giraffen haben zum Beispiel zu lange Beine zum Schwimmen. Und die meisten Insekten gehen auch im Wasser gleich unter. Bei den Säugetieren können aber wirklich fast alle schwimmen von Geburt an. Außer wir Menschen und unsere Verwandten eben.“

„Eure Verwandten?“, habe ich gemeint, „das sind die Affen, gell?“

Der Andreas hat mir recht gegeben: „Genau, Paula, das sind die Gorillas, die Orang-Utans, die Schimpansen und die Bonobos. Das sind wie wir Menschenaffen. Die sind uns deshalb zu ähnlich. Die müssen auch erst schwimmen lernen.“

Ich musste ein bisschen lachen und habe gesagt: „Schön, dann müssen die eben auch einen Seepferdchen-Schwimmkurs machen!“

„Na, du wärst ja ein toller Schwimmlehrer, Paula! Vielleicht fängst du erst einmal mit Birnen und Kartoffeln an“, hat der Andreas geantwortet.

Jetzt habe ich den Andreas angeguckt wie ein riesengroßer Lastwagen. „Hä?“, habe ich gemeint, „wie soll ich denn Essenssachen das Schwimmen beibringen? Die gehen doch unter wie ein Stein!“

„Ja, ja, da hast du natürlich recht“, hat der Andreas zu mir gesagt. „Aber nicht alle! Du kannst ja mal einen Apfel ins Wasser werfen . . .“

Ich bin in die Küche gewatschelt. Dort habe ich wirklich einen Apfel gefunden. Ich habe das Waschbecken mit Wasser gefüllt und den Apfel ins Wasser geworfen. Der ging kurz unter. Dann kam er wieder nach oben und ist geschwommen. Anders als die Birnen oder die Kartoffeln.

„Tja“, hat der Andreas lächelnd gemeint, „jetzt guckst du wieder wie ein Auto, gell, Paula? Warum schwimmt wohl der Apfel und die Birne nicht? Das würdest du gerne wissen, gell?“

„Na klar“, habe ich gemeint, „schließlich bin ich eine Zeitungsente! Die müssen ja wie ein Reporter neugierig sein!“

„Sehr gut“, hat der Andreas ganz lieb gesagt, „dann erkläre ich dir das ganz einfach: Der Apfel hat eine kleinere Dichte als Wasser und schwimmt deshalb. Die Birne zum Beispiel hat eine größere Dichte als Wasser und geht deshalb unter!“

Das habe ich wieder nicht ganz verstanden. „Dichte?“, habe ich gemeint.

Der Andreas hat mir auch das erklärt: „Stell dir mal vor, ein Apfel und eine Birne sind genau gleich groß. Dann wiegst du sie. Der gleich große Apfel wäre dann leichter als die Birne. Der hat nämlich eine kleinere Dichte!“

„Ah ja“, habe ich gemeint, „deshalb musstest du auch schwimmen lernen und ich nicht: Weil du schwerer bist als ich!“ Das war aber nur ein Spaß, liebe Kinder! Und jetzt gehe ich eine Runde schwimmen! Eure Paula

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