Paulas Nachrichten

Paul sorgt sich um spanische Walfische

04.05.2019 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

gestern bin ich zum Andreas in die Redaktion gekommen. Der hatte aber gerade keine Zeit für mich. Unsere Sekretärin hat zu mir gesagt: „Hallo, Paula, der Andreas ist noch in der Konferenz. Du kannst ja kurz warten.“

Das Wort Konferenz kenne ich. Eine Konferenz ist eine Besprechung. So etwas machen die Redakteure oft. Ich bin auch manchmal dabei.

Der Andreas hat mir das Wort natürlich schon einmal erklärt. Das Wort kommt natürlich von einem alten Römerwort. In ihrer Sprache bedeutet das so viel wie „zusammentragen“ oder „vergleichen“.

In so einer Besprechung tragen die Redakteure nämlich zusammen, was sie wissen, was passiert und was sie machen müssen. So planen sie ihre Zeitung. Und manchmal streiten sie auch ein bisschen. Das machen sie aber meistens ganz friedlich. Und da vergleichen sie dann ihre Meinungen. So hat mir der Andreas das erklärt.

Dann waren sie fertig und er ist zu mir gekommen. Er hat mich angeschaut, gelächelt, mit den Schultern gezuckt und gesagt: „Tja, Paula, die Qual der Wahl!“

Das habe ich nicht ganz so verstanden. „Was hat denn eine Wahl mit einer Qual zu tun? Oh je, warte mal. Das Wort Wal klingt ja genauso! Ging es da um die Walfische und die Walfänger? Und dass die die Wale quälen?“

Der Andreas hat mich angeschaut wie ein riesiges Auto. Er hat mich nämlich zuerst gar nichts verstanden. Dann hat er aber gelacht und gemeint: „Oh, nee, Paula! Klar! Im Neckar ist ein Wal aufgetaucht! Und dann ist er wieder untergetaucht. Man hat nur noch kurz seine riesige Flosse gesehen. Und jetzt ist das voll blöd. Er passt nämlich nicht unter der Brücke durch! Und jetzt könnte er stranden und am Neckarstrand herumliegen.“

Jetzt habe ich erst einmal ganz groß geguckt und gemeint: „Äh, was? Na ja . . . Echt? Das glaube ich ja jetzt gar nicht!“

„Na, du bist halt auch eine schlaue Zeitungsente“, hat der Andreas gemeint, „das kommt dir spanisch vor! Hier wird natürlich kein Wal stranden. Das war nur Spaß. Ich wollte dich nur veräppeln.“

Ich habe aber gleich weitergeschnattert: „Spanisch? Dann ist hier im Neckar kein Wal unterwegs, aber in Spanien könnte einer stranden? Das ist ja auch schlimm! Also . . .“

Der Andreas hat mich unterbrochen. Er hat die Augen verdreht und gemeint: „Oh, Paula! Also ich weiß auch nichts von einem gestrandeten Wal in Spanien! Das mit dem ,spanisch vorkommen‘ sagt man nur so. Das ist eine Redensart. Die bedeutet: etwas kommt einem seltsam vor oder man versteht es nicht. So wie dir das mit dem Wal im Neckar seltsam vorgekommen ist.“

„Ah“, habe ich gemeint, „aber was hat das mit den Spaniern zu tun? Sind die seltsam?“

„Nein, nein“, hat der Andreas gesagt, „natürlich nicht! Das sind auch unsere Freunde. Aber zur Ritterzeit ist ein Spanier Kaiser von großen Teilen Europas geworden. Der war dann der mächtigste Chef. Zu seinem Reich hat auch die Gegend des heutigen Deutschlands gehört. Der hatte natürlich an seinem Hof ganz andere Angewohnheiten, wenn er sich mit seinen Untertanen getroffen hat. Das haben die Deutschen nicht so verstanden. Und so entstand die Redewendung: ,Das kommt mir spanisch vor.‘“

„Ach so“, habe ich gemeint, „also gibt es keinen gequälten Wal. Nicht hier und auch nicht in Spanien. Gut! Was soll das dann mit der Qual?“

„Ganz einfach“, hat der Andreas gesagt, „da geht es nicht um den Walfisch. Den schreibt man ja ohne ,h‘. Da geht es um die ,Wahl‘. Die Nürtinger wählen am Sonntag ihren neuen Oberbürgermeister. Das ist die Wahl!“

„Ach, klar“, habe ich gemeint, „das weiß ich doch, Mensch! Da hängen doch überall in der Stadt so Plakate von solchen Typen herum. Und in der Zeitung steht ja auch immer viel von denen. Aber warum soll die Wahl eine Qual sein?“

„Na ja“, hat der Andreas gesagt, „das ist auch nur so eine Redensart! Es gibt ja mehrere Kandidaten. Da kann man sich gar nicht so leicht für einen Kandidaten entscheiden! Da muss man alle anhören, anschauen und sich dann entscheiden. Das nennt man dann die Qual der Wahl – weil es halt nicht ganz einfach ist!“

„Ach so“, habe ich gemeint, „dann ist das ja echt komisch. Denn dann ist das ja eher eine angenehme Qual!“

Ich habe mich auf jeden Fall für die Walfische gefreut. Auch für die spanischen. Der Neckar ist ja schon ein bisschen eng. Da passen eher wir Enten rein. Und nicht so große Fische! Eure Paula

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