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Pathologen arbeiten viel mit dem Mikroskop

22.10.2016 00:00, Von Steffi Unsleber — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gewebe-Proben auf Objektträgern werden untersucht, um Krankheiten herauszufinden

Pathologen sagen Ärzten, ob ihre Patienten krank sind oder nicht. Wie sie das machen? Wir haben einen von ihnen gefragt.

Der Pathologe Andreas Switala sitzt an einem Mikroskop. Er findet heraus, ob Menschen krank sind oder nicht.  Foto: Steffi Unsleber
Der Pathologe Andreas Switala sitzt an einem Mikroskop. Er findet heraus, ob Menschen krank sind oder nicht. Foto: Steffi Unsleber

Kleine lila Punkte auf einem Stückchen Glas. Das ist alles, was man mit bloßem Auge erkennen kann. Deshalb benutzt Andreas Switala bei seiner Arbeit ein Mikroskop. Er schiebt das Glasplättchen, das ungefähr die Umrisse eines Klingelschildes hat, darunter. Dann stellt er das Mikroskop scharf.

Die Gewebe-Probe auf dem Objektträger kann unter dem Mikroskop untersucht werden.  Foto: Andreas Switala
Die Gewebe-Probe auf dem Objektträger kann unter dem Mikroskop untersucht werden. Foto: Andreas Switala

Auf einmal sind kleine Zellen zu erkennen: Nieren-Zellen. Das waren die lila Punkte! Nieren-Zellen sind in echt nicht lila. Sie wurden eingefärbt, um sie unter dem Mikroskop besser zu erkennen.

Diese Niere ist gesund. Das sieht Andreas Switala daran, dass die Zellen sehr regelmäßig angeordnet sind. Andreas Switala ist ein Pathologe. Seine Aufgabe ist es herauszufinden, ob Menschen krank sind oder nicht. Patienten bekommt er aber nicht zu sehen. Ärzte schicken ihm Zellen oder Gewebe, das sie ihren Patienten zuvor entnommen haben. Zum Beispiel ein winziges Stückchen Haut. Oder eben Zellen der Niere. Manchmal vermutet ein Arzt zum Beispiel, dass einer seiner Patienten einen Tumor hat. Ein Tumor entsteht, wenn einige Zellen sich plötzlich stark vermehren. Manchmal ist das nicht weiter schlimm. Dann spricht man von einem gutartigen Tumor. Manchmal kann der Tumor aber auch krank machen. Etwa weil er das Gewebe um sich herum zerstört. Man spricht dann von einem bösartigen Tumor. Proben von bösartigen Tumoren sehen unter dem Mikroskop anders aus als von gutartigen Tumoren. „Viel unregelmäßiger“, sagt Andreas Switala.

 

Manchmal ist die Arbeit auch etwas ekelig

Wenn er die Proben unter seinem Mikroskop untersucht hat, schreibt er für den Arzt einen Bericht. Da steht drin, was er herausgefunden hat. Den Ärzten hilft das, eine Behandlung für ihre Patienten zu finden.

An diesem Tag um 11 Uhr morgens zum Beispiel hat Andreas Switala schon ein Stückchen Niere untersucht. Die Niere war stark entzündet. Später hat er den Tumor einer Frau untersucht und herausgefunden, dass er bösartig ist. Er seufzt. „Ich bin inzwischen froh darüber, dass ich den Menschen nicht sagen muss, dass sie krank sind.“

Andreas Switala mag aber seinen Beruf. Manchmal ist es ein bisschen eklig, manchmal stinkt es auch, sagt er. Aber er hat sich daran gewöhnt. Aber ist das nicht schlimm, jeden Tag mit Krankheit und Tod zu tun zu haben? „Das darf man nicht auf sich selbst beziehen“, sagt er. Und schaut wieder in sein Mikroskop.

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