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Ort für gefährlichen Müll gesucht

29.09.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Atommüll bleibt sehr lange lebensgefährlich giftig

Wo kann gefährlicher Abfall in Deutschland sicher eine Million Jahre lang herumliegen? Über diese Frage haben Fachleute lange nachgedacht. Ihre Vorschläge wollten sie am Montag veröffentlichen. Das Ergebnis wird vielen Menschen nicht gefallen.

In diesen Fässern ist Atommüll drin.  Foto: picture alliance / dpa
In diesen Fässern ist Atommüll drin. Foto: picture alliance / dpa

BERLIN (dpa). Tonne auf, Abfall rein: So einfach ist das meist zu Hause. Klar, ein bisschen sortieren muss man den Müll. Aber was wohin kommt, ist festgelegt. Nicht jedoch beim Atommüll. Atommüll entsteht, wenn in Atomkraftwerken Strom hergestellt wird. Der Müll sieht harmlos aus. Er gibt jedoch unsichtbare Strahlen ab, die Menschen und Tiere krank machen können. Er ist sogar lebensgefährlich.

Die deutschen Atomkraftwerke werden bald alle abgeschaltet. Der Strom wird dann anders produziert. Doch inzwischen hat sich eine Menge Atommüll angesammelt. Der bleibt Hunderte Jahre gefährlich. Deshalb stellt sich schon lange die Frage: Wohin mit dem giftigen Abfall, damit die Menschen davor geschützt sind?

Im Moment liegt der Atommüll in Zwischenlagern. Dort soll er aber nicht unbedingt bleiben. Fachleute haben sich deshalb auf die Suche gemacht. Sie wollen herausfinden: Wo könnte man den Atommüll in Deutschland am sichersten lagern? An diesem Montag stellten sie ihre ersten Ergebnisse vor. Dabei schlagen sie noch keine genauen Orte vor. Es geht erst mal um mehrere Gebiete, die überhaupt in Frage kommen. Fest steht aber: Das Lager soll tief in der Erde entstehen. Damit so ein Atommüll-Lager irgendwo gebaut werden kann, muss das Gebiet Voraussetzungen erfüllen. Dort muss es zum Beispiel im Boden eine stabile, dicke Schicht aus Gestein geben. Bestimmtes Gestein kann die gefährlichen Strahlen abschirmen. Es sollte auch kein Gebiet mit hoher Erdbeben-Gefahr sein. Die könnten das Lager kaputt machen. Auch Gebiete, wo viele Menschen leben, sind nicht geeignet.

Auf die Vorschläge der Fachleute warten viele Menschen wohl mit etwas Sorge: Denn kaum jemand möchte, dass die gefährlichen Abfälle bei ihm um die Ecke gelagert werden. Endgültig entschieden ist allerdings sowieso noch nichts.

In den Gebieten, die die Fachleute am Montag vorstellen, soll es erst mal weitere Untersuchungen geben. In etwa zehn Jahren soll der Ort für das Atommüll-Lager feststehen.

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