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Ohne Palmöl läuft kaum etwas

13.07.2022 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Palmöl ist einer der wichtigsten Rohstoffe der Welt. Wir Menschen sind auf das Öl der Ölpalme angewiesen. Gleichzeitig machen wir damit wahnsinnig viel Regenwald kaputt. Eine echte Zwickmühle!

Hinter einer Palmöl-Plantage brennt der Wald und wird durch die Rodung als Anbaufläche für weitere Plantagen vorbereitet. Vorne sieht man Ölpalmen, hinten brennt der Wald, damit dort auch bald Ölpalmen wachsen können.  Foto: Rony Muharrman
Hinter einer Palmöl-Plantage brennt der Wald und wird durch die Rodung als Anbaufläche für weitere Plantagen vorbereitet. Vorne sieht man Ölpalmen, hinten brennt der Wald, damit dort auch bald Ölpalmen wachsen können. Foto: Rony Muharrman

Vor einigen Wochen sorgte eine Nachricht für mächtig Aufregung: Das Land Indonesien erklärte, es wolle erst mal kein Palmöl mehr ins Ausland verkaufen. Das wäre ein Riesenproblem geworden. Denn das Öl der Ölpalme ist ein extrem wichtiger Rohstoff und Indonesien der größte Hersteller davon. Mittlerweile hat das Land im Südosten Asiens seine Meinung geändert. Es liefert wieder Palmöl in alle Welt.

Ein Bauer hält Kerne der Palmölfrüchte während einer Demonstration in der Nähe des Präsidentenpalastes.  Foto: Tatan Syuflana
Ein Bauer hält Kerne der Palmölfrüchte während einer Demonstration in der Nähe des Präsidentenpalastes. Foto: Tatan Syuflana

In unserem Alltag begegnet uns Palmöl ständig, meistens ohne dass wir es merken. Es wird zum Beispiel in Schokolade verarbeitet, in Keksen oder Eiscreme. Im Waschmittel ist es drin, genauso wie in Cremes oder Duschgel. Tierfutter wird damit hergestellt und teilweise sogar Treibstoff für Autos. Kurzum: Ohne Palmöl läuft kaum etwas! Es ist das weltweit am meisten verwendete pflanzliche Öl. „Palmöl hat viele Vorteile. Es ist geschmeidig, wärmebeständig, hat eine lange Haltbarkeit und ist außerdem geschmacksneutral“, erklärt die Fachfrau Juliane Lutze. Noch etwas macht diesen Rohstoff praktisch unersetzlich: Man kann auf einer vergleichsweise kleinen Fläche große Mengen davon erzeugen.

Wollte man zum Beispiel die gleiche Menge Öl aus Sonnenblumen gewinnen, bräuchte man dafür eine viermal so große Anbaufläche. Juliane Lutze erklärt: Auch wer Öl etwa aus Kokos, Soja oder Raps erzeugt, bräuchte für die gleiche Menge viel mehr Land. Dass so viel Öl aus einer Palme gewonnen werden kann, macht es außerdem sehr günstig.

Gleichzeitig steht der Stoff aber auch schwer in der Kritik. Denn der Anbau der Ölpalmen schadet der Umwelt. Große Flächen Urwald werden dafür abgeholzt. Das ist schlecht für die Menschen, Tiere und Pflanzen, die dort leben. Außerdem entstehen durch die Rodung des Urwalds und die Ölproduktion jede Menge klimaschädliche Gase. Das Ganze ist also eine echte Zwickmühle.

Doch wie wird dieses Öl eigentlich herstellt? Zuerst einmal pflanzt man Ölpalmen. Die stammen ursprünglich wohl aus Westafrika und werden bis zu 30 Meter hoch. Ab etwa dem dritten Jahr tragen die Pflanzen Früchte. Diese wachsen in großen schweren Büscheln, hoch oben in der Palme. Sie zu ernten, ist eine echte Plackerei.

Sobald die Früchte reif sind, werden sie abgeschnitten und weiterverarbeitet. Das passiert ziemlich schnell, sonst würden die Früchte verderben. Aus dem gelblich-orangefarbenen Fruchtfleisch gewinnt man das Palmöl. Die weißlichen Kerne werden hingegen getrocknet, gemahlen und dann gepresst. So bekommt man Palmkernöl.

Nach etwa 21 Jahren werden die Ölpalmen ersetzt. Denn dann beginnen sie, weniger Früchte zu tragen. Die alten Palmen werden gefällt und an ihrer Stelle werden junge Palmen gepflanzt.

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