Paulas Nachrichten

Note Eins fürs Wickeln

08.08.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Baden, Wickeln, Anziehen – wenn ein Baby neu in die Familie kommt, müssen Eltern das dauernd machen. Geschwister, die schon etwas älter sind, können dabei helfen.

Es gibt sogar extra Kurse, wo man das üben kann. Dabei treffen sich Kinder mit Fachleuten. Denn so einfach ist das nicht, kleine Geschwister zu baden oder im Arm zu halten. Das merken auch die fünf Mädchen und Jungen, die sich gerade zu so einem Kurs in Schwerte in Nordrhein-Westfalen treffen. Sie üben das Ganze mit Puppen. Die fünfjährige Lea trägt ihre Babypuppe ein bisschen zu locker an der Hand statt auf dem Arm. Und der gleichaltrige Ben wickelt seine Puppe nach dem Bad noch rabiat in ein viel zu großes Handtuch. „Wir wollen uns heute vorstellen, dass das ein echtes Baby ist“, sagt Hebamme Nanja Augustin. Gemeinsam mit einer Krankenschwester bereitet sie Kinder auf die Geburt ihrer Geschwister vor. Die Kinder sind zwischen drei und zehn Jahre alt. Dabei geht es nicht nur darum, dass die Teilnehmer Windeln wechseln können. Nanja Augustin testet in dem Kurs auch, wie viel alle schon über Schwangerschaft und Babys wissen. Wofür braucht ein Baby die Nabelschnur? Lea sagt: „Zum Essen und zum Trinken!“ Wie hören sich seine Herztöne im Bauch der Mama an? „Ganz dumpf, wie wenn man in der Badewanne untertaucht“, tippt die achtjährige Marie. Woran merke ich, dass das Baby zur Welt kommen will? „Mamas Bauch tut dann ganz weh“, sagt Ben. Viele Antworten kennen die Kinder schon. Aber noch mehr lernen sie im Kurs, indem sie es ausprobieren und erzählt bekommen. Zum Beispiel, dass ein Baby beim Baden noch nicht alleine sitzen kann. „Deshalb müsst ihr das Baby gut festhalten, vor allem seinen Kopf“, erklärt Nanja Augustin. Und am Ende des Lernens gibt’s eine Art Zeugnis: ein Geschwister-Diplom.

Die Kinder werden auf ihre kleinen Geschwister vorbereitet. Foto: Roland Weihrauch

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