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Neue arabische Wörter trägt sie in ein Buch ein

17.07.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Das hat Malak (8) aus Unterensingen der Paula-Ente für euch, liebe Kinder, mithilfe der Lehrerin erklärt:

„Mit drei Jahren kam ich von Syrien nach Deutschland. Ich konnte also schon ganz gut Syrisch. Syrisch ist keine eigene Sprache. Das ist Arabisch. Natürlich konnte ich noch nicht Arabisch schreiben. Das lerne ich jetzt zusammen mit meiner Mama. Sie hat mir ein Buch mit den arabischen Schriftzeichen geschenkt. Dort trage ich von Zeit zu Zeit meine neuen Wörter ein.

In Syrien haben wir immer viel Besuch bekommen, viele Freunde wurden eingeladen. Meine Mama hat für alle gekocht. Sie kann gut syrisch kochen. Besonders lecker sind ihre Hähnchen und Kefta, ein Essen mit Hackfleisch, Paprika und Tomaten. Sie macht auch gute Puddingcremes.

In Syrien ist ein Euro mehr wert als in Deutschland. Das Essen war dort günstiger als in Deutschland. Und natürlich spreche ich jeden Tag mit meiner Familie Syrisch. So vergesse ich meine erste Muttersprache nicht. Und ich lerne immer wieder neue Wörter dazu. Zum Beispiel feiern wir Ramadan. Ich habe meine Mama gefragt, warum wir das Fest feiern und die anderen Kinder nicht.

Sie erklärte mir, dass unser Gott gesagt hat, dass wir Ramadan feiern sollen, dass wir tagsüber nichts essen und trinken sollen. Erst wenn die Sonne untergeht, essen und trinken wir. Ich bin schon groß und mache auch mit. Manchmal erlaubt mir meine Mama, dass ich doch etwas essen kann, weil ich ganz, ganz viel Hunger habe.

Vor einiger Zeit haben die anderen Kinder Ostern gefeiert. Da gab es viel Osterhasen und bunte Eier in den Geschäften. Aber warum die Kinder Ostern oder Halloween feiern, weiß ich nicht.

In Deutschland angekommen habe ich schon ein klein bisschen Deutsch von meinem Papa gelernt. Er hat mir die Zahlen langsam vorgesagt und ich habe sie nachgesprochen. Mit fünf Jahren kam ich in den Kindi, den Kindergarten. Dort lernte ich viele neue Wörter und hörte andere Kinder sprechen.

Ich habe viel mit den Kindern im Kindergarten gespielt und so ihre Sprache gehört und nachgesprochen. Meine kleine Schwester Roua durfte sich manchmal neben mich setzen, weil sie weniger Deutsch verstand.

Nach dem Kindi war ich ein Jahr in Wernau in der Förderschule. Dort sprechen viele Kinder verschiedene Sprachen. Aber ich wollte und will Deutsch lernen und höre gern zu. Und wenn ich etwas nicht weiß, frage ich nach. Und alle helfen mir, damit ich sie verstehen lerne.

In der Schule habe ich viele Freundinnen. Aber meine Lieblingsfreundin ist Türkin. Doch sie spricht gut Deutsch. Während der Coronazeit konnten wir uns nicht viel sehen und selten zusammen spielen. Gut ist, dass es einen Spielplatz in unserer Nähe gibt. Wir spielen dort Verstecken oder malen Quadrate auf die Straße und balancieren Sachen auf dem Kopf.

In der Schule sitze ich neben meiner Freundin, mit der ich auch gern spiele. Weißt du was: wir haben einen neuen Vogel. Der alte war so süß. Aber er ist gestorben. Ich habe ihm eine Decke gebastelt und dann haben wir ihn vergraben.

Wir durften dann wieder in die Schule. Zuerst nur am Montag für zwei Stunden in die Schule, dann erst wieder am Mittwoch. Corona hat unser Leben verändert. Es war schade, dass ich nicht viele Leute treffen konnte und auch nicht meine Freundin. So kann ich auch nicht viel Deutsch sprechen, nur mit Frau Parchow, einer ehemaligen Lehrerin, die auch in Unterensingen wohnt.

Sie verbessert meine Sätze und sagt mir auch Wörter, die ich noch nicht kenne. So lerne ich viel Neues und auch die Sätze richtig zu sprechen. Ich wiederhole dann ihren Satz. Wenn ich noch mehr Deutsche kennen würde, könnte ich auch von anderen Deutsch lernen. Deshalb wäre es gut, wenn Corona bald ganz verschwinden würde.“

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