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Nacktschnecken sind schleimige Superhelden

14.03.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wo sie waren, bleibt Schleim zurück: Nacktschnecken. Die Tiere bilden sehr viel von der glitschigen, feuchten Masse. Denn ohne Schleim könnten sie nicht überleben.

Sie schleimt so vor sich hin, die Nacktschnecke. Und wer sie anfasst, dem klebt der Schleim an den Fingern. Manche Menschen finden das vielleicht ekelig. Aber Walter Wimmer kann das nicht verstehen.

Er erforscht schon seit 20 Jahren Schnecken. „Nacktschnecken brauchen den Schleim, um ihren Körper feucht zu halten“, sagt der Experte. Ohne den Schleim würden sie austrocknen. Deswegen sind die Tiere am ganzen Körper so schleimig.

Außerdem brauchen die Schnecken den Schleim, um vorwärtszukommen. Denn auf dem Schleim wandern sie entlang wie auf einer Straße. Und weil der Schleim so zäh und glibberig ist, können Schnecken sogar über etwas Spitzes oder Scharfes kriechen – ohne sich zu verletzen. Der klebrige Schleim verleiht der Nacktschnecke auch Superkräfte. Denn damit kann sie an Häuserwänden entlang kriechen, ohne herunterzufallen – wie ein Superheld. Und wenn der Weg nach unten zu lang ist, seilen sich manche Nacktschneckenarten einfach ab. Sie können aus ihrem Schleim ein dickes, zähes Seil machen. Der Schleim kann aber noch viel mehr. Nacktschnecken nutzen ihn als schaumiges Schutzschild. Wird eine Nacktschnecke angegriffen, zum Beispiel von Ameisen, kann sie ihren Schleim abstreifen. Das funktioniert so: Sie bildet so viel neuen Schleim, bis die alte Schleimschicht abfällt. Zusätzlich kann sie noch Luft in ihren Schleim blasen. Dann entstehen kleine Bläschen und die Nacktschnecke sieht aus wie eine kleine Schaumkugel. So wird sie Angreifer noch besser los.

Schnecken brauchen ihren Schleim auch, um vorwärtszukommen. Denn auf dem Schleim wandern sie entlang wie auf einer Straße. Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

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