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Moos: Kleine Pflanze, große Leistung

24.11.2021 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sie sind flach und meistens grünlich. Manchmal haben sie lustige Namen wie Sparriger Runzelbruder. Die Rede ist von Moosen. Die Pflanzen verraten uns etwas über den Zustand unserer Umwelt.

Das Foto zeigt ein Mooskissen im Wald. Moose wachsen fast überall auf der Welt. Bei uns findet man sie häufig im Wald.  Foto: Stefanie Paul/dpa
Das Foto zeigt ein Mooskissen im Wald. Moose wachsen fast überall auf der Welt. Bei uns findet man sie häufig im Wald. Foto: Stefanie Paul/dpa

Sie wachsen im Wald, beispielsweise auf alten Baumstümpfen. Aber auch auf Steinen kann man sie entdecken, genauso wie auf Wiesen, im Garten oder in Mauerritzen. Selbst auf manchen Hausdächern fühlen sich Moose wohl.

Manche Menschen nervt das Moos in ihrem Rasen oder auf dem Dach. Sie versuchen häufig, es loszuwerden. Aber: „Wenn Moose irgendwo wachsen, ist das eigentlich ein gutes Zeichen“, sagt Oliver Dürhammer. Er ist Botaniker. Botaniker sind Fachleute, die sich mit der Biologie der Pflanzen beschäftigen. Oliver Dürhammer kennt sich gut mit Moosen aus.

Die kleinen Pflanzen sind für Forscherinnen und Forscher superspannend. Denn sie sind sogenannte Bio-Indikatoren. Das bedeutet: Man kann durch sie erfahren, wie es der Umwelt geht. Sind an einem bestimmten Ort die Moose verschwunden, ist das ein schlechtes Zeichen. Dann stimmt meist irgendetwas nicht. Es könnte zum Beispiel sein, dass zu viele schädliche Stoffe durch die Luft schweben.

„Die meisten Pflanzen haben eine Cuticula. Das ist eine Art Wachsschicht auf den Blättern“, erklärt Oliver Dürhammer. „Sie schützt die Pflanze vor schädlichen Stoffen. Moose haben diese Schutzschicht auf ihren Blättchen nicht.“ Sie nehmen daher alles Mögliche auf, was sich in der Luft und im Wasser befindet. Schadstoffe kann man über einen bestimmten Zeitraum im Moos messen.

In Deutschland gibt es über tausend verschiedene Moos-Arten. Sie wachsen hoch auf den Bergen, tief im Wald und selbst an der Küste kann man die Pflanzen entdecken. Die meisten Moos-Arten mögen es kalt und feucht. „Am wohlsten fühlen sie sich bei etwa fünf Grad“, erklärt der Experte. Moose haben wichtige Aufgaben. Sie sind zum Beispiel Lebensraum für allerlei kleine Tierchen. Außerdem können sie eine Menge Wasser aufnehmen. Wie eine Art Schwamm saugen sich manche Moose dabei voll. Und das funktioniert so: Ein Moos-Kissen besteht aus vielen kleinen, einzelnen Pflanzen. Sie stehen ganz dicht beieinander und sind zudem kreuz und quer ineinander verwachsen. So bilden sie ein dichtes Netz, mit dem sie das Wasser auffangen können.

Diese Moos-Wasserspeicher sind praktisch, zum Beispiel im Wald. Die Pflanzen geben das Wasser langsam an den Boden ab. So schützen sie den Wald bei viel Regen vor Überschwemmungen und können auch in trockenen Zeiten helfen.

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