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Mit roter Farbe gegen Waldbrände

14.12.2019 05:30, Von Barbara Munker — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Rot sieht man aus der Luft am besten

In Kalifornien in Amerika brennt es häufig. Die Feuerwehr dort löscht die Waldbrände nicht nur vom Boden aus, sondern auch aus der Luft. Oft wird dabei rote Farbe versprüht. Aber warum?

Ein Tankflugzeug wirft rot gefärbtes Löschmittel ab, um den „Cave Fire“ genannten Brand im Los Padres National Forest oberhalb von Santa Barbara einzudämmen.   Foto: Noah Berger
Ein Tankflugzeug wirft rot gefärbtes Löschmittel ab, um den „Cave Fire“ genannten Brand im Los Padres National Forest oberhalb von Santa Barbara einzudämmen. Foto: Noah Berger

SAN FRANCISCO. Riesige Flammen fressen sich durch Büsche und Bäume. Immer wieder sieht man solche Bilder von Waldbränden in Kalifornien. In dem Gebiet im Land USA brennt es häufig. Dann kämpfen viele Feuerwehrleute gegen die Flammen. Einige von ihnen nutzen dabei Löschfahrzeuge und Schläuche, andere bekämpfen die Flammen aus der Luft, mit Flugzeugen und Hubschraubern.

Rot vom Eisenoxid

Dabei versprühen die Feuerwehrleute oft eine knallrote Flüssigkeit. Was steckt da wohl drin? Diese Frage kann Scott McLean von der Feuerwehr in Kalifornien beantworten. Er sagt: Die rote Farbe kommt von Eisenoxid. Das findet man auch in Rost. Durch die Farbe wissen die Piloten der Löschflugzeuge genau, wo sie schon etwas versprüht haben. „Wir haben auch Blau und Orange ausprobiert“, erzählt der Feuerwehrmann. „Aber Rot ist aus der Luft am besten zu sehen.“

Zusatz von Schleimstoff als Kleber

Der Farbstoff ist nur ein ganz kleiner Teil der Flüssigkeit. Das meiste davon ist Wasser, vermischt mit etwas Düngemittel und einem Schleimstoff. Das macht die Mischung zäher. „Wie schwerer Regen“, sagt Scott McLean.

Das ist wichtig, wenn die Feuerwehr die Mischung über den brennenden Gebieten versprüht. Wie ein klebriger Film soll sie sich als Schutzmantel auf trockene Gräser und Blätter legen. Dann brennen die Pflanzen nicht so schnell, und die Flammen breiten sich langsamer aus. Das gibt der Feuerwehr am Boden mehr Zeit, mit ihren Löschwagen anzurücken.

Das Löschen aus der Luft ist nicht einfach. Die Flugzeuge müssen ziemlich nahe über die Flammen hinwegfliegen. Und die rote Flüssigkeit soll möglichst nicht in Bächen oder Seen landen, auch nicht auf Häusern, Autos oder Menschen. „Das Zeug klebt ganz schön“, sagt der Feuerwehrmann. „Man kann es zwar mit Seife und Wasser abwaschen, aber da muss man kräftig rubbeln.“

Die Feuer in Kalifornien sind besonders schlimm, wenn es trocken und windig ist. Bei starken Winden aber dürfen die Löschflugzeuge nicht fliegen. Das ist zu gefährlich für die Piloten, erklärt Scott McLean.

Außerdem würde der Wind die Flüssigkeit in wahnsinnig viele kleine Teilchen zerstäuben. Dann kommen zu wenige Tropfen am Boden an.

Wasser fassen im Flug

Stolz erzählt McLean: Kalifornien habe weltweit die meisten Löschflugzeuge. Riesig groß ist dabei der Feuerwehr-Jumbo, eine umgebaute Boeing 747. Da passen 75 Tonnen Wasser rein! Der „Superscooper“ hingegen ist ein kleineres Wasserflugzeug, das im Flug über einen See seinen Bauch mit Wasser vollschaufelt. Es muss also nicht auf einem Flugplatz landen, um seinen Tank zu füllen. So können die Feuerwehrleute besonders schnell helfen.

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