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Mit „Maria 2.0“ etwas verändern

25.03.2021 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

In der katholischen Kirche ist viel veraltet und Frauen haben sehr wenige Rechte – Das soll sich ändern

„Maria 2.0“: So nennt sich eine Bewegung in der katholischen Kirche. Mittlerweile machen Menschen in ganz Deutschland mit. Was sie wollen? Veränderung in der katholischen Kirche. Vor allem Frauen sollen mehr Rechte bekommen.

Lisa Kötter, Mitinitiatorin vom Kirchenstreik „Maria 2.0“, aufgenommen anlässlich eines Gottesdienstes unter freiem Himmel. Katholische Frauen und verschiedene Frauen-Initiativen aus mehreren deutschen Bistümern beteiligen sich am Kirchenstreik „Maria 2.0“.   Foto: Friso Gentsch
Lisa Kötter, Mitinitiatorin vom Kirchenstreik „Maria 2.0“, aufgenommen anlässlich eines Gottesdienstes unter freiem Himmel. Katholische Frauen und verschiedene Frauen-Initiativen aus mehreren deutschen Bistümern beteiligen sich am Kirchenstreik „Maria 2.0“. Foto: Friso Gentsch

Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen! Vielleicht hast du diesen Spruch schon einmal benutzt? Zum Beispiel, weil jemand dir gegenüber ein Versprechen gebrochen hat. In Deutschland sind ziemlich viele Leute sauer. Denn sie finden, die römisch-katholische Kirche habe genau das gemacht: Ihr Versprechen gebrochen.

„Die Kirche soll für alle Menschen offen sein. Niemand soll ausgeschlossen oder ausgegrenzt werden. Kirche sein heißt, sich um Menschen zu kümmern. Das ist das Versprechen. Aber die römisch-katholische Kirche kümmert sich nur um sich selbst“, sagt Lisa Kötter. Sie gehört zu einer Gruppe, die sich „Maria 2.0“ nennt. Die Initiative ist vor rund zwei Jahren entstanden. Damals schlossen sich mehrere gläubige Frauen zu einer Gruppe zusammen. Ihr Ziel: Sie wollen in der Kirche etwas verändern.

Mittlerweile haben sich Männer und Frauen in ganz Deutschland dieser Bewegung angeschlossen. Sie stört etwa, wie die katholische Kirche mit Frauen umgeht. Daher kommt auch der Name „Maria 2.0“. Der Name bezieht sich auf die Mutter von Jesus Christus: Maria. Sie wird in der katholischen Kirche sehr verehrt, sie ist eine Heilige.

„Aber das Bild von Maria sieht so aus: Sie ist demütig, unterwürfig, brav und gehorsam“, erklärt Lisa Kötter. Das Problem daran ist, dass viele in der katholischen Kirche meinen, alle Frauen müssten wie Maria sein. „Wir sehen Maria aber anders. Für uns ist sie mutig und eigenständig. Sie entscheidet selbst über ihr Schicksal“, sagt Lisa Kötter.

Aktuell dürfen Frauen in der römisch-katholischen Kirche viele Aufgaben übernehmen: Sie dürfen zum Beispiel Religion unterrichten oder Seelsorge. Bestimmte Ämter sind für sie aber verboten.

Zum Beispiel dürfen Frauen keine Priesterinnen werden. Die katholische Kirche erklärt das vor allem so: Jesus habe damals nur männliche Apostel ausgewählt. Apostel waren so etwas wie die engsten Anhänger und Freunde von Jesus. Diese hätten seine Ideen weitergetragen und verbreitet. Sie seien also seine Nachfolger oder Stellvertreter gewesen. Weil das alles nur Männer waren, dürften heute auch nur Männer etwa Priester werden.

Das sehen nicht alle in der katholischen Kirche so. Aber eben doch einige. Der Papst als Chef der katholischen Kirche etwa ist gegen die Priesterweihe von Frauen. Vor etwa einem Jahr erklärte er dazu: „Die Frauen leisten ihren Beitrag zur Kirche auf ihre eigene Weise und indem sie die Kraft und Zärtlichkeit der Mutter Maria weitergeben.“

Die Anhänger dieser Auffassung sagen, dass sie sich weiter streng nach den Vorgaben und dem Vorbild Jesu in der Bibel richten wollen. Andere finden: Die Kirche muss offener werden. Auch für sie bleibt Jesus ein Vorbild.

Doch sie sagen auch: Die Welt hat sich verändert, seit Jesus vor 2000 Jahren geboren wurde. Wenn sich viele Menschen weiter mit der Kirche verbunden fühlen sollen, muss die Kirche sich deshalb auch verändern.

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