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Mit einer Rolle vorwärts auf dem Meer

22.08.2020 05:30, Von Maria Berentzen — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ein ungewöhnliches Segel lenkt den Wind um und hilft dadurch, Kraftstoff zu sparen

Große Schiffe brauchen eine Menge Kraftstoff, um über die Weltmeere zu fahren. Dabei entstehen aber schädliche Abgase. Wissenschaftler forschen deshalb an Möglichkeiten, Schiffe umweltfreundlicher anzutreiben. Eine Idee: eine drehende Säule.

Den Trick kennt man von Bällen. Trifft man etwa einen Fußball richtig, dann fliegt er im Drehen eine super Kurve. Das hat mit bestimmten Kräften in der Luft zu tun. Fachleute sprechen vom Magnus-Effekt, denn ein Herr Magnus hat diese Wirkung einst entdeckt.

Ein Flettner-Rotor auf dem Schiff „Fehn Pollux“ im Hafen von Leer.  Foto: Maria Berentzen/dpa
Ein Flettner-Rotor auf dem Schiff „Fehn Pollux“ im Hafen von Leer. Foto: Maria Berentzen/dpa

Vom Fußballplatz mit dem Ball geht es jetzt aber aufs Meer und aufs Schiff. Denn Forscher wollen dort diese Magnus-Wirkung nutzen, damit Schiffe vorankommen und dabei weniger Treibstoff verbrauchen.

Denn es gibt ein Problem: Die meisten Schiffe, die Waren rund um die Welt transportieren, fahren mit Dieselmotoren. Dabei entstehen Abgase, ähnlich wie bei Autos. „Diese Abgase machen die Luft schlecht“, sagt Michael Vahs. Er ist Wissenschaftler und kennt sich mit der Technik von Schiffen gut aus.

Die Windkraft nutzen

Wissenschaftler wie er wollen herausfinden, wie Schiffe so fahren können, dass sie der Umwelt und den Menschen weniger schaden. Eine Idee dabei ist natürlich, die Kraft des Windes zu nutzen. Schließlich weht der auf dem Meer fast immer.

Schon früh haben Menschen deshalb Segel auf Schiffen angebracht. Das ist allerdings aufwendig. Man braucht viele Menschen, um die Segel während der Fahrt zu bedienen. Segel aus Stoff können außerdem im Wind reißen, und man muss sie dann flicken.

Eine andere Art von Segel

„Deshalb gibt es die Idee, eine etwas andere Art von Segel einzusetzen“, sagt Michael Vahs. Das sieht auch ganz anders aus, als wir es gewohnt sind. Gemeint sind Flettner-Rotoren.

So ein Rotor wirkt ein bisschen, als habe jemand eine große Rolle Küchenpapier auf ein Schiff gestellt.

Diese Rolle dreht sich um sich selbst, während das Schiff fährt.

„Ein Flettner-Rotor verändert den Wind, der auf das Schiff trifft“, erklärt Michael Vahs. Und durch die so entstehenden Luftströmungen wird dann das ganze Schiff vorwärts gezogen.

Dahinter steckt der Magnus-Effekt vom Fußball!

Auf diese Weise benötigt der Motor weniger Treibstoff, um das Schiff voranzubringen. Damit entstehen auch weniger Abgase. Noch wird diese Technik selten genutzt. Zu sehen ist so ein moderner Flettner-Rotor aber zum Beispiel auf einem Fährschiff auf der Ostsee.

Andere Ideen, Schiffe umweltfreundlicher zu machen, sind etwa neue Treibstoffe und Energie aus Sonnenlicht. „Vermutlich werden durch die neuen Antriebe die Schiffe, die wir in Zukunft nutzen, ganz anders aussehen als die Schiffe, die wir heute kennen“, meint Michael Vahs.

Weniger Abgase von Schiffen

Die meisten Waren auf der Welt werden mit dem Schiff transportiert. Wenn du zum Beispiel neue Turnschuhe bekommst, dann sind sie wahrscheinlich aus Asien mit einem Schiff nach Deutschland gebracht worden.

Diese vielen Tausend Schiffe pusten eine Menge Abgase in die Luft. Die schaden aber der Gesundheit und tragen möglicherweise auch dazu bei, dass sich unser Klima erhitzt.

Es muss viel mehr getan werden

Auch deshalb gibt es inzwischen Grenzen dafür, welche Menge schädliche Stoffe ein Schiff ausstoßen darf. Diese legt eine internationale Organisation mit dem Namen IMO fest. So dürfen zum Beispiel seit diesem Jahr die Kraftstoffe nicht mehr so viel vom Stoff Schwefel enthalten wie früher.

Und bis zum Jahr 2050 sollen Schiffe nur noch halb so viele schädliche Gase ausstoßen dürfen wie noch vor einigen Jahren. Umweltschützer meinen aber, es muss noch viel mehr getan werden, damit Schiffe nicht so viel Schmutz verursachen.

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