Paulas Nachrichten

Mit einer Kuh auf Wanderschaft

09.03.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Eine Kuh mit Reisegepäck auf dem Rücken latscht gemütlich die Straße lang. Neben ihr läuft ein junger Mann und schwenkt seinen Wanderstab. Autofahrer staunen. Und jede Menge Leute bleiben stehen. Sie sehen der Kuh und ihrem Begleiter verwundert nach. Solche Szenen gab es oft, als Hadrien Rabouin mit Camomille auf Wanderschaft war. Der junge Franzose und die milchfarbene Kuh sind zusammen 1300 Kilometer gelaufen – viel weiter als man auf geradem Weg ganz vom Norden Deutschlands bis ganz runter in den Süden laufen würde.

„Camomille war eine wunderbare Begleiterin, wir haben viele nette Menschen unterwegs getroffen“, sagt Hadrien über die Kuhdame an seiner Seite. Für die Tour durch Frankreich, die mehrere Monate dauerte, bekam Camomille eigene Wanderschuhe: dicke Gummisohlen, um ihre weichen Hufe auf den harten Straßen zu schützen.

Mit einer Kuh zu wandern, ist eine komische Idee. Wie kommt man darauf? „Ein Packpferd wäre zu teuer gewesen, und einem Esel hätte ich ständig die Hufe beschlagen müssen“, sagt Hadrien. Camomille hat er geschenkt bekommen, als er 16 war. Er trainierte mit dem Kälbchen und brachte dem Tier später auch bei, Dinge zu tragen. Den Aufsatz für das Wandergepäck baute er selbst.

Als Hadrien im vergangenen August loszog, trug Camomille neben Klamotten auch mehrere Bücher, eine Gitarre und ein paar Lebensmittel auf dem Rücken. Geld hatte Hadrien Rabouin nicht dabei. „Oft haben mich Leute zum Essen eingeladen und uns einen Schlafplatz angeboten“, sagt er. „Aber manchmal wurden wir auch beschimpft und verjagt – und ich habe oft Hunger gehabt.“

Rund 20 Kilometer marschierte das Paar am Tag. Dickköpfig war Camomille dabei nur selten. „Aber wenn, dann konnte ich am Strick ziehen, so viel ich wollte“, erzählt Hadrien. Unterwegs sah er immer wieder bei Handwerkern zu. „Ich habe bei einem Schmied und in einer Töpferei mitgearbeitet, das hat großen Spaß gemacht“, sagt er.

Ende November, wenige Tag nach seinem 18. Geburtstag, kamen Hadrien und Camomille wieder zurück nach Hause. In den Monaten danach schrieb der junge Mann ein Buch über seine verrückte Reise. Von dem Geld, das er dafür bekommt, will er seine nächste Reise bezahlen. Denn weg will er so schnell es geht wieder: als Nächstes nach Italien, dann nach Thailand in Asien und nach Südamerika. Dann aber allein – Camomille darf bei ihren Artgenossen auf der Weide bleiben.

Hadrien und Camomille sind ungewöhnliche Wandergefährten. Der junge Franzose und die milchfarbene Kuh haben gemeinsam 1300 Kilometer zurückgelegt – Hadrien in Wanderschuhen, seine Kuh Camomille mit Gummisohlen unter den Hufen. Foto: Editions du Rocher

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