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Mit dem Teleskop in die Vergangenheit blicken

17.12.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dieses Weltraum-Teleskop soll völlig neue Einblicke verschaffen. Forschende erhoffen sich, dass sie mehr über die Entstehung des Weltalls erfahren. Mit Verspätung soll es bald endlich starten.

Darstellung des James-Webb-Weltraumteleskops, zusammengefaltet in der Ariane-5-Rakete beim Start vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana. So soll das Teleskop ins All gebracht werden.  Foto: D. Ducros/ESA/dpa
Darstellung des James-Webb-Weltraumteleskops, zusammengefaltet in der Ariane-5-Rakete beim Start vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana. So soll das Teleskop ins All gebracht werden. Foto: D. Ducros/ESA/dpa

Wer den Nachthimmel beobachten will, benutzt am besten ein Teleskop. Mit dem Instrument können wir die Planeten und Sterne deutlicher sehen. Auch Menschen, die den Weltraum erforschen, gucken durch Teleskope. Manchmal befördern sie die sogar ins All.

Noch in diesem Jahr soll ein neues Teleskop in den Weltraum abheben: das James Webb Space Telescope (kurz: JWST). Experten von den Raumfahrtbehörden Nasa aus den USA und Esa aus Europa haben lange an dem Teleskop gearbeitet.

„Herausgekommen ist das teuerste Ding, das jemals auf eine Rakete geschnallt wurde“, sagt Esa-Direktor Günther Hasinger. Und dieses Ding hat eine unglaubliche Reise vor sich.

Andere Weltraum-Teleskope bleiben in der Nähe der Erde. Das JWST hingegen wird sich eineinhalb Millionen Kilometer von unserem Planeten entfernen! Das ist ungefähr viermal weiter weg als der Mond von der Erde.

Der Grund: „Das Teleskop misst Infrarot-Licht, also Wärmestrahlung“, erklärt Günther Hasinger. Wäre das Teleskop näher an der Sonne, würde ihre Wärme die empfindlichen Sensoren stören. „Das wäre so, als ob man am helllichten Tag Sterne beobachten wollen würde.“

Weit abseits der Sonne kann das JWST mehr im All erkennen als jedes Teleskop zuvor. Es wird etwa Wolken aus Gas oder Staub durchdringen können, in denen Sterne und Planeten entstehen.

Zuvor konnte man nur auf solche Nebel gucken, nicht aber hinein in die Nebel. Auch soll das Teleskop erkennen, ob es auf der Oberfläche von Planeten Spuren von Leben gibt.

„Besonders gespannt bin ich aber auf das frühe Licht der ersten Galaxien“, sagt der Experte. Das Teleskop soll Licht empfangen, das Sterne einst ausgesandt haben, das aber erst jetzt bei uns ankommt. „Sozusagen können wir mit dem Teleskop in die Vergangenheit schauen.“ Die Forschenden wollen so mehr über die Entstehung des Weltalls erfahren. dpa

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