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Mit dem Fahrrad durch Matsch und Sand in Afrika

04.07.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wüste, Berge, Wald und Wasser – das alles hat der Amerikaner Kyle Henning mit seinem Fahrrad durchkreuzt. Der 28-Jährige ist vom tiefsten Punkt Afrikas zum höchsten geradelt.

Bis auf das letzte Stück: Der höchste Gipfel des Kilimandscharo-Gebirges – der Kibo – ist zu steil. Den musste Kyle zu Fuß erklimmen. Seine Tour begann am Ufer des Assalsees im Land Dschibuti, führte durch vier weitere Länder und endete in Tansania. Kyle sammelte mit der Aktion Geld für ein Jugendzentrum in dem afrikanischen Land Äthiopien. „dpa-Nachrichten für Kinder“ hat er von seinem Abenteuer erzählt.

Wie hast du dich gefühlt, als du nach rund drei Monaten endlich den Berg Kibo erreicht hast?

„Auf dem Gipfel war ich zu erschöpft, um irgendetwas zu fühlen. Ich hatte ja den Abstieg noch vor mir. Aber unten angekommen, zog ich endlich meine Schuhe aus und nahm eine Dusche. Da fühlte ich mich großartig.“

Hattest du keine Angst, so lange allein in Afrika?

„Gleich in der ersten Nacht bereitete mir eine Situation Herzrasen. Da war ich in der Wüste. Ich schlief seelenruhig in meinem Zelt. Um vier Uhr morgens hörte ich Autotüren knallen. Ich schreckte auf und sah durch mein durchsichtiges Zelt zwei Männer mit Gewehren. Der eine kam auf mich zu und fragte: ,Sind Sie Franzose?‘ Ich erwiderte vom Schlaf verwirrt: ,Wie, Franzose?‘ Daraufhin lächelte er. Er dachte wohl, dass ich tatsächlich Franzose sei. Da kam der zweite Mann auf mich zu. Bevor er etwas sagen konnte, sagte ich: ,Franzose!‘ Da lächelte er nur und bald darauf fuhren die beiden wieder ab.“

Wie merkwürdig! Konntest du danach wieder einschlafen?

„Nein. Ich wollte nur noch weg. Ich packte mein Zelt zusammen und radelte los, bis ins Morgengrauen. Das war aber die einzige gefährliche Situation auf meiner Reise.“

Du bist rund 3000 Kilometer geradelt. Hattest du danach nicht einen fürchterlichen Muskelkater?

„Nein, mein Körper hat das ganz gut mitgemacht. Ich habe mich ja zwei Jahre lang darauf vorbereitet. Ich habe mit einem gepäckbeladenen Fahrrad trainiert, um mich an das Gewicht zu gewöhnen.“

Und was hast du auf dem Weg gegessen?

„Wenn ich an einem Restaurant vorbeigekommen bin, habe ich mir den Bauch mit Reis oder anderen afrikanischen Spezialitäten vollgeschlagen. Unterwegs hatte ich nur Dinge dabei, die bei der Hitze nicht verderben: Kekse, Kräcker, Bananen. Manchmal war ich so hungrig, dass ich vor lauter Ungeduld rohe Nudeln gegessen habe.“

Ist es nicht furchtbar anstrengend, in der afrikanischen Hitze Fahrrad zu fahren?

„Überraschenderweise fand ich die Hitze gar nicht schlimm. Mein komplettes Gepäck hatte ich am Fahrrad befestigt und nicht am Körper. So hat mich der Fahrtwind stets gekühlt. Ich habe aber langärmelige Klamotten und immer eine Kopfbedeckung getragen, um keinen Sonnenbrand oder Sonnenstich zu bekommen. Außerdem habe ich pro Tag acht Liter Wasser getrunken.“

Gab es Momente, in denen du keinen Spaß mehr an der Sache hattest?

„Oh ja, ein Tag in Kenia war richtig ekelhaft. Da hat es sechs Stunden lang wie aus Eimern geschüttet. Die sandigen Wege standen unter Wasser, alles war schlammig, ich musste mein Fahrrad schieben. Es war kalt, ich war von oben bis unten durchnässt, und habe vor lauter Regen gar nichts mehr gesehen. Das hat mich einen ganzen Tag Zeit gekostet.“

Der 28-jährige Amerikaner Kyle Henning (links) am Ende seiner Reise mit einem Begleiter auf dem Uhuru Peak im Kilimandscharo-Gebirge in Tansania

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