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Manche Igel brauchen Hilfe

02.10.2021 05:30, Von celine Glöckner — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Waltraud Hoyer päppelt hilfsbedürftige Igel. Sie vermittelt aber auch die Kleinen aus den Tierheimen Reutlingen und Esslingen in private Hände. Ruth Hiemer zum Beispiel bekam von ihr eine neunköpfige Igelfamilie vermittelt. Hier lest ihr die ganze Geschichte der stachligen Großfamilie.

Ruth Hiemer mit ihren Igeln Foto: Glöckner
Ruth Hiemer mit ihren Igeln Foto: Glöckner

SCHLAITDORF. Hustend wurde die Igelin im Reutlinger Tierheim abgegeben. Schon in der ersten Nacht bekam sie ihre Babys: sieben Jungs und ein Mädchen. Eigentlich hätte man die Mutter erst entwurmen und mit Medikamenten behandeln müssen. Das ging aber nicht. Denn die Igelin musste ihre Jungen säugen.

Ruth Hiemer mit ihren Igeln Foto: Glöckner
Ruth Hiemer mit ihren Igeln Foto: Glöckner

Kurz darauf wurde Waltraud Hoyer informiert. Sie ist Mitglied beim Naturschutzbund Deutschland. Seit einigen Jahren ist sie in der Igelhilfe aktiv. Sie ist nicht nur eine sogenannte „Igelpäpplerin“. Sie vermittelt auch hilfsbedürftige Igel an Igelfreunde und betreut die Igel und die Menschen dann in ihrem Zuhause.

Im Fall der achtfachen Igelmama wandte sich Waltraud Hoyer an Ruth Hiemer aus Schlaitdorf. Denn die hat schon Erfahrung im Umgang mit Igeln. Das ist in diesem besonderen Fall sehr wichtig. Gemeinsam holten die beiden Frauen die Igelfamilie dann aus dem Tierheim ab. „Ich wollte mich dieser Herausforderung unbedingt stellen. Die letzten fünfeinhalb Wochen waren wirklich ein Erlebnis“, erzählte Ruth Hiemer glücklich.

Acht Igel sind für einen Wurf sehr viel. Der Durchschnitt liegt bei fünf bis sieben. Das weibliche Igeljunge bekommt besonders viel Aufmerksamkeit. „Igel sind schon auf der Vorwarnstufe der Roten Liste. In der Natur wären sicher nicht alle acht durchgekommen. Die Igelin ist also etwas ganz Besonderes, denn sie kann wieder Kinder bekommen. Damit wir sie immer erkennen, haben wir ein paar Stacheln rot eingefärbt“, erzählt Waltraud Hoyer.

Die kleinen Igel brauchen eine angenehme Zimmertemperatur. Deshalb bekam die Igelfamilie von Ruth Hiemer eine Kunststoffwanne im Wohnzimmer. In der Box verteilte sie Zeitungspapier als Bodenunterlage. Auch kleinere Zeitungsschnipsel kamen in die Box. Hinter denen können sich die Igel verstecken.

Viel zu tun hatte Ruth Hiemer am Anfang nicht. Sie musste nur die Box sauber halten und die Mutter füttern. „Die meiste Zeit bin ich nur vor der Box gestanden und habe die Entwicklung der Igelbabys beobachtet. Sei es, dass sie kleine Stacheln bekommen haben oder sie vom Kriechen ins Laufen übergegangen sind. Es war fantastisch“, berichtet Ruth Hiemer.

Inzwischen essen auch die kleinen Igel feste Nahrung. Besonders beliebt ist Rührei. Die Mutter mag das Gericht nicht. Aber ihre Babys haben in den letzten zwei Wochen 50 Eier verspeist.

Ruth Hiemer beginnt langsam mit dem Auswildern ihrer Schützlinge. Im Garten hat sie ein kleines Gehege aufgebaut, welches sie abdecken kann. Darin befindet sich ebenfalls eine Box, gefüllt mit einem Karton und Zeitung. Die Igel sollen sich langsam an die kühlere Außentemperatur gewöhnen, damit sie in etwa einer Woche ausgesetzt werden können. Da der erwachsene Igel nur den Uhu als natürlichen Feind hat, ist die Hündin von Ruth Hiemer keine Gefahr für die stacheligen Vierbeiner.

Ihr habt einen Igel gefunden oder wollt euch einfach nur informieren? Das könnt ihr unter Telefon (0 71 27) 3 42 05 bei Ruth Hiemer.

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