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Man kann nicht einfach etwas behaupten

09.01.2021 05:30, Von Philipp Brandstädter — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Richtige Wissenschaftler aber haben Beweise für ihre Erkenntnisse

Die einen glauben an magische Kräfte, andere an böse Mächte oder behaupten, das Coronavirus sei harmlos. In letzter Zeit haben wir es immer öfter mit Behauptungen zu tun, für die Beweise fehlen. Dabei macht erst der Beweis eine Wissenschaft zur echten Wissenschaft.

Astrologie versucht manchmal, auszusehen wie eine echte Wissenschaft. Aber etwa für den Zusammenhang zwischen dem Sternenhimmel am Geburtstag und etwa Eigenschaften gibt es keine Beweise.  Foto: picture alliance / dpa
Astrologie versucht manchmal, auszusehen wie eine echte Wissenschaft. Aber etwa für den Zusammenhang zwischen dem Sternenhimmel am Geburtstag und etwa Eigenschaften gibt es keine Beweise. Foto: picture alliance / dpa

BERLIN. Ben hat am 2. Februar Geburtstag. Seine Oma sagt, Bens Sternzeichen ist Wassermann. Sie behauptet auch: „Wassermänner sind einfallsreich und unabhängig.“ Das hat sie aus den Horoskopen, die sie immer in ihrer Zeitschrift liest. Horoskope stellen also eine angebliche Verbindung zwischen dem Zeitpunkt der Geburt und den Eigenschaften eines Menschen her.

Manche Leute versuchen, das wie eine echte Wissenschaft aussehen zu lassen: die Astrologie. Doch oft wirkt etwas nur auf den ersten Blick logisch. Schaut man genauer hin, stellt es sich als Unsinn heraus. So sind zum Beispiel längst nicht alle Leute mit dem Sternzeichen Wassermann super einfallsreich.

Die Astrologie wird manchmal auch als eine Pseudowissenschaft bezeichnet. Pseudo ist griechisch und bedeutet in etwa falsch oder trügerisch. Pseudowissenschaften versuchen Eindruck zu machen, indem sie wissenschaftlich wirken. Der große Unterschied zur echten Wissenschaft: Ihnen fehlen die Beweise!

Wolfgang Hund beschäftigt sich mit solchen Pseudowissenschaften und hinterfragt sie. „Es ist leicht, Dinge zu behaupten, ohne sie zu beweisen“, erklärt er. „Eine richtige Wissenschaft jedoch kann ihre Aussagen belegen.“

Dazu machen Forscher Untersuchungen: Sie beobachten, messen und experimentieren. Sie stellen sich dabei Fragen und prüfen ihre Antworten darauf, ob sie richtig sind und immer wieder gültig. Zudem können andere Forscher die Experimente wiederholen und testen, ob sie zu gleichen Ergebnissen kommen.

Pseudowissenschaften hingegen machen Versprechen, die sich schlecht oder gar nicht beweisen lassen: Da wird etwa behauptet, die Zukunft voraussehen zu können oder mit magischen Kräften heilen zu können. An eine Pseudowissenschaft zu glauben, kann angenehm sein und bequem. Denn sie gibt einfache Antworten.

Doch das kann zum Problem werden. Denn manchmal werden auch die richtigen Wissenschaften angegriffen. Etwa, wenn jemand behauptet, es gebe den Klimawandel nicht, trotz vieler Forschungsergebnisse. Oder es sei nie ein Mensch auf dem Mond gelandet. Und: Das Coronavirus sei ungefährlich.

„Wir erleben es gerade immer häufiger, dass Leute einfach irgendwelche Sachen behaupten und andere das ungeprüft glauben“, sagt Wolfgang Hund. „Dadurch werden dann Menschen verunsichert und wissen nicht mehr, was denn nun richtig ist. Sie handeln dann womöglich falsch und schaden sich selbst und anderen.“

Hund rät, Aussagen zu prüfen: Man guckt etwa nach, woher eine Info stammt. Ist diese Quelle zuverlässig? Haben andere Menschen die Aussage bestätigt? Gibt es Beweise? „Es ist nicht schlimm, eine Behauptung zu hinterfragen“, sagt Herr Hund. „Besonders außergewöhnliche Behauptungen müssen auch außergewöhnliche Beweise liefern.“

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