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Lieblingsplätze um die Ecke – zwei Brüder aus Polen erzählen

14.06.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der eine Junge ist sieben Jahre älter. Trotzdem teilen sich die Brüder ein kleines Zimmer. Kuba und Szymon leben in Danzig in Polen. Dort haben die deutschen Fußballer ihr EM-Quartier.

Jakub, genannt Kuba, ist 13 Jahre alt, Szymon sechs Jahre. Die beiden Brüder leben an der Ostseeküste in Danzig/Polen und teilen sich ein Zimmer.  Foto: Kristina Puck
Jakub, genannt Kuba, ist 13 Jahre alt, Szymon sechs Jahre. Die beiden Brüder leben an der Ostseeküste in Danzig/Polen und teilen sich ein Zimmer. Foto: Kristina Puck

Gleich rechts neben der Eingangstür biegen Szymon und Kuba ab in ihr Zimmer. Die sechs und 13 Jahre alten Brüder teilen es sich. Zwei kurze Betten, Schränke, ein schmaler Schreibtisch mit Computer und Fernseher, ein paar Regale – für viel mehr ist in ihrem Zimmer kein Platz. „Das funktioniert ganz gut“, sagt der ältere Kuba. Sie seien daran gewöhnt, dass es eng ist.

Eigentlich heißt er Jakub. Doch er wird häufig mit seinem kürzeren Spitznamen gerufen – und stellt sich selbst als Kuba vor. Die Wohnung der Familie liegt im obersten Stockwerk eines Hauses in Danzig. Von der Stadt an der Ostseeküste in Polen ist im Moment häufig die Rede. Denn die deutsche Nationalmannschaft hat dort ein Hotel für die Zeit der Fußball-Europameisterschaft bezogen.

Auch wenn sich Kuba und Szymon prima verstehen, manchmal gehen sich die Geschwister auf die Nerven. Der Jüngere sei zum Beispiel genervt, wenn er ihn nicht am Computer spielen lasse, erzählt Kuba. Wenn Szymon dann am Computer sitzt, verzieht sich Kuba gern nach draußen. „Oder ich gehe raus“, posaunt der Sechsjährige heraus.

Beide Jungen halten sich gern draußen auf. Szymon geht am liebsten auf den Spielplatz zwischen den Häuserblöcken. Dort darf er allein hin, weil er nicht über die Straße muss: Nur einige Meter den Fußweg entlang, schon ist er da.

„Ich finde die Schaukel am besten“, erzählt der Erstklässler, „denn ich kann von der Schaukel auch runterspringen.“ Und schon setzt er sich rauf, schaukelt hoch und immer höher – bis er sich in den Sand plumpsen lässt. „Noch mal!“

Wenig später ziehen die Brüder weiter zu Kubas Lieblingsplatz: einem Fußball-Feld. In der Mitte ist der Rasen abgewetzt, die Tore sind aus Stangen ohne Netz. „Ich gehe dort fast jeden Tag hin“, erzählt der 13-Jährige. „Es ist so: Wenn ich von der Schule komme, wird es mir nach 30 Minuten langweilig. Und ich muss einfach Fußball spielen gehen. Dann rufe ich meine Freunde an. Und wir spielen so zwei Stunden.“ Kuba stellt sich freiwillig ins Tor. Er spielt lieber Torwart oder Verteidiger als Mittelfeldspieler oder Stürmer. „Man kann von überall ein Tor schießen – auch als Verteidiger.“

Kaum zurück in der Wohnung, drängelt Szymon: Er will wieder raus zu seinen Freunden auf dem Spielplatz. Seine Mutter sagt Ja – und schon legt der Sechsjährige seine Hand auf die Türklinke und flitzt nach unten.

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