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„Lichtkunst hilft gegen Traurigkeit“

25.04.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ein Schiff wird mit einem Fest eingeweiht. Es ist dunkel im Hafen. Der schwimmende Riese jedoch leuchtet. Das Licht ist erst rot, dann weiß, dann grün. Vom Schiff strahlen außerdem dicke Lampen in den Himmel. Dort malen sie Bilder in die Luft. Ein Feuerwerk startet, es kracht im Takt zur Musik. Solche Sachen denkt sich Gert Hof aus. Er ist Lichtkünstler. Das heißt: Er kennt sich aus mit Scheinwerfern, Laser-Blitzen und anderem Licht. Diese Dinge packt er zusammen mit Musik und Feuerwerk, um rund um die Erde Mega-Spektakel zu machen. Gert Hof hat dpa-Nachrichten für Kinder erzählt, was daran Spaß macht.

Herr Hof, warum machen Sie Lichtkunst?

Ich möchte den Leuten zeigen, wie man staunen kann. Denn das tun die meisten, wenn sie eines meiner Kunstwerke betrachten. Sie bekommen dann ganz leuchtende Augen.

Leuchtende Augen haben manche Leute auch, wenn sie ein Bild im Museum sehen. Was ist anders bei Ihrer Show?

Wenn ich eines meiner Werke aufführe, stehen viele Menschen zusammen. Und alle schauen gleichzeitig in den Himmel. Das ist eine tolle Sache, dass man das gemeinsam erlebt. Und Lichtkunst hilft gegen Traurigkeit. Denn Licht steht für Leben, besonders das Licht der Sonne. Die ist ja die größte Lampe, die wir haben.Ihre Kunst ist nur ganz kurz da. Denn Ihre Shows dauern höchstens eine halbe Stunde. Wie lange bereiten Sie sich darauf vor?

Ungefähr drei bis vier Monate. Wenn ich weiß, wann und wo eine Show stattfinden soll, fange ich an, Ideen zu sammeln. Ich möchte mit Licht Geschichten erzählen. Also überlege ich, welche Geschichte das ist und wie ich sie zeigen kann.

Und dann?

Ich mache ganz viele Skizzen. Dann lasse ich die Musik dazu schreiben. Und dann übernehmen Computer die meiste Arbeit. Sie rechnen alles zusammen. Die Computer steuern dann auch die Aufführungen. Wenn die Technik aber mal ausfällt, muss ich alles selbst anmachen und ausmachen. Dann wird es richtig kompliziert.

Sie haben Ihre Kunstwerke schon an vielen Orten der Welt gezeigt. Fehlt Ihnen noch einer?

Ja, der Nordpol! Das ist mein größter Traum. Dort leben ja kaum Menschen, deshalb könnte niemand dort die Kunst sehen. Aber ich würde sie übers Fernsehen in die ganze Welt übertragen lassen. Damit alle sehen, welch tolle Natur es dort gibt. Und alle daran erinnert werden, dass wir diese Natur schützen müssen.

Lea und Jan experimentieren im Kunstmuseum Celle mit einer Lichtinstallation. Foto: Ressing

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