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Licht und Schatten

29.12.2021 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Oft spricht man vom „Goldenen Zeitalter“: Denn vor rund 400 Jahren erlebten die Niederlande sehr erfolgreiche Jahre. Ein Mann wurde zum berühmtesten Künstler seiner Zeit.

Im Ausstellungssaal des Städel-Museums ist auch das Gemälde „Die Entführung des Ganymed“ (1635) von Rembrandt zu sehen. Die Ausstellung „Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam“ betrachtet noch bis zum 30. Januar die Erfolgsgeschichte Rembrandts vom jungen, ambitionierten Künstler aus Leiden bis zum berühmten Maler in Amsterdam.  Fotos: Arne Dedert/dpa
Im Ausstellungssaal des Städel-Museums ist auch das Gemälde „Die Entführung des Ganymed“ (1635) von Rembrandt zu sehen. Die Ausstellung „Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam“ betrachtet noch bis zum 30. Januar die Erfolgsgeschichte Rembrandts vom jungen, ambitionierten Künstler aus Leiden bis zum berühmten Maler in Amsterdam. Fotos: Arne Dedert/dpa

Täglich legten neue Schiffe im Hafen der Stadt Amsterdam in den Niederlanden an. Sie hatten eine lange Reise hinter sich, kamen aus Südamerika, aus der Karibik oder Indien. Geladen hatten sie kostbare Fracht, zum Beispiel Gewürze, Zucker oder auch Holz. Im Hafen war also mächtig was los. Genauso wie in der Stadt. Dort wimmelte es nur so von Händlern und Kaufleuten.

Denn die Niederlande machten vor rund 400 Jahren eine rasante Entwicklung durch. Das kleine Land hatte Gegenden auf der ganzen Welt erobert und wurde so zu einer wichtigen Handelsmacht. Viele Menschen in den Niederlanden wurden mächtig und vor allem sehr reich.

Aber nicht nur die Geschäfte mit Waren brummten, auch die mit Kunst! Jedes Jahr wurden um die 70 000 Bilder verkauft. Manche dieser Gemälde sind heute weltberühmt. Kunstfachleute sprechen deshalb oft vom „Goldenen Zeitalter“.

Inmitten dieses Trubels lebte der wohl berühmteste aller niederländischen Künstler. Sein Name: Rembrandt. Er war nicht nur ein genialer Maler, sondern auch ein super Verkäufer.

„Kein anderer Künstler der europäischen Geschichte vor oder nach ihm hat sich so oft selbst gemalt wie Rembrandt“, erzählt Anna Huber. Sie arbeitet im Städel-Museum in der deutschen Stadt Frankfurt am Main. Dort läuft gerade eine große Ausstellung über Rembrandt und das „Goldene Zeitalter“.

Für seine Selbstbildnisse schlüpfte Rembrandt in verschiedene Rollen. Mal trug er zum Beispiel eine Rüstung, ein anderes Mal einen Federhut.

Was bezweckte Rembrandt damit? „Heute würde man sagen, er hat sich als Marke aufgebaut. Sein Gesicht wird zu seinem Markenzeichen. Wie eine Art Selfie“, erklärt Anna Huber. Das war megaerfolgreich. In den Niederlanden wurde Rembrandt zum berühmtesten und erfolgreichsten Maler seiner Zeit.

Rembrandt konnte aber nicht nur super für sich Werbung machen. Er malte auch einzigartige Bilder. Seine Gemälde wirken fast wie Schnappschüsse. Rembrandt zeigte Momente und Gefühle. Deshalb wirken seine Bilder sehr lebendig. „Er selbst nannte es die größte und natürlichste Beweglichkeit“, sagt Anna Huber.

Um die Stimmung der Menschen einzufangen, nutzte Rembrandt eine besondere Technik: Er spielte mit Licht und Schatten, mit hellen und dunklen Farben. Unwichtige Dinge malte er zum Beispiel nur in Umrissen und in dunklen Farben, sodass man sie auf den Bildern kaum erkennen kann.

Die wichtigen Dinge aber, wie zum Beispiel das Gesicht, malte er besonders fein und in hellen Farben. Das konnte niemand so gut wie Rembrandt!

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