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Kunst für Dinosaurier-Fans

20.08.2020 05:30, Von Birk Grüling — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dinosaurier sind schon lange ausgestorben – und trotzdem gibt es Bilder von ihnen

Joschua Knüppe ist Paläokünstler: Er zeichnet Dinosaurier. Vorlagen für seine Bilder sind die neuesten Funde der Dino-Forscher. Manche Dinge dürfen sich die Künstler aber auch ausdenken – zum Beispiel die Farben der Saurier.

Joschua Knüppe hat diesen Wiehenvenator gezeichnet.  Foto: Joschua Knüppe/dpa
Joschua Knüppe hat diesen Wiehenvenator gezeichnet. Foto: Joschua Knüppe/dpa

Er erweckt Dinosaurier zum Leben – zum Glück aber nur auf Papier! Denn Joschua Knüppe ist Paläokünstler. So heißen Leute, die im Auftrag von Forschern ausgestorbene Tiere zeichnen.

Der Wiehenvenator lebte vor rund 163 Millionen Jahren

Joschua Knüppe zeigt vor einem 200 Millionen Jahre alten versteinerten Fischsaurier (Ichthyosaurus communis) eine Illustration des Fossils. Foto: picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa
Joschua Knüppe zeigt vor einem 200 Millionen Jahre alten versteinerten Fischsaurier (Ichthyosaurus communis) eine Illustration des Fossils. Foto: picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa

Joschua Knüppe hat sich den Wiehenvenator vorgenommen. Mit einer Länge von neun Metern und Zähnen so groß wie Bananen war er der größte Raubsaurier Deutschlands.

Vor etwa 20 Jahren fanden Forscher seine versteinerten Überreste in einem Steinbruch in der Nähe von Minden/Nordrhein-Westfalen: Rippen, Zähne und Teile des Schädels.

Dieser eher etwas dickliche Raubsaurier hatte kurze Arme und kräftige Beine. Auf dem Bild von Joschua Knüppe ist außerdem das Maul weiß. Am Hinterkopf trägt er rötlichen Flaum wie bei einem Küken, und um die Augen verläuft ein schwarzes Band. Dank dieser Zeichnung können wir uns nun gut vorstellen, wie der Wiehenvenator möglicherweise aussah.

Joschua Knüppe zeichnete seine ersten Saurier schon im Kindergarten. Heute liest er auch viele Bücher und Studien über diese Tiere. Dieses Wissen ist wichtig für seine Arbeit. Denn nur extrem selten finden Forscher ganze Saurier-Skelette: Meist sind es wenige Knochen oder Zähne. Daraus muss der Künstler ein sinnvolles Bild zeichnen.

Zeichnen in Absprache mit den Wissenschaftlern

Er spricht dafür mit den Forschern über die gefundenen Knochen und schaut sich verwandte Saurier an. Außerdem versucht er herauszufinden, durch welche Landschaften die Tiere streiften und was sie fraßen.

„So bekomme ich eine gute Vorstellung von den Dinosauriern. Alles, was ich nicht weiß, muss ich mir ausdenken“, erklärt er. Natürlich macht er das in Absprache mit den Forschern.

Die Farben von Haut oder Federn sind oft unbekannt

Zu seinen Freiheiten gehört zum Beispiel die Farbe der Dinos. Zwar ist inzwischen bekannt, dass viele Raubsaurier gefiedert waren. Welche Farben ihre Federn und Haut hatten, lässt sich aber nur bei den Allerwenigsten sagen.

„Trotzdem mache ich mir hier viele Gedanken über das Aussehen der Dinos und nehme nicht einfach meine Lieblingsfarben“, sagt Joschua Knüppe.

Unterschiedliches Aussehen von Pflanzenfressern und Raubsauriern

Ein kleiner Pflanzenfresser war wahrscheinlich eher grün oder braun gefärbt, um sich besser im Unterholz verstecken zu können. Die meisten Raubsaurier stellen sich Forscher hingegen gefiedert und farbenfroh vor: um Feinde abzuschrecken und Weibchen zu beeindrucken. Für einen farbigen Dinosaurier braucht Joschua Knüppe oft eine ganze Woche. Am liebsten zeichnet er auf Papier und nachts. Da sind Phantasie und Ruhe am größten. Mit den Farben und vielen Einzelheiten wirken seine Bilder am Ende so, als hätte er den Wiehenvenator und seine Verwandten auf seinem letzten Ausflug in die Natur beobachtet.

Es gibt viele falsche Bilder von den Dinosauriern

In Kinderbüchern oder Kinofilmen über Dinosaurier wird häufig geschummelt. Jedenfalls sehen die Dinosaurier dort nur selten so aus, wie Forscher und Forscherinnen sie beschreiben können.

Raptoren hatten Federn und keine Echsenhaut

Ein Beispiel: Raptoren werden häufig als graugrüne oder sogar blaue Raubsaurier mit glatter Echsenhaut dargestellt. Dabei wissen die Forscher längst: Sie trugen Federn! Damit ähnelten sie stark ihren heutigen Nachfahren, den Vögeln. Gleiches gilt übrigens auch für viele große Raubsaurier wie den Tyrannosaurus rex. Versteinerte Spuren deuten daraufhin, dass manche Raubsaurier mit den Krallen im Boden scharrten wie ein Hahn, der auf sich aufmerksam machen will.

Sicher gingen Saurier nicht laut brüllend auf die Jagd

Ob der Tyrannosaurus und seine Verwandten auch am Morgen krähten, lässt sich leider nicht sagen. Laut brüllend gingen sie aber vermutlich nicht auf die Jagd. Das hätte die Beute verscheucht.

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