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Kristin aus Island bleibt lange auf

19.06.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kristin braucht im Sommer ganz dicke Gardinen. Sonst ist es nachts einfach nicht dunkel! Denn bei ihr zu Hause in Eskifjördur auf Island sind im Sommer die Nächte so hell wie die Tage – fast jedenfalls. „Wenn mein Zimmer nicht dunkel ist, kann ich überhaupt nicht schlafen“, sagt die Elfjährige. Das ist für sie aber auch schon der einzige Nachteil, wenn die Sonne im hohen Norden sogar nachts noch scheint.

Ein Riesenvorteil dagegen ist: Die Kinder auf der Insel Island haben vom 4. Juni bis zum 22. August Sommerferien. Elf Wochen, fast doppelt so lang wie in Deutschland. Wird das nicht langweilig? „Überhaupt nicht. Ich bin jeden Tag mit meinen Freundinnen unterwegs“, erzählt Kristin. Eskifjördur ist ein großes Dorf direkt am Wasser. Jeden Tag spielt die Elfjährige Fußball und Golf. Den Ruf „Reinkommen, wenn es dunkel wird!“ gibt es in den Ferien nicht. So gegen zehn Uhr abends sollte Kristin zu Hause sein, sagt ihre Mutter. Ins Bett muss sie dann aber noch lange nicht: „Nein, sie bleibt im Sommer auf, bis sie selbst schlafen will.“

Es ist oft so kalt hier, dass Kristin auch im Sommer mal Handschuhe anziehen muss. Aufwärmen kann sie sich mit ihren Freundinnen im Freibad. Im Freibad? Genau. Island hat viele heiße unterirdische Quellen. Man kann den ganzen Tag im warmen Wasser schwimmen. „Schwatzen macht am meisten Spaß in den besonders warmen Pools“, sagt Kristin.

Auch die Erwachsenen wollen im Sommer mehr erleben als im dunklen und sehr kalten Winter. „Es gibt viele Feste. Immer mit der ganzen Familie“, sagt Kristin. Wenn die Erwachsenen dann so richtig in Stimmung gekommen sind, springen sie auch schon mal um Mitternacht in das Wasser vom Fjord. Das ist ein Meeresarm. Und er ist im Gegensatz zu den heißen Quellen ganz schön kalt: Das Wasser wird nie wärmer als acht Grad. Dafür sitzt sie spät abends gern mit einer Freundin zum Angeln am Wasser. Es gibt so viele Fische, dass immer einer anbeißt. Kristin wirft alle gefangenen Fische wieder ins Wasser. Der Kühlschrank zu Hause ist sowieso immer voll davon.

Im Winter wird es auf Island übrigens fast gar nicht richtig hell. Das hat einen großen Nachteil, findet Kristin. „Man kommt morgens nur ganz schwer aus dem Bett.“

Die elfjährige Kristin aus Eskifjördur auf Island steht mit Fußball und Golftasche bepackt am Fjord. Kristin lebt im Norden der Insel. Dort ist es im Sommer fast immer hell. Foto: Thomas Borchert

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