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Knoten können Leben retten

04.02.2017, Von Helen Ahmad — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Beim Segelschein sind sie Teil der Ausbildung

Gute Knoten sind nützlich – im Alltag, bei Ausflügen und in besonderen Situationen. Egmont Friedl weiß, wann man welchen Knoten macht.

Wie bindet man einen Achterknoten?  Grafik: K. Losacker
Wie bindet man einen Achterknoten? Grafik: K. Losacker

WAAKIRCHEN (dpa). Knoten kennt jeder. Die Schuhe müssen zugebunden werden und der Luftballon wird zugeknotet, damit die Luft nicht entweicht. Knoten sind zu vielem gut und wir brauchen sie jeden Tag. Aber wusstest du, dass es auch ganz besondere Knoten gibt? Nämlich Knoten, die so stark sind, dass sie einen Menschen am Berghang halten und ein Schiff daran hindern, wegzuschwimmen. Es gibt Menschen, die nutzen Knoten im Beruf, zum Beispiel Baumkletterer. Die brauchen sehr sichere Knoten, damit sie mit einer Motorsäge in hohen Bäumen herumklettern und arbeiten können.

Auch für Segler auf dem Meer sind Knoten überlebenswichtig. Egmont Friedl segelt seit seinem 15. Lebensjahr auf den Meeren herum. Knoten zu lernen ist Teil der Ausbildung, die man für einen Segelschein braucht.

Heute arbeitet Egmont Friedl außerdem als Rigger. Ein Rigger hat die Aufgabe, sich um das Tauwerk auf Jachten zu kümmern. Zudem bringt er anderen Menschen bei, welches der richtige Knoten für welchen Anlass ist. Er hat sogar ein Buch über Knoten geschrieben.

„Ich war schon als Kind auf Abenteuer aus“, erzählt Egmont Friedl. „Ob wir ein Baumhaus gebaut haben oder Gepäck auf dem Fahrrad vertäut haben – wir brauchten immer Knoten.“ Auch wenn er in den Bergen unterwegs war, hatte er immer ein Seil dabei. Egmont Friedl und seine Freunde waren sehr stolz darauf, gute Knoten zu beherrschen. „Es ist gar nicht nötig, Hunderte von Knoten zu kennen“, erklärt Egmont. „Ein paar Grundknoten reichen völlig aus.“

Diese Knoten haben merkwürdige Namen wie Spierenstich, Schmetterlings-Knoten oder Konstriktor-Knoten. Es gibt aber auch den Halbmastwurf oder die eilige Anglerschlaufe und noch viele mehr. Du kannst sie benutzen, um ein Freundschaftsband zu knüpfen. Oder um Knoten in ein Tau zu machen, an dem du dann hochklettern kannst.

„Einen guten Knoten erkennt man daran, dass er zwar nicht von alleine aufgeht, er sich aber wieder öffnen lässt“, sagt Egmont Friedl. Schließlich braucht man Knoten meist nicht für die Ewigkeit.

Einen schlechten Knoten erkenne man daran, dass er von allein aufgeht. Als Kind hatte Egmont Friedl mal ein Schlauchboot nicht richtig vertäut. Der Knoten löste sich und er musste schwimmen, um sein Boot zu retten. So etwas passiert ihm heute nicht mehr.

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