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Kleine Spinne wagt den großen Sprung

21.10.2020 05:30, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sogenannte Springspinnen gehen auf die Jagd –

Nicht mehr lange und wir feiern Halloween. Geschnitzte Kürbisse, Spinnweben und gruselige Krabbeltiere dürfen dann für die Dekoration nicht fehlen. Doch nicht alle Spinnen bauen Netze. Manche gehen auch auf die Jagd und springen auf ihre Beute.

Zebraspringspinne (Salticus scenicusist) auf einem Blatt. Zebraspringspinnen mögen es sonnig und warm.  Foto: Stefanie Paul
Zebraspringspinne (Salticus scenicusist) auf einem Blatt. Zebraspringspinnen mögen es sonnig und warm. Foto: Stefanie Paul

KÖLN. Manche Spinnen bauen kunstvolle Netze. Sie warten dann nur darauf, dass sich Insekten in den klebrigen Fäden verfangen. Ist es so weit, krabbeln die Spinnen blitzschnell hervor, beißen zu, lähmen ihre Beute mit Gift und spinnen sie ein.

Es gibt aber auch Spinnen, die jagen ganz anders. Diese Spinnen bauen keine Netze, sondern sie erlegen ihre Beute mit einem Sprung. Es sind sogenannte Springspinnen. Man findet sie fast überall auf der Welt, besonders viele Arten leben in den Tropen – also dort, wo es schön warm ist. Aber auch in Deutschland gibt es einige Arten. Zum Beispiel lebt bei uns die Zebraspringspinne.

Die Tiere sind nur etwa einen halben Zentimeter groß, sehen aber toll aus. Ihr Hinterleib ist nämlich auffällig gemustert: mit schwarz-weißen Streifen, ähnlich wie bei einem Zebra. Daher hat die kleine Spinne auch ihren Namen. „Besonders gut kann man die Spinnen an warmen, sonnigen Plätzen beobachten, zum Beispiel an Hauswänden“, erklärt der Fachmann Roland Mühlethaler.

Auf dem Speiseplan der Spinnen stehen kleinere Insekten, wie Käfer und Fliegen. Um an die heranzukommen, geht die Spinne auf die Jagd: Sie schleicht sich langsam an ihre Beute heran, bis sie nur noch ein paar Zentimeter entfernt ist. Dann springt sie blitzschnell ab, packt ihre Beute und beißt mit ihren Giftklauen zu.

Für ihren Sprung benutzt die Spinne aber nicht etwa Muskeln, sondern die sogenannte Hämolymphe. Das ist eine Körperflüssigkeit etwa bei Insekten, es ist also sozusagen das Blut der Spinne. Die Flüssigkeit wird in den hinteren Beinen zusammengezogen und dann plötzlich freigelassen. Dadurch werden die Beine ruckartig gestreckt und die Spinne springt ab. Das alles passiert unfassbar schnell.

„Bevor die Spinne abspringt, spinnt sie außerdem noch einen Faden und befestigt diesen am Boden. Er ist so eine Art Sicherheitsleine“, erklärt der Fachmann. Geht der Sprung daneben, kann sich die Spinne an diesem Sicherheitsfaden wieder hochziehen. Sie stürzt also nie ab.

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