Paulas Nachrichten

Kleine Landtierchen mit Kiemen

03.12.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Verborgenen krabbeln viele kleine Tiere. Wenn wir am Boden liegende Äste umdrehen oder unter Steine gucken, finden wir zum Beispiel oft Asseln. „Iiih“, sagen dann viele Menschen. Sie erschrecken sich, wenn die kleinen Tierchen rasch weglaufen und finden sie widerlich.

Asseln sind aber überhaupt nicht eklig. Sie sind sogar sehr nützlich! Sie fressen zum Beispiel Blätter, die von den Bäumen fallen. Und sie knabbern an Holz. Auch im Komposthaufen können wir sie finden. Asseln helfen, Pflanzenreste zu zersetzen. Nach und nach entsteht so neue Erde. Die Tiere haben also eine ähnliche Aufgabe wie Regenwürmer.

Solche Landasseln hast du bestimmt schon gesehen. Aber hättest du gedacht, dass die meisten Asseln im Wasser leben? Sie atmen mit Kiemen – so ähnlich wie Fische. Kiemen sind Organe, die Sauerstoff aus dem Wasser holen können. Ohne dieses Gas kann kein Tier leben. Und die Landasseln? Auch sie haben eine Kiemenatmung! Die zarten Organe hängen außen am Körper und müssen immer feucht bleiben. Deshalb leben Asseln so gern unter Steinen und in dunklen Kellerecken: Dort gibt es immer winzige Wasserpfützchen, die nicht so schnell austrocknen. Die meisten Landasseln haben zusätzlich noch Organe, die so ähnlich wie Lungen funktionieren. So können sie Sauerstoff auch aus der Luft holen. Bei der Kellerassel zum Beispiel kannst du diese Atemorgane gut unten am Hinterteil erkennen. Sie sind mit Luft gefüllt und sehen deshalb weiß aus.

Auch der Nachwuchs wird schön feucht gehalten. Die Weibchen tragen die Eier am Bauch in einer speziellen Tasche, die mit Flüssigkeit gefüllt ist. Aus ihr schlüpfen bei Kellerasseln zum Beispiel nach einer Weile bis zu 70 Miniasseln.

Wer wachsen will, muss den Panzer wechseln: Asseln haben nämlich einen recht festen Panzer. Er schützt die Tiere vor Feinden und davor auszutrocknen. Die robuste Hülle hat allerdings auch einen Nachteil: Sie kann nicht wachsen. Will sie größer werden, muss sich eine Assel deshalb häuten.

Das ist jedes Mal eine riskante Aktion: Wenn Asseln den Chitinpanzer abstreifen, sind sie ungeschützt und weich. Dann härtet sich die oberste Hautschicht zu einem neuen, größeren Panzer aus. Die abgestreifte Hülle heißt Exuvie. Oft fressen Asseln sie nach der Häutung auf.

Asseln häuten sich übrigens auf eine ganz besondere Weise: Sie machen das in der Regel in zwei Schritten. Dafür platzt der Panzer in der Mitte auf. Dann streifen die Tiere zuerst den hinteren Teil vom Panzer ab, danach den vorderen. Asseln häuten sich das ganze Leben lang immer wieder.

Eine Landassel, die auf einem nassen Blatt sitzt. Asseln sind sehr nützlich und fressen zum Beispiel Blätter, die von den Bäumen fallen, und altes Holz. Sie helfen, Pflanzenreste zu zersetzen. Nach und nach entsteht so neue Erde. Die Tiere haben also eine ähnliche Aufgabe wie Regenwürmer. Foto: Angelika Göllnitz

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