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Klassensprecher müssen keine Streber sein

02.09.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wer soll Klassensprecher werden? Um diese Frage geht es meist, wenn nach den Sommerferien die Schule wieder losgeht. Die Klasse stimmt dann im Normalfall über den Klassensprecher ab. Aber was macht der eigentlich? Und wie ist das, der Sprecher zu sein? Tim Gerrits weiß das gut. Der 19-Jährige war fünf Jahre lang Klassensprecher. Und auch noch zwei Jahre lang Schülersprecher.

Warum bist Du Klassensprecher geworden?

„In der dritten Klasse in der Grundschule wurde ein Sprecher gesucht. Es gab eine Gruppe von Leuten, die immer alles gemacht haben. Zu denen gehörte ich auch. Dann haben mich meine Klassenkameraden gewählt.

Ich war eben einer von denen, die mehr Zeit hatten. Das lag auch daran, dass ich ganz gut war in der Schule und auch mehr Zeit hatte, mich für meinen Posten zu engagieren.“

Was sind die wichtigsten Aufgaben?

„In der Grundschule haben mich die Lehrer oft nach vorne gerufen, wenn es eine Abstimmung gab. Zum Beispiel, wohin die nächste Wanderung geht. Das war natürlich schon ein komisches Gefühl, wenn man da vorne vor den ganzen anderen stand. Später habe ich dann selber in der Schulkonferenz über wichtige Projekte für die Schule mit abgestimmt – zum Beispiel, wie die Schulkantine umgebaut wird.“

Als Klassensprecher hat man’s ja wohl nicht immer leicht, oder?

„Als ich anfing, haben mich manche schon gehänselt. Ich war der, der loslaufen musste, wenn der Lehrer mal nicht da war. Aber das Streber-Image hatte ich nicht lange.

So viel mit Schleimen hat das ja nicht zu tun.“

Sondern?

„Man spricht ja für die ganze Klasse. Wenn ein Mitschüler ein Problem hat, muss man das auch vor dem Lehrer vertreten. Und der möchte das vielleicht gar nicht hören.

Einmal hat ein Lehrer sich geweigert, mit uns zu diskutieren. Dann bin ich sogar zum Schulleiter gegangen.

Irgendwann merken das auch die anderen Schüler, dass man was für sie tut.“

Schüler einer 9. Klasse eines Gymnasiums. – Was will meine Klasse? Das ist eine wichtige Frage für einen Klassensprecher. Er oder sie ist unter anderem dafür da, die Klasse nach außen zu vertreten etwa gegenüber den Lehrern oder in der Schülervertretung der Schule. Foto: Jens Büttner

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