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Kirche, Moschee, Museum und wieder Moschee

20.07.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Hagia Sophia in Istanbul in der Türkei hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich

Sie gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Welt: die Hagia Sophia in der Türkei. Das prächtige Gebäude entstand vor langer Zeit als christliche Kirche, aber vieles änderte sich später. Nun macht der türkische Staatschef daraus wieder ein Moschee.

Eine Luftaufnahme der Hagia Sophia, eine der wichtigsten Touristenattraktionen in der Stadt Istanbul im Land Türkei.  Foto: -/AP/dpa
Eine Luftaufnahme der Hagia Sophia, eine der wichtigsten Touristenattraktionen in der Stadt Istanbul im Land Türkei. Foto: -/AP/dpa

BERLIN (dpa). Wo soll man bloß zuerst hinschauen: Zu den Engeln mit den riesigen Flügeln? Oder lieber zum Mann mit der prächtigen Krone? In der Hagia Sophia lassen sich viele wunderschöne Sachen entdecken!

Türkei, Istanbul: Ein Mosaik mit einer Darstellung der christlichen Muttergottes mit Jesuskind ist zwischen islamischen Schriftzeichen in der Hagia Sophia zu sehen, die derzeit ein Museum und als Teil des historischen Viertels in Istanbul als Weltkulturerbe der Unesco gelistet ist. Viele Menschen kommen in die Hagia Sophia, um die prächtigen Mosaike zu sehen. Sie stammen aus der Zeit, als das Gebäude eine Kirche war.  Foto: Yasin Akgul/dpa
Türkei, Istanbul: Ein Mosaik mit einer Darstellung der christlichen Muttergottes mit Jesuskind ist zwischen islamischen Schriftzeichen in der Hagia Sophia zu sehen, die derzeit ein Museum und als Teil des historischen Viertels in Istanbul als Weltkulturerbe der Unesco gelistet ist. Viele Menschen kommen in die Hagia Sophia, um die prächtigen Mosaike zu sehen. Sie stammen aus der Zeit, als das Gebäude eine Kirche war. Foto: Yasin Akgul/dpa

Deshalb besuchen jedes Jahr Tausende Menschen das Gebäude mit den spitzen Türmen mitten in der Stadt Istanbul im Land Türkei. Eigentlich ist es ein Museum. Doch das ändert sich gerade.

Vor 1500 Jahren wurde die Hagia Sophia erbaut

Ein Engelsmotiv in der Hagia Sophia. Das Mosaik wurde am 25. Juli 2009 aufgedeckt.  Foto: Tolga Bozoglu/epa/dpa
Ein Engelsmotiv in der Hagia Sophia. Das Mosaik wurde am 25. Juli 2009 aufgedeckt. Foto: Tolga Bozoglu/epa/dpa

Das Ganze hat mit der spannenden Geschichte der Hagia (gesprochen: aja) zu tun. Ein mächtiger Kaiser ließ das Gebäude vor etwa 1500 Jahren als riesiges Gotteshaus mit prächtigen Bildern bauen. Für viele Jahrhunderte zeigte es so die Bedeutung der christlichen Kirche und ihrer Herrscher an.

Vor 600 Jahren wurde die Kirche zur Moschee

Vor fast 600 Jahren änderte sich das jedoch: Die Osmanen eroberten das damalige Konstantinopel und heutige Istanbul. Und der Herrscher machte aus der Hagia Sophia eine Moschee für Muslime. Weil im Islam aber ein Bilderverbot gilt, wurden die religiösen Motive übermalt.

Vor 90 Jahren wurde die Moschee zum Museum

Vor etwa 90 Jahren geschah die nächste große Veränderung. Der damalige Staatschef der Türkei, ein Muslim, entschied: Die Hagia Sophia wird von einem Gotteshaus in ein Museum umgewandelt. Die prächtigen Bilder wurden wieder freigelegt.

Gerade aber wird das Museum wieder in eine Moschee verwandelt. Das wollte der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan so. Kommenden Freitag soll dort erstmals wieder gebetet werden. Währenddessen müssen die Bilder etwa der Engel verdeckt sein. Es soll aber eine Lösung geben, damit sie zu anderen Zeiten bewundert werden können.

Viele Leute finden die Entscheidung trotzdem falsch, dazu gehört auch die deutsche Regierung. Denn das Gebäude habe eine große Bedeutung für Christen und Muslime.

Und die evangelische Pfarrerin Margot Käßmann meinte am Sonntag, der türkische Staatschef zerstöre so ein Zeichen für ein friedliches Miteinander von Christentum und Islam.

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