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Kinder spielen die Geschichte Kaufbeurens nach

08.07.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kinder in prächtigen Uniformen, langen Kleidern und bunten Trachten – in Kaufbeuren sieht man das in der nächsten Zeit wieder öfter. Denn jedes Jahr im Juli feiert die Stadt in Bayern das Tänzelfest. Mehr als 1600 Kinder machen bei dem Fest mit.

Immer wieder geht Lisa zum Spiegel, um sich zu anzusehen. Dabei dreht sie sich im Kreis, damit sich ihr langer blauer Rock schön aufplustert. „Das Kostüm ist das allerschönste vom ganzen Tänzelfest“, sagt die Zehnjährige begeistert. Sie kann es kaum erwarten, dass es endlich losgeht. Denn für die Mädchen und Jungen aus Kaufbeuren in Bayern ist das Tänzelfest jedes Jahr eine aufregende Zeit. In Kostümen aus alten Zeiten spielen sie dann die Geschichte ihrer Stadt nach.

In der Kleiderkammer des Tänzelfest-Vereins ist an diesem Tag viel los: Die Kinder, die beim Umzug verschiedene Berufe der vergangenen Jahrhunderte darstellen, bekommen ihre Kostüme für das Fest. Lisa gehört in diesem Jahr zur Gruppe der Brauer-Mädchen, also zu den Leuten, die Bier machen. „Letztes Jahr war ich bei den Gerbern dabei. Aber das Brauer-Kostüm gefällt mir besser. Die Weste ist so schön.“ Am meisten freuen sich Lisa und ihre Freundinnen auf die vielen Zuschauer, die beim Umzug am Straßenrand stehen und den Kindern zuwinken und zurufen. „Es ist toll, dann mittendrin zu sein.“

Die Mädchen schlüpfen aufgeregt in ihre Röcke, Blusen und Westen und probieren die Hauben an. Nebenbei bekommen sie von den Tänzelfest-Mitarbeiterinnen noch ein paar Tipps für das Fest. „Denkt daran, dass ihr den Nagellack weglasst.“ Auch auf Uhren und Schmuck sollen die Kinder verzichten, wenn sie in ihre Rollen schlüpfen. Und statt Turnschuhen sind einfache Sandalen angesagt.

Die über tausend historischen Kostüme aus der Kleiderkammer werden jedes Jahr neu an die Schüler zwischen fünf und 18 Jahren verteilt. Welches Kind welche Rolle bekommt, hängt von der Körpergröße ab. Denn alle Kostüme gibt es nur in bestimmten Größen. Manchmal fließen in der Kleiderkammer auch Tränen. Etwa wenn sich jemand ein bestimmtes Kostüm wünscht, dafür aber schon zu groß oder noch zu klein ist.

Marco hat bisher immer etwas Passendes gefunden. Der Neunjährige ist schon zum fünften Mal dabei. Das braune Gerber-Kostüm mit Weste und Schürze, für das er sich dieses Jahr angemeldet hat, sitzt perfekt. Gerber stellen übrigens Leder her. „Wenn es geht, will ich noch ganz oft mitmachen. Es macht total viel Spaß“, sagt Marco. Die Begeisterung für den Tänzelfest-Umzug liegt bei Marco in der Familie. Schon seine Mutter und sein Großvater sind als Kind ein paar Mal mitgelaufen. „Wenn man in Kaufbeuren aufwächst, gehört das einfach dazu“, sagt seine Mutter.

Johannes Fritsch, Darsteller des Kaisers Maximilian Foto: Karl-Josef Hildenbrand

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